Zeitmanagement

Kernkompetenz Zeitmangagement – eine fantastische Sache. So kann ich locker-flockig die Wäsche machen, die sich selbstverständlich(!) nicht in Bergen anhäuft, in die Waschmaschine zu befördern, die Betten beziehen, während sich gleichzeitig das Frühstück wie von Zauberhand macht. Also, meiner Zauberhand natürlich. Das Kind befördere ich leichten Fußes in den Kindergarten, danach erledige ich die Markteinkäufe, trinke zu Hause ein Käffchen, frühstücke und gehe mit Schwung an die Arbeit. Die sich natürlich geradezu von selber macht. Ich mache dann alles, was ich mir für den Tag vorgenommen habe. Mühelos. Das Mittagessen wird zubereitet und eine intensive, aber entspannte Fotosession abgehalten, danach Mittagessen, Küche eben blankwienern, dauert ja nur ein Minütchen, das Kind entspannt vom Kindergarten abholen. Ein klitzekleiner Spielplatzbesuch, während sich die Wäsche zu Hause von alleine aufhängt, die Fußböden sich selber schrubben und Badezimmer erglänzt. Es liegt natürlich nichts herum, da Stauraum organisiert ist. Alles ganz entspannt, wir singen fröhliche Lieder und Trallala. Der Mann kommt nach Hause, das Abendessen – 3-Gänge-Luxusmenü hat sich im Handumdrehen gemacht – das Kind läßt sich widerspruchslos ins Bett befördern, wir Großen haben daraufhin noch jede Menge Zeit, unseren Interessen nachzugehen. Yoga und so. Nie würde Papierkram liegenbleiben. Nie.

Ja.

Und dann bin ich aufgewacht.

Freudig in den Tag gestartet, den Stundenplan sorgfältigst zusammengestellt. Aber, aber…Stundenlang dauert es, bis das Kind endlich im Kindergarten abgeliefert ist, es trödelt im Schneckentempo und ist der Meinung „Wieso, ich beeil mich ja doch!“ Die Wäscheberge. Die Küche, Essen verbrennt, während ich noch kurz nebenbei ein paar Sachen korrigiere, ich schaffe nicht das, was ich mir eigentlich vorgenommen habe, da Mails beantwortet werden müssen, sich Fehlerchen eingeschlichen haben, irgendetwas anderes dazwischenkommt, alles eben nicht so locker-flockig von der hand geht, wie ich mir das so vorgestellt habe. Lieber Himmel, egal was ich tun muß, es kostet Zeit. Wie kommt das nur? Das sorgfältig aufzubauende Shooting kann ich vergessen, es gibt deutlich Dringenderes zu tun, vielleicht könnte ich ja die verbrannten Überreste der Sardinen aus der Pfanne zusammenkratzen und ablichten – ach nein, das Kind, Himmel, ich muß es aus dem Kindergarten abholen!, aber eigentlich muß ich noch dringendst die Wäsche waschen und und und…an Yoga ist nicht zu denken, denn es ist zu viel liegengeblieben. Fotoshooting mit den etwas lieblos zusammengestoppelten Überresten meines eigentlichen Mittagessens, das Verbrannte dezent weggekratzt und der Gedanke, dass das deppert war, da die Fotos natürlich nicht sonderlich lecker aussehen. Also deppert eben. Geschrieben habe ich da übrigens an einem Artikel à la Zeit nehmen für die Fotografie. Äh, ja.

Ich muß der Wahrheit ins Gesicht sehen: ich bin ein Chaot, war es immer und werde es immer bleiben. Ach ja. 😉

Aufpassen sollte ich allerdings, daß ich mir Zeit für Yoga freischaufle – mein Rücken meckert schon seit geraumer Zeit wieder. Das muß doch irgendwie gehen. Und zum Fotografieren. Ich mag keine Schnappschüsse mehr machen. Ich will mein Projekt anfangen. Aber dann ist ja noch das Karnevalskostüm, das ich machen müßte. Wieso will der Lütte nicht ein 08/15-Kostüm? Nein, bittedanke: Walhai muss es sein! Ich konnte heute auf Fisch herunterhandeln.

Und eigentlich wollte ich das Posting gestern posten. Heute dann wieder gar nicht, weil ich es dann doch reichlich belangslos, interessiert eh keinen. Aber egal, ich schreibe trotzdem. Ach je, ein bißchen lieblos sind meine Postings geworden, jetzt, wo mir die Ideen ausgehen, was ich eigentlich gerne schreiben würde.

Kategorie Allgemein

Ich bin ausgebildete Verlagskauffrau, promovierte Kunsthistorikerin und inzwischen als Food- und Landschaftsfotografin bei mehreren internationalen Agenturen tätig. Ich habe mich der Fotografie gewidmet, weil kreatives Arbeiten unglaublich wichtig für mich ist und ich keinen Job ertragen könnte, bei dem ich von acht bis fünf am Schreibtisch sitze.

2 Kommentare

  1. Ich hatte heute richtig Glück. Hab mit mehreren großen Dateien gearbeitet (warum bin ich auf die Idee gekommen, die gleichzeitig zu öffnen?) und auf mal rechnete der Rechner und ich hatte nix zu tun. Ich blickte vom Bildschirm auf und sah… viel. Also 2 min spontan Schreibtisch aufgeräumt, einen „nach der Prüfungszeit wieder anguggn“-Haufen gebildet. Der is groß, aber erst mal vom Tisch. Wörtlich zu nehmen, weil ins Regal gepfercht. Rest entweder erledigt oder auf To-Do-Liste geschrieben. Fühlt sich gut an. Schön, dass mein Rechner so langsam ist.

    Nur etwas Angst hab ich vor morgen früh. Da werd ich von der doch etwas längeren To-Do-Liste empfangen, die jetzt schon grinsend auf mich wartet. Aber es gibt mindestens 3 Techniken des Priorisierens, über die ich schon irgendwann mal gelesen habe. Die probier ich dann aus.

    • Ja, habe ich schon auf der Liste: ein Buch zum Thema Zeitmanagement.

      Aber dann mal ran (und eigentlich sollte ich jetzt auch nicht hier sitzen und antworten, sondern…)

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