Keine Zeit

Bloggen und Fotografieren sind feine Sachen…wenn man Zeit hat. Momentan hapert es daran und zwar sehr arg. Am ärgerlichsten sind Dinge, die eigentlich getan werden müssen, aber trotzdem Zeit fressen, die man gerne für andere Dinge, Fotografieren oder so, gehabt hätte. Auto in die Werkstatt bringen ist z.B. so eine Sache. Die Autowerkstatt bekommt dann zum Dank dafür auch ein extra tolles Weihnachtsgeschenk. Genau so wie der Herr Notar. Ich habe mich beim Notarbesuch gefragt, wieso man um Himmels willen einen derartigen Beruf wählen sollte. Was Besseres zum Einschlafen kann ich mir gar nicht vorstellen. Ich habe die Rechnung bekommen. Jetzt weiß ich es. Kind und Mann haben Glück, daß die Weihnachtsgeschenke erledigt sind, sonst sähe es duster aus. Vielleicht hätte ich ja doch die neuen Schuhe (Sie wissen, die Werbung „Schrei vor Glück…„) besser zurückschicken sollen – wer kann schließlich ahnen, daß alle derart gierig auf Weihnachtsspenden sind? Aber das hat ja nichts mit den Zeitfressern zu tun.

Ein einstündiger Ohrenarztbesuch aber schon. Unauffällig, noch leicht gerötet. Und am selben Abend habe ich hier ein jämmerliches Häufchen Elend sitzen, der aus vollstem Halse schreit. Weil ihm das unauffällige Ohr weh tut bis zum gehtnichtmehr. Natürlich ist der Mann nicht da – das ist er nie, wenn Drama im Augenblickshause herrscht. Ich jedenfalls stehe ohne Auto da und dank der Sparmaßnahmen im Gesundheitswesen darf ich mit Kind bei einem Notfall in die nächste Kreisstadt, die 20 Minuten entfernt ist. Fragen Sie bitte nicht, wie ich das finde, darüber habe ich mich schon mal aufgeregt. Aber dank der Notfalltelefondame bin ich ruhiger, die anderen Deppen haben mich von Pontius nach Pilatus verbunden, Kind brüllt wie am Spieß, keiner wußte wie wer wo was. Mannmannmann…

Ich glaube, seit der Mann weg ist, ist das Kind am laufenden Band krank. Mein eigenes Ohr macht jetzt auch Zicken. Aus Solidarität, glaube ich. Jedenfalls höre ich rechts wie unter Wasser. Noch ein HNO-Besuch, diesmal für Muttern, diesmal am Montag. Ich hoffe, bis dahin hat mich das leidige Ohr nicht die Wände raufgetrieben, weh tut es nicht, aber es ist lästig. Aber dann habe ich wenigstens eine Ausrede, falls die Schwägerin mal wieder anrufen will, um mich rund zu machen, weil ich immer noch keine Superkarriere an den Start gebracht habe, sondern nur auf der faulen Haut liege. (Ja, ich weiß, ich reite ganz fürchterlich darauf herum) Dann ein Vermieterbesuch morgen früh, der sich die Tür anschauen will. Die Tür? Ach ja, ich vergaß das zu erwähnen, dieselbige ist beim Geburtstagfeiern aus der Verankerung geflogen. Aber wir haben ja das Ohrendrama jetzt, also wird der Vermieterbesuch zugunsten des Kinderarztbesuches morgen früh verschoben.

Was auch nett war war der Montag, an dem das Kind zu Hause geblieben ist, weil es am Sonntag in den Seilen gehangen hat. Von Krankheit war am Montag aber nichts mehr zu merken. Nur von einem Berg, der sich unauffällig immer weiter anhäuft und nicht erledigt wird, weil ständig was dazwischen kommt. Wie die Wohnung aussieht, davon will ich jetzt nicht reden, siehe Stichwort „Berg“. Zum Ausgleich dafür habe ich das Kind in den Wald gescheucht zum Lüften und Weihnachtsbaumsammeln. Jetzt haben wir eine ausgesprochen umweltfreundliche Variante hier. Ja, wirklich.

Gleich werde ich wohl Wäsche zusammenlegen, obwohl Getty wartet, ein Artikel wartet, die Dissertation, die ich jetzt wirklich mal vor Weihnachten fertig kriegen will, die Fotos, die sortiert werden wollen und die vielen Fotobücher, die ich endlich auch mal in Angriff nehmen wollte.Ich sitze jeden Abend bis etwa Mitternacht hier und tue und mache. Zur Entspannung gab es in den letzten zwei Tagen noch einen hochwissenschaftlichen Text zur Theorie des Fotos. Unglaublich spannend, aber anstrengend zu lesen, da ich aus diesem Philosophenjargon total raus bin. Vielleicht aber lag es aber auch daran, daß ich kurz nach Mitternacht mit Kopfschmerzen im Bett lag. Ich muß nämlich abends zum Abschluß noch lesen, sonst fehlt mir was.

Sie merken: ich bin zutiefst genervt. Ein Lichtblick ist der erwartete Besuch morgen, ich hoffe nur, der fällt nicht wegen Ohrenaua ins Wasser. Ach ja,ach so schlimm war die Woche jetzt eigentlich gar nicht, nur habe ich das Gefühl, nie etwas geschafft zu bekommen, obwohl so viel zu tun ist.

Irgendwie läuft der Monat nicht besonders rund, aber so gar nicht. Ich habe die Nase voll vom Alleinsein, ich habe die Nase voll davon, daß andere ihren Job nicht machen – die Decke bei uns ist immer noch nicht repariert, weil irgendwie, ja, weiß auch nicht…auch nach dem 6. mal Anrufen außer heißer Luft nichts gewesen ist. Sie wissen, der Wasserschaden im JULI? Aber das ist ja eigentlich gar nichts, denn die Tür, die ich oben erwähnte, hätte schon im Januar repariert werden sollen, da der Schaden von den Vormietern verursacht und nur notdürftig zugekleistert wurde. Aber egal,Aufregen lohnt nicht, dadurch rauscht es nur noch mehr. Im Ohr meine ich. Nicht mein Blutdruck.

Ich habe ja schon angekündigt: ein langer Bericht über das sukzessive Zusammenbrechen und so weiter… Ach ja, die Plätzchen. Eigentlich wollte ich das hier anschließen, aber ich mache besser ein neues Posting auf. Das wird zu lang. Eigentlich wollte ich ja nicht unbedingt mehr über privaten Kram schreiben, aber über alles andere kann und will ich nicht berichten und zum Fotografieren komme ich nicht. Was bleibt mir da anderes übrig…ach ja, die Buchrezension von Kindeleins Nikolausgeschenk, die mache ich noch.

Nach der Wäsche.

Kategorie Allgemein

Ich bin ausgebildete Verlagskauffrau, promovierte Kunsthistorikerin und inzwischen als Food- und Landschaftsfotografin bei mehreren internationalen Agenturen tätig. Ich habe mich der Fotografie gewidmet, weil kreatives Arbeiten unglaublich wichtig für mich ist und ich keinen Job ertragen könnte, bei dem ich von acht bis fünf am Schreibtisch sitze.

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