Männer in Röcken

Wo hatte ich letztes Mal aufgehört…? Ach, richtig, die Flaschenpost. Dabei hatte ich doch noch gar nicht von dem Highland Gathering, besser bekannt als Highlandgames, erzählt.Starke Männer in fliegenden Röcken und so. Das hatten wir uns naiverweise anders vorgestellt, eher wie im Fernsehen. Doch das war es am Ende nicht, sondern eher eine Mischung aus Dorffest und Bundesjugenspielen, was uns bedeutend besser gefallen hat. Weniger professionell, dafür authentischer und echter. Weniger für Touisten gemacht als für die Einheimischen. Spannend war es auf jeden Fall.

Tänzer, die im Highland Fling miteinander wetteiferten, was höllenanstrengend aussah, Läufer, die um die Wette rannten, Eisverkäufer und die unvermeidlichen Fish and Chips, Souvenirverkäufer und andere Fliegende Händler, Dudelsackpfeifer und natürlich auch die starken Männer in Röcken. Spannend war es. Das Kind will jetzt Dudelsack lernen. Nun ja, wir haben ja demnächst einen Keller mit dicker Decke…

Das war die Station vor der Flaschenpost. Diese war im Loch Ness.Und war…*trommelwirbel*…von einer Kindertagesstätte in Essen. Ein Witz, oder? Ich jedenfalls war im ersten Moment ein wenig enttäuscht. Wir werden uns aber natürlich die Woche noch was Nettes für die Kiddies ausdenken, die ganz tolle Bilder an Nessie gemalt haben.

Apropos Nessie: Kind glaubte nicht dran. Wann immer die Rede auf das Monster im Loch Ness zu sprechen kommt, rollt unser unglaublich nüchternes Kind mit den Augen „Es gibt doch kein Monster im See, das ist Quatsch…“ Definitiv kein Kandidat, der irgendwann mal im Wald sitzt und bei Kristallicht auf Feensuche ist. Nun, ich muss einfach zugeben, dass das Loch Ness nicht unbedingt ein Highlight unserer Reise war, da es recht langweilig war – landschaftlich und auch sonst und dort, wo die Jugendherbergen lagen, komplett überlaufen war. Zweites Highlight des Tages war das Nessie-Dicovery-Center it einer  Art Museumsshow, die auch die lezten Zweifel vertrieben haben, dass es ein Nessie geben könnte. Wer da raus kommt, weiß, dass alles nur Unfug ist.

Es war auf dem dortigen Zeltplatz, wo wir unsere ersten Erfahrungen mit den „Midgets“, also den einheimischen Mücken, gemacht haben. Wir haben zwar nicht dort übernachtet, aber unsere Wäsche gewaschen. Da dieser Platz mitten im Wald lag, wurden wir von ganzen Schwärmen dieser widerwärtigen kleinen Mistviecher überfallen. Als eine andere Dame den Platzwart gefragt hat, ob es denn ein Mittel gegen diese Mistviecher geben würde, sagte dieser nur lakonisch „Of course. Strenght of character…“ (Klar. Charakterstärke) Erklärt das mal einem Fünfjährigen, der sich am liebsten die Kopfhaut vom Kopf reißen würde, weil es so wahnsinnig juckt. Der arme Knilch ist geradezu gefressen worden was es für uns ein wenig leichter gemacht hat *hüstel*

Aber er hat es wirklich nicht leicht gehabt, denn er ist zwischendurch beim Kühestreicheln auch von einer Wespe gestochen worden. Mitten ins Gesicht. Armes Kerlchen. Wenigstens war es nicht diese riesige Hornisse gewesen, die er kurz vorher gesehen hat.

Und nein, auf dem Foto sind das keine Wasserspritzer, die im Sonnenlicht zu sehen sind, sondern die berühmt-berüchtigten Midgets.

Aber wir haben es ja alle überlebt und am nächsten Tag ging es schon wieder weiter. Erst zu den Clava Cairns, die mich besonders beeindruckt haben und eine Stimmung verbreitet haben, die das Kind nicht mochte und das daher nur noch vom Gelände weg wollte.  Nach diesem Abstecher ging es weiter in den Norden, wo wir eigentlich in einer Burg nächtigen wollten, aber dann doch in so ziemlich der coolsten Unterkunft gelandet sind, die man sich vorstellen kann. Da das Dach der Burg eingestürzt war und diese daher unbewohnt war, haben wir kurzerhand umdisponiert und im Bus übernachtet.

Da übrigens Ubakel wissen wollte, wie das denn so geht mit Kind und Mopped, zeige ich einfach mal unsere Gefährte. Das gelbe Dingsda, also Motorrad mit Seitenwagen, ist die große Liebe meines Mannes. Ich selber kann da nicht mithalten, denn meine Räder (=die von der kleinen blauen Italienierin, die ihr hier hinter dem gelben Gefährt seht) sind nicht angewachsen. Aber ich denke, ich kann damit leben. Schließlich kann ich im Gegenzug bei meinem Mann ja auch nicht die Blende verstellen.  Man könnte nun spekulieren, dass der Fotoapparat die ultimative Rache der Frau sein könnte. oder so. Aber wir wollen das Thema nicht breit treten.

Weiter geht es dann morgen, ich komme nämlich mit der Fotobearbeitung nicht hinterher.

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Ich bin ausgebildete Verlagskauffrau, promovierte Kunsthistorikerin und inzwischen als Food- und Landschaftsfotografin bei mehreren internationalen Agenturen tätig. Ich habe mich der Fotografie gewidmet, weil kreatives Arbeiten unglaublich wichtig für mich ist und ich keinen Job ertragen könnte, bei dem ich von acht bis fünf am Schreibtisch sitze.

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