Apple Pie

Ganz ohne Schnick und Schnack: Apple Pie. Wenig Zucker, (dafür buttrig ohne Ende), fruchtig und einfach nur köstlich.Mehr Bio geht nicht: Die Äpfel sind frisch aus Ommas Garten.

Kindheitserinnerungen pur, diese Äpfel. Damals haben wir sie zu gerne heiß gegessen, in Form von frischem Apfelmus, das keine Zeit mehr zum Auskühlen hatte, bevor es in unserem Magen gelandet ist. Der Rest wurde roh hinuntergeschlungen. Zum Glück war Ommas Apfelmenge nahezu unendlich, so dass es unendlich viel Nachschub gab. So lange, bis uns die Äpfel zu den Ohren herausgekommen sind. Am schlimmsten fand ich damals die verschrumpelten, häßlichen Dinger, die kümmerlichen Reste der riesigen Apfelernte, die noch gegen Ende des Winters übrig waren. Weich und schrumpelig – das ging noch. Weich und mehlig waren sie jedoch einfach nur noch bäh. Aber die hier sind frisch. Kochäpfel. Ein paar habe ich noch übrig.  Schön saue zerfallen sie in kürzester Kochzeit. Solche gibt es in keinem Laden mehr, sie sind zu häßlich,zu fleckig und löchrig und klumpig. Dafür aber um so leckerer, Äpfel mit Charakter halt…

Ich glaube, ich versuche mich mit dem Rest an Apfelmus und an dulce de manzana – wo ich doch den Manchego gerade zu Hause habe. Wir versuchen übrigens immer noch, einen Käse zu finden, den Kind nicht mag. Erfolgreich waren wir bislang nur bei der Kombination „Käse auf Brot“ – fürs Kind gehört Käse einfach nicht auf Brot, warum weiß der Himmel- und Höhlenkäse – wobei Kind den nicht einmal probiert hat und auch nicht bereit ist dazu. Irgendwo tief im Inneren des Kinderköpfchens müssen noch Erinnerungen an den Höhlenkäsefütterversuch des Mannes schlummern. da war er neun Monate und fand den Käse buchstäblich zum Würgen. Ansonsten liebt er Käse – Gruyère, Gouda, Parmesan, Leerdamer…ach, wie gesagt, eigentlich alle. Aber zurück zum Apple Pie.

Apple Pie – Rezept

  • 350 g Mehl
  • 250 g Butter, sehr kalt
  • 1 EL Zucker
  • 1 TL Salz
  • 1 Tasse eiskaltes Wasser

Das Geheimnis des Pie-Teigs ist Kälte. Alle Zutaten müssen eiskalt sein. Die Butter darf sich hier nicht mit dem Teig mischen, sondern es sollen kleine Butterklüpchen im Teig sein, der relativ klebrig sein soll. Das Wasser solltet ihr für zehn, 15 Minuten ins Eisfach stellen, bevor ihr es verarbeitet. Außerdem braucht ihr für diesen Teig eine Küchenmaschine oder ein spezielles Pie-Dingsda, mt dem ihr die Butter kleinmachen und unter den Teig mischen könnt, ohne sie anfassen zu müssen. Denn Hände sind eigentlich zu warm.  Es geht selbstverständlich auch, aber schöner wird es, wenn die Butter nicht zu warm wird.

Die Butter wird kleingeschnitten und unter das Mehl gemischt. Mit meiner Küchenmaschine, in der ich normalerweise Hummus, Pesto & sonstiges Gemüse kleinhäcksel, geht das in wenigen Sekunden. Die Butterklümpchen sollten nun etwa erbsengroß sein. Zucker und Salz untermischen, dann das Wasser rein, so dass ein dicker KlumpenTeig entsteht. Den noch kurz durchkneten. Wenn er sich kitschig und matschig anfühlt, ist das nicht weiter schlimm, dann gebt einfach noch ein wenig Mehl hinzu. Der Teig darf allerdings nicht fest werden, sondern soll weich und klebrig bleiben. Den Klumpen in Klarsichtfolie packen und ein paar Stunen in den Kühlschrank stellen.

Füllung:

  • 5-6 saure Äpfel
  • 1 TL Zucker
  • 1 TL Zimt
  •  ein paar Spritzer Zitronensaft

Die Äpfel in Scheiben schneiden und mit dem Zitronensaft, Zucker und Zimt mischen. Nun nehmt ihr den Teig as dem Kühlschrank, teilt ihn in zwei Hälften. Die eine Hälfte kommt wieder in den Kühlschrank. Die andere rollt ihr mit viel, viel Mehl rund aus und kleidet damit eine Tarte-Form aus. Bei mir hat der Teig locker für eine große Form gereicht. Nun die Äpfel hineingeben. Den zweiten Klumpen ausrollen und daraus den Deckel formen, mit einer Gabel am Rand entlang nachfahren, um den Teig zu befestigen. Nicht vergessen, ein paar Löcher hineinzupieksen, damit die heiße Luft entweichen kann. Mit einer Ei-Wasser-Mischung (1 Ei, zwei EL Wasser) bepinseln und nach Belieben mit braunem, groben Zucker bestreuen. Bei 180°C ca. 40 Min. in den Backofen, mittlere Schiene, bis der Deckel goldbraun ist. Noch warm servieren.

Und jetzt habe ich auch herausgefunden, wie Blätterteig gemacht wird. Genau so nämlich.

Kategorie Allgemein

Ich bin ausgebildete Verlagskauffrau, promovierte Kunsthistorikerin und inzwischen als Food- und Landschaftsfotografin bei mehreren internationalen Agenturen tätig. Ich habe mich der Fotografie gewidmet, weil kreatives Arbeiten unglaublich wichtig für mich ist und ich keinen Job ertragen könnte, bei dem ich von acht bis fünf am Schreibtisch sitze.

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