What Happened the Night Santa came…

25. Dezember 2011, Nordpol – Heiligabend, Bescherungszeit. Wieder einmal sollte es soweit sein: Millionen Kinder warteten auf den obligatorischen, alljährlichen Geschenkerausch. Letztes Jahr, 2010, zerstörte ein furchtbares Unglück die Festtagsstimmung: der Weihnachtsmann wurde das Opfer eines hinterhältigen Raubüberfalls. Wir berichteten exklusiv. Damals erschoß der zur Tatzeit erst drei Tage alte Täter, ein gewisser Schnee M. Ann, den Weihnachtsmann. Sei Motiv war, wie er kurz nach seiner Verhaftung einräumte, pure Gier: „Boah, ey, das warn voll geile Sachen die da Alde da hatte, wenn isch die aufm Markt verticke was meinsse was da Kohle gibt für, Alda! Weiss du!

Wie erst jetzt bekannt wurde, gelang es Schnee M. Ann im Sommer dieses Jahres während eines Stromausfalls aus den Kühltruher Anstalten zu fliehen. Der Leiter der Anstalt mußte, angesichts der diesjährigen Weihnachtsvorfälle, auf hartnäckige Nachfragen hin beschämt zugeben, daß er mit dem Bau seines neuen Hauses beschäftigt war. Damals, so Alfred E. Neumann* der Direktor, habe er bis zum Hals in Schulden gesteckt. Als eine, angeblich ihm unbekannte, Dame ihm eine hohe Geldsumme anbot, griff er zu. Bedingung war sein Schweigen über den Ausbruch des Schwerstverbrechers.

Dieses Schweigen wurde dem diesjährigen Weihnachtsfest zum Verhängnis: Der Weihnachtsmann „Santa“ Clause, der Nachfolger des erschossenen Weihnachtsmannes „Santa“ Clause, lieferte, wie im Dienstplan vorgesehen, die Geschenke am Abend des 24. Dezember aus. Scheinbar. Denn in Wahrheit hatte sich der diesjährige Weihnachtsmann seinen prestigeträchtigen Vertrauensposten auf schamloseste Weise erschlichen, um ungehindert in die Häuser der vertrauensseligen Feiernden einzubrechen und die Ahnungslosen um ihre Wertsachen zu erleichtern. Die Folgen sind schwer: die Fälle der unter den Heulattacken ihrer Kinder zusammengebrochenen Eltern geht in die Tausende. Die Krankenhäuser sind überlastet und bitten die Bevölkerung, Ruhe zu bewahren und nur die am schwersten Betroffenen in die Krankenhäuser zu bringen. Als Erste-Hilfe-Maßnahme empfehlen Ärzte den gestreßten Eltern ein bis zwei große Cognac, Ohrenstöpsel von höchster Qualität und ein abschließbares, schalldichtes, mit Lebensmittel für etwa zwei Monate ausgestattetes Versteck im Keller bis die Kinder sich wieder beruhigt haben.

Wie uns aus geheimer Quelle übermittelt wurde, steckte der von verbrecherischen Instinkten schier überquellende Schnee M. Ann auch dieses Jahr wieder hinter den Vorfällen. Ahnungslose Fotografen auf Fotosafari im Wald entdeckten Spuren im Schnee, folgten diesen und stießen schließlich auf das Versteck der Banditen.

Hier die auffälligen Fußspuren.

Es gelang ihnen, den Weihnachtsmann in trauter Eintracht mit Schnee M. Ann zu fotografieren. Das Versteck erwies sich nicht nur als Räuberhöhle (im übertragenen Sinne), sondern auch als geheimes Waffenlager der berüchtigen Piratengruppe „Durchschnittlich, launisch & arm, Aaargh Inc.“.

Aussteiger berichteten, daß diese Piraten zu der Al Quaida keinerlei Verbindungen besäßen, sondern „einfach nur so auf den sieben Weltmeeren Angst und Schrecken verbreiten“. Der erste Verdacht des BND bewahrheitete sich also nicht. Bislang beschränkte sich die Gruppe strikt auf Aktionen auf dem Wasser. Unter dem Einfluß von Schnee M. Ann scheint sich das nun geändert zu haben. Die Gang traf sich im Wald, an Land, hier in unserer Mitte.

Der Weihnachtsmann entpuppte sich bei näherer Betrachtung der Fotos als Kopf der Piratentruppe. „Captain Rauschebart“, im bürgerlichen Leben als Fritz Keller bekannt, erfüllte die Auflagen der Stellenbeschreibung aufs Genaueste: weißer Bart, leutseliges Lächeln, Bauchund die Bereitschaft, an Heiligabend Überstunden einzulegen. Scheinbar hat jemand im Personalbüro geschlampt und den Bewerber nicht bis ins letzte Detail überprüft.

Inzwischen haben die Piraten ihre Beute zusammengerafft, sind geflohen und wurden auf ihrem Schiff während ihrer Rückkehr in die Karibik gesichtet.

 

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* Name von der Redaktion geändert

 

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Ich bin ausgebildete Verlagskauffrau, promovierte Kunsthistorikerin und inzwischen als Food- und Landschaftsfotografin bei mehreren internationalen Agenturen tätig. Ich habe mich der Fotografie gewidmet, weil kreatives Arbeiten unglaublich wichtig für mich ist und ich keinen Job ertragen könnte, bei dem ich von acht bis fünf am Schreibtisch sitze.

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