-10

Wir haben -10 Grad. Gefühlte – 100°C. Ich bin ja sehr für Sonnenschein und knackigkaltes Wetter, zumindest wenn man mich vor die Wahl stellt: Entweder das oder Regen und naßkaltes Matschwetter. Da bin ich immer für Sonnenschein. Aber muss es unbedingt derart kalt sein? So, dass sich Eisberge auf dem Marktbrunnen bilden? So, dass die armen Fische darin jetzt unter einer drei, vier Zentimeter dicken Eisschicht elendig vor sich hinvegetieren müssen?

Nicht mal das Kind mag raus und ich muss meine abgefrorenen Finger einsammeln, sobald ich nach fünf Minuten außer Haus wieder reinkomme – oaky, man könnte nun einwenden, dass Handschuhe eine sinnvolle Investition wären und die dünnen Lederhandschuhchen, die ich besitze nicht wirklich wirksam die Kälte abhalten, wenn ich sie denn überhaupt tragen würde. Tatsache ist, dass keiner in unserer Familie Handschuhe trägt.

Diese fliegen statt dessen in der Wohnung herum, landen einem dann und wann vor den Füßen, werden von unsichtbaren Händen weitergetragen (ich bin sicher, dass das Sockenmonster hier seine Hand im Spiel hat oder zumindest ein naher Verwander von diesem), da sich keiner dafür richtig interessiert. Wir jammern lieber über übelst aufgesprungene Hände und blutige Knöchel. Alles, nur keine Handschuhe tragen.

Also, Sommer, Sie könnten dann bitte JETZT kommen, sonst muss ich mir fürs Fasnet ernsthaft überlegen, ob ich mich wieder im Kunstpelzganzkörperkuhfell lächerlich machen muss. Denn das Kind wird sich NICHT vom Pferdemarktumzug abhalten lassen. (Es wäre einfacher, würde der Umzug direkt vor unserem Haus stattfinden, aber es ist dummerweise die Parallelstraße. Unterschlagen kann ich es nicht, denn er hört es ja und er erinnert sich.) Ganzkörperkunstpelzkuhfellhasenkostüm hält erprobtermaßen selbst bei Minustemperaturen warm. Ich schreibe mal besser meine Eltern an…

Also, Eiszeit im Ländle.

Kategorie Allgemein

Ich bin ausgebildete Verlagskauffrau, promovierte Kunsthistorikerin und inzwischen als Food- und Landschaftsfotografin bei mehreren internationalen Agenturen tätig. Ich habe mich der Fotografie gewidmet, weil kreatives Arbeiten unglaublich wichtig für mich ist und ich keinen Job ertragen könnte, bei dem ich von acht bis fünf am Schreibtisch sitze.

2 Kommentare

    • Ich überlege, ob ihc es überlebe. Gestern lag ich ab 20 Uhr flach – ich habe mich zitternd ins Bett verzogen, weil mir einfach zu kalt war. Es ist so unglaublich, unglaublich ekelhaft kalt…nix für mich.

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