Der Rückweg

Weiter gehts mit dem Reisebericht, bevor ich wieder alles vergesse…so, wir sind immer noch auf der Isle of Skye. Da kein Schottlandurlaub vollständig ist ohne Destilleriebesichtigung, haben wir diesen Programmpunkt auf der Insel abgehakt. Der Mann am Donnerstag, ich am Freitag. Kinder unter acht dürfen aus Sicherheitsgründen nicht in die Brennerei, daher mussten wir uns aufteilen. Da mein Schnupfen an dem Tag auch wieder weg war, konnte ich die Brennerei riechen und mich wundern, dass die Bewohner des Ortes nicht permanent vollkommen zugedröhnt herumlaufen. Nun, ich denke, man gewöhnt sich an alles. Jedenfalls war die Tour sehr interessant, da unser Tourguide seinen Job mit Leidenschaft ausübt und endlos über das uisghe beatha, den Whisky, reden konnte. Lediglich die Probe, die bei der Tour obligatorisch ist, habe ich nicht abgeholt, denn Whisky morgens um elf auf fast nüchternen Magen…nein danke. Nichts für mich.

Nach der Insel kam der Programmpunkt, den der Mann nicht verpassen wollte: das Eilean Donan Castle, DIE Burg, das man einfach gesehen haben muss. Warum auch immer…gut, sie liegt sehr dramatisch und sieht höchst dramatisch aus, wenn die Sonne untergeht. In Highlander, Rob Roy und Braveheart war die Burg Kulisse. Eigentlich wurde Eilean Donan Castle im 18. Jahrhundert in den Freiheitskämpfen zwischenSchotten und Engländern zerstört, doch wurde sie Anfang des 20. Jahrhunderts von Romantikern wieder rekonstruiert.

Danach ging es weiter nach Glenfinnan, wo das Viadukt steht, das der Hogwarts-Express in Harry Potter überquert. Das Viadukt haben wir nicht gesehen, dafür aber die Dampflok, die regelmäßig auf der Strecke verkehrt. Kind war begeistert, denn wir hatten dort wieder einmal auf dem Bahnhof geschlafen, diesmal in Schlafwagons. Wir sind außerdem von einer wunderbaren schottischen Familie zum Abendessen eingeladen worden – zum traditionellen Haggis, neeps and tatties (Haggis, Rübe & Kartoffelbrei), natürlich mit dem schottischen Nationalgetränk. Abends, als alle Kinder ins Bett verfrachtet waren, haben wir noch stundenlang gequatscht und den Abend ausklingen lassen.

Wie immer ging es am nächsten Tag weiter, in Richtung Süden, wo wir erst ein wenig an den Strand gegangen sind – wieder ein Highlander-Schauplatz, ihr wißt schon, die Szene, wo Connor McLeod mit Sean Connery über den Sand rennt – und danach weiter über die Isle of Mull nach Oban gekommen sind, diesmal per Fähre, um ein gutes Stück Weg abzukürzen.

Kind wieder entzückt, es liebt Fähre fahren. In Oban gab es nichts Besonderes, es handelte sich um eine typische Hafenstadt. Ich hatte ein gutes Stück des Weges geschmollt, da mir die Fahrerei langsam zu viel wurde und ich nie Zeit hatte zu fotografieren. Daher habe ich gar nicht mehr fotografiert, was sehr logisch war, da es sich hier um eines der hübschesten Wegstücke gehandelt hat…*augenroll* Nun ja, an der Fähre wurde ich gefüttert, danach war ich auch wieder umgänglicher.

Ich würde ja jetzt auch gerne weiter berichten, wie es am nächsten Tag weiterging, doch leider muss sich die werte Leserschaft noch ein wenig gedulden, denn die Fotos sind immer noch nicht fertig. Ich arbeite momentan am kleinen Laptop, da macht das Bilderauswerten keinen rechten Spaß. Die Rettungsversuche für meine Festplatte sind in vollem Gange. Ich hoffe ja noch…ein bißchen…

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Ich bin ausgebildete Verlagskauffrau, promovierte Kunsthistorikerin und inzwischen als Food- und Landschaftsfotografin bei mehreren internationalen Agenturen tätig. Ich habe mich der Fotografie gewidmet, weil kreatives Arbeiten unglaublich wichtig für mich ist und ich keinen Job ertragen könnte, bei dem ich von acht bis fünf am Schreibtisch sitze.

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