Familiäres

Ich halte von diesem ganzen Ergo-Logo-Sonstwelchen-Therapeuten-Wahn nichts. Oder doch? Gestern haben wir noch darüber nachgedacht, dass Kinder heutzutage mehr Möglichkeiten haben als zu unserer Zeit, dass gefördert wird,dass Schwächen erkannt werden und dass geholfen wird. Auf der anderen Seite wird es heute schon fast obligatorisch, Kinder zu irgendeiner Form von Therapie zu schicken, dass die individuelle Entwicklung immer weniger akzeptiert wird und dass Kinder, die wirklich Hilfe brauchen diese nicht unbedingt bekommen, wenn sie in den „falschen Familien“ aufwachsen. Ich weiß nicht, was ich davon halten soll.

Warum ich darauf komme? Weil unser Sohn ebenfalls ein Therapie-Kandidat ist. Sprachförderung und eventuelle ERGO. Mich wurmt das schon etwas, spezuiell, weil er demnächst wieder zur Logopädie soll. Aber das Gespräch gestern, bei dem mir die Therapeutin die Ergebnisse des Tests mitgeteilt hat, war sehr nett. Ich fand es bemerkenswert, dass sie nach nur einer Diagnosesitzung auf den Punkt gebracht hat, wo die Schwächen und Stärken liegen, über die ich mich hier nicht auslassen werde.

Der Knaller war allerdings ihre Diagnose, dass seien „auditive Wahrnehmung“ extrem gut sei. Wer hätte das gedacht. Ich erinnere mich hier an eine (typische) Szene mit dem Nachbarsjungen auf dem Schulhof. Beide sind um die Wette gefahren und der Junge hatte angefangen, den Sohn zu rufen: „Junge!…Junge!!…JUNGE!!!…EY, JUNGE JETZT HÖR DOCH MAL ENDLICH ZU!“

Auditive Wahrnehmung. Klar. Mein Reden.

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Ich bin ausgebildete Verlagskauffrau, promovierte Kunsthistorikerin und inzwischen als Food- und Landschaftsfotografin bei mehreren internationalen Agenturen tätig. Ich habe mich der Fotografie gewidmet, weil kreatives Arbeiten unglaublich wichtig für mich ist und ich keinen Job ertragen könnte, bei dem ich von acht bis fünf am Schreibtisch sitze.

2 Kommentare

  1. So eine Logopädie-Therapie ist ja nicht schlimmes für ihn, das funktioniert ja auch über Spielen usw.
    Vllt wird sich das auch selber geben. Ich bin auch kein Freund von Therapien, aber manchmal muss man einfach dadurch.
    Alles Gute für euch!

    • Nein, denke ich auch. Er hat hier und dort ein paar Schwächen, die an und für sich keine echten Schwächen sind, sondern sich mit der Zeit geben würden, nur gibt uns das heutige Schulsystem diese Zeit nicht mehr. Wieso also nicht? Sie meinte auch, dass sich vieles – die körperl. Koordination z.B. – mit Sport verbessern wird und dass da nichts gemacht werden muss. Es wird, nach jetzigem Stand, auf ein paar Stunden Konzentrationstraining in der Gruppe hinauslaufen.

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