uisghe beatha auf der An t-Eilean Sgitheanach

Weiter geht es mit dem Reisebericht. So, ich war im Bus stehen geblieben. Wir haben auf unserer Reise mehrere getroffen, die über unsere Begeisterung über diese Nacht im Bus etwas verwirrt waren. Denn es war einfach nur Herrlich, speziell für meine beiden eisenbahnbegeisterten Männer. Unsere nächste Unterkunft in Rogart warder örtliche Bahnhof. Auf ausrangierten Schienen haben die Herbergswirte ausrangierte Wagons gestellt – und wer mal dorthin kommt, sollte unbedingt fragen, wie es dazu gekommen war, die Geschichte ist hörenswert – und diese Wagons zu Schlafkojen umgebaut. Der Platz vor diesen Wagons wurde ebenfalls umgebaut und sieht aus wie ein wunderhübscher, blumenbepflanzter kleiner Bahnhof aus den 50ern. In diesen Wagons haben wir nicht übernachtet, was dem Mann, der die Buchung ja morgens gemacht hatte, mit der Befürchtung erfüllte, dass es Geschrei geben würde. Wir sollten in einem…Bus…untergebracht werden?

Jegliche Befürchtung löste sich in Luft auf als wir diesen besagten Bus entdeckt haben, zwei Meter neben den Schlafwagons. Jubelgeschrei vom Kleinen, der sofort auf unsere Unterkunft zustürmte. Der Bus stammte ungefähr aus den 50er Jahren. Das Innere hat man entfernt und mit Betten, einem Tischchen, zwei Couches und hübschen Vorhängen ausgestattet. Mit vollem Zugang zur Fahrerkabine natürlich, so dass wir an diesem Abend und am nächsten Morgen um die halbe Welt gefahren sind. Mit Kind als Fahrer. Als Alternative stand neben unserem Bus eine ausrangierte Diesellok bereit. Und obendrein war der Bahnhof auch noch in Betrieb. Große Begeisterung. Bei uns allen. Aber das war nicht nur eitel Sonnenschein, denn das Klagen und Jammern und Betteln am nächsten Morgen als es hieß „Weiterfahren“ war herzzerreißend (und ohrenbetäubend).

Aber es half alles nichts, wir sind weiter Richtung Westküste. Und dort, endlich, endlich: Schottland wie man es aus Bildern kennt. Die Landschaft war atemberaubend, an jeder Ecke hätten wir stehen bleiben können.

Es ging über Ullapool wieder zurück in den Süden, Richtung An t-Eilean Sgitheanach – der Isle of Skye.

Dort habe ich beschlossen, dass wir wiederkommen. Aber so was von garantiert werden wir dort wieder hinfahren. Wir haben die Insel kreuz und quer durchfahren und einfach nur Landschaft geguckt. Im Pub Einheimische kennengelernt und sich wunderbarst unterhalten. In einem wunderhübschen, sehr rüschigen Tearoom – na klar! – Tee getrunken, dabei bedauert, dass die Scones aus waren und uns mit dem köstlichsten Lavendel- und Orangenkuchen getröstet. Eine Ruine angeschaut. Die Zeit genossen und ausgekostet. Waren auch mal am Strand, Muscheln sammeln.

Gälisch ist an der Westküste immer noch lebendig. Die Ortschilder sind in gälisch und englisch, auch Hinweistafeln und Erklärungen sind zweisprachig. Eine interessante Sprache, bei der die gesprochene Sprache nicht das geringste mit der Schriftsprache zu tun hat.

Der einzige Wermutstropfen war, dass unsere Unterkunft nicht so besonders war. Die erste war sehr nett, Pferde und Hunde und Spielkameraden hatten es dem Knilch angetan, doch leider war sie uns zu weit ab. Also haben wir uns nach einer Unterkunft in der Mitte der Insel umgeschaut. Die klang erst einmal vielversprechend: Schlafen im Wigwam – und das wäre auch toll gewesen, doch leider war die Unterkunft eher…naja, breiten wir besser den Mantel des Schweigens über diesen Schweinestall aus, ja?

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Ich bin ausgebildete Verlagskauffrau, promovierte Kunsthistorikerin und inzwischen als Food- und Landschaftsfotografin bei mehreren internationalen Agenturen tätig. Ich habe mich der Fotografie gewidmet, weil kreatives Arbeiten unglaublich wichtig für mich ist und ich keinen Job ertragen könnte, bei dem ich von acht bis fünf am Schreibtisch sitze.

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