Ausstellungstipp: Unheimlich Vertraut. Bilder vom Terror

 

Thomas Hoepker/Magnum Blick von Williamsburg auf Manhattan . Brooklyn . 11. September 2001, Quelle: C/O Berlin

9/11 – Der 11. September 2001 wird uns unvergessen bleiben: die Bilder des Flugzeugs, das in das World Trade Center einschlägt, ein weiteres, das ins Pentagon stürzt, die beiden zusammenstürzenden Türme, Flammen, Entsetzen, Terror. Der Krieg ist unvermittelt in die Supermacht USA hineingetragen worden. Diesmal findet er nicht weit weg statt, sondern trifft in das wirtschaftliche und politische Herz der USA. Immer noch ist das Trauma der Terroranschläge von damals nicht vergessen. Kaum jemals zuvor und danach hat ein solcher Terroranschlag ein derartiges Medienecho hervorgerufen, solch schwerwiegenden politischen und wirtschaftlichen Folgen gehabt.

Anläßlich des 10. Jahrestages von 9/11 veranstaltet das C/O Berlin eine Ausstellung. Unheimlich Vertraut. Bilder vom Terror so der Titel der Ausstellung.

Die Ausstellung zeigt uns die Bilder vom Terror, die in uns allen nachwirken und kaum jemanden kalt lassen. Ziel der Schau ist es „die Bedeutung von Fotografie für unsere tägliche Bildkultur anhand der visuellen Verarbeitung von unterschiedlichen Terrorbildern der letzen Jahrzehnte“ zu untersuchen. Rund 200 Arbeiten aus dem Bildarchiv des Spiegels von 20 unterschiedlichen Künstlern werden gezeigt. Ihren Ausgangspunkt hat die Ausstellung in München, bei den Sommerspielen – damals fand erstmals unter den Augen der Weltöffentlichkeit, vor dem geöffneten Kameraauge, ein Angriff statt, der des palästinensischen Terrorkommandos auf die israelische Delegation. Die Übertragung dieses Angriffs, die live stattfand, änderte die Strategien des Terrors, der sich die mediale Inszenierung von nun an zunutze machte. Kommunikation als Strategie des Terrors. Bilder sind weit mehr als die Wiedergabe der Realität. Sie erzeugen Realität, so der Ansatz des Kurators Felix Hoffmann.

 

Seinen Höhepunkt der Inszenierung erlebte der Terror im September 2001: die Weltöffentlichkeit wurde unter einen medialen Dauerbeschuß gestellt. Rund um die Uhr und endlos wurde das Ereignis des 11. Septembers in allen Kanälen gezeigt – damit wurden die Medien zu Kollaborateuren. Indem sie die Terroranschläge in größtmöglichem Maße ausschlachteten wurden die Medien zu Mittätern, zu Mittlern des Schreckens. Die terroristische Strategie der Erweckung der größtmöglichen Aufmerksamkeit ging in vollem Umfang auf.

Trotzdem sind es nur wenige Bilder, die gezeigt werden, nur einige wenige Videos, die in Endlosschleife gespielt wurden. Davon sind uns nur fünf, vielleicht zehn Bilder im Gedächtnis geblieben, die zu den Ikonen des Terrors geworden sind. Die wenigen Bilder prägen, sie erscheinen uns „unheimlich vertraut“.

unheimlich Vertraut . Bilder vom Terror
Ausstellung 10. September bis 4. Dezember 2011
Eröffnung Freitag, den 9. September 2011 . 19 Uhr
Öffnungszeiten täglich . 11 bis 20 Uhr
Eintritt 10 Euro . ermäßigt 5 Euro
Katalog erscheint im Verlag Walther König
Veranstalter C/O Berlin
International Forum For Visual Dialogues
Ort C/O Berlin im Postfuhramt
Oranienburger Straße 35/36 . 10117 Berlin

Quelle: c/o Berlin

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kategorie Fotografie

Ich bin ausgebildete Verlagskauffrau, promovierte Kunsthistorikerin und inzwischen als Food- und Landschaftsfotografin bei mehreren internationalen Agenturen tätig. Ich habe mich der Fotografie gewidmet, weil kreatives Arbeiten unglaublich wichtig für mich ist und ich keinen Job ertragen könnte, bei dem ich von acht bis fünf am Schreibtisch sitze.

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