Komisch eigentlich…

Komisch eigentlich. ich breche mir gerade einen ab und produziere in diversen Nachtschichten hübsche Weihnachtsgeschenke. Ich wollte ja dieses Jahr unbedingt alles selber machen. Handgemachte Geschenke sind ja auch viel schöner und so weiter und so fort. Mir ist nur jetzt gerade aufgegangen, daß ich noch nie, wirklich noch nie in irgendeiner wie auch immer gearteten Form Fotos von mir verschenkt habe. Ich meine jetzt nicht die Bilder vom Kind, sondern die anderen. Meine Landschaftsfotos zum Beispiel. Nie. Oder doch, einmal: die Weihnachtskarten vom letzten Jahr, die kein Schwein beantwortet hat. Daher gibt es auch dieses Jahr keine Weihnachtskarten. So. Aber der Seitenhieb war nur am Rande.

Ansonsten: Kein Kalender, kein Fotobuch, kein Poster, nicht mal einen Abzug oder eine popelige Postkarte gibt es davon. Und mit „nicht mal einen Abzug“ von keinem meiner Bilder meine ich das auch. Meine Bilder existieren samt und sonders virtuell. Nicht mal ich persönlich habe ein Album, Abzüge, Drucke an der Wand.

Es ist schon traurig, wenn man darüber nachdenkt, daß ich so wenig selbstbewußt bin, daß ich es nicht in Erwägung ziehe, ja nicht mal auf den Gedanken komme, daß meine Fotos, in die ich so viel Zeit und Energie reinstecke, auch als Weihnachtsgeschenke taugen. Daß sich Leute vielleicht sogar darüber freuen würden. Mein Vater zum Beispiel ist da ganz anders. Er hat vor ein paar Jahren die Malerei für sich entdeckt. Also hat er flugs angefangen loszupinseln und füllt nun Leinwand um Leinwand. Er war von Anfang an stolz auf seine Werke, ganz egal, wie unbedarft diese am Anfang waren. Er war stolz und deshalb hat er viele viele bemalte Leinwände verschenkt. Vielleicht sollte ich mir das zu Herzen nehmen und es auch so sehen: rosarote Brille auf, Ohrenstöpsel gegen Kritiker und los.

Dieses Jahr ist es vielleicht ein wenig spät, sich jetzt umzuentscheiden und die Verwandtschaft mit Kunstdrucken zu beglücken. Vor allem angesichts der Dinge, die hier bereits auf ihre Verpackung warten.

Aber nächstes Weihnachten kommt bestimmt.

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Ich bin ausgebildete Verlagskauffrau, promovierte Kunsthistorikerin und inzwischen als Food- und Landschaftsfotografin bei mehreren internationalen Agenturen tätig. Ich habe mich der Fotografie gewidmet, weil kreatives Arbeiten unglaublich wichtig für mich ist und ich keinen Job ertragen könnte, bei dem ich von acht bis fünf am Schreibtisch sitze.

3 Kommentare

  1. Ich gestehe, ich bin da inzwischen ganz hemmungslos. Meine Eltern bekommen seit drei oder vier Jahren jetzt jedes Jahr einen A2-Kalender mit meinen Bildern, meine Tante seit letztem Jahr und auch sonst verschenke ich reichlich Kalender – oder ganz neu Postkarten.

    (Den Kinder-Bilder-Kalender für die italienische Seite gibt es allerdings auch)

    Also – auf geht’s. Also nächstes Jahr 😉

  2. Habe ich auch noch nie, nur Kalender von Kinderportraits, Leporellos von Kinderportraits und gerahmte… nun ja, Du weißt schon. Seltsam, eigentlich, wobei meiner Schwiegereltern die halbe Wohnung mit Bildern dekoriert haben, die ich gemacht habe. Kirschblüten und Herbststilleben, Marienkäfer und Schmetterlinge.

    Deine Karte liegt übrigens bis heute in meinem Lieblingskochbuch, weil ich sie so großartig fand. Und eine Postkarte mit einem Sydneymotiv, die Oper, wenn ich mich nicht täusche. Dieses Jahr sollte eine in die andere Richtung reisen, allein, ich habe Deine Adresse verbaselt, ich blöd!

    • Naja, im Adressenverbaseln bin ich Meisterin. Aber ich habe dieses Jahr keine Karten gemacht – eigentlich weniger, weil ich keine Lust hatte, Karten zu verschicken sondern vielmehr weil ich keine Zeit gefunden hatte. Es ging einfach gar nichts mehr.

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