Schnipsel aus dem neuen Haus

Der Umzug…ja, ja, der Umzug. Ich weiß, dass ich jedesmal sage, dass ich NIE wieder umziehen will. Aber wirklich: Ich will nie wieder umziehen. War das gräßlich. Sonst bin ich ja sehr froh über die vielen Bücher, die wir haben, aber es ist vollkommen übertrieben, wenn diese besagten Bücher gut die Hälfte, wenn nicht mehr, des Umzugsvolumens ausmachen. In 3/4 der Kisten sind Bücher oder Ordner. Allein das Kind musste 4 Kisten mit Büchern packen.Und nie wieder ziehen wir in den dritten Stock ohne Aufzug. Noch schlimmer als die Kisten fand ich das Treppensteigen mit Kisten.

Im neuen Haus hat erst einmal gar nichts funktioniert. Die Spülmaschine wollte nicht, die Heizung, das Internet…die Heizung funktionierte dann nach Bearbeitung mit hochmoderner Technik (Hammer). Die Spülmaschine tat es, nachdem der Mann die Leitung geöffnet hatte, die vernünftigerweise zu war. Die frische Brise im Treppenhaus allerdings – die werden wir nicht vermeiden können. Das Treppenhaus ist unbeheizbar und liegt derzeit bei 10 Grad. Nun, es ist ein altes Haus. Trotzdem muss ich mir was für mein neues Arbeitszimmer überlegen, denn bei molligen 15 Grad frieren mir die Finger ein. Und die habe ich trotz laufender Heizung. Im Vergleich dazu ist das Schlafzimmer mit kuscheligen 18 Grad schon fast überheizt.

Das Schlafzimmer sieht katastrophal aus. Natürlich könnte ich die Wandkatastrophe als „Shabby Chick in Craquelé-Technik“ bezeichnen. Man könnte es als originell und ungewöhnlich bezeichnen. Tatsache ist jedoch, dass es, nachdem wir die Lämpchen wieder eingedreht haben und die Pracht in vollem Licht bewundern können, festgestellt haben, dass es sch*** aussieht und ich das Schlafzimmer nicht nur neu streichen darf, sondern erst mal die „alte“ Farbe wieder abkratzen darf. Wie ich die Craquelés hinbekommen habe? „Spannungsarm“ Jawoll… my ass...

Kind hat ein neues Hobby: Es schraubert und hämmert. Es bestand darauf, die Schubladen für unseren neuen Kleiderschrank alleine  zusammenzubauen. Alleine. WEHE mir, wenn ich versuche, dabei zu helfen. Es hat sich abei auch nur ein Mal auf den Finger gehämmert.

Der Mann meinte angesichts der außergewöhnlichen Qulität der Kleiderschränke vom schwedischen Möbellieferanten, dass die Dinger das letzte sind, was uns von dem Möbelhaus ins Haus kommt. Wenn ich dann noch kommentiert hätte, dass ich es ja gleich gesagt habe, hätte ich wahrscheinlich im Keller schlafen dürfen.

Wir haben einen Vorratskeller. Herrlich ist das. Das ist so kalt da unten, dass wir nichts in den Kühlschrank räumen müssen.

Eine Schneeflocke und das Verkehrschaos ist perfekt. Ach, wie ich all diese übervorsichtigen Menschen liebe, die weder Blinker noch Rückspiegel kennen, dafür aber mit 30 km/h über die freien Landstraßen brausen, weil es zufällig gerade schneit. Und neein, es ist derzeit nicht glatt. Und ja, man muss vorsichtig fahren. Nur wenn ich dann hinter den entsprechenden Autos hänge und in den Rückspiegel schaue, wie nah das Auto hinter mir bei mir auf der Stoßstange hängt dann frage ich mich doch, ob nicht ein ETWAS schnelleres Tempo ungefährlicher wäre.

War klar: Nach Ewigkeiten wollte ich wieder raus, den Schneeall fotografieren. Es hört auf zu schneien.Sobald ich wieder zu Hause bin, fängt es wieder an. Ich glaube nicht, dass sich die verspochene Sonne heute noch zeigen wird.

Ich komme unsere Einfahrt nicht hoch, bzw. ich komme das Gässchen nicht mehr hoch, in dem unsere Einfahrt sich befindet.

Kindermund: Gesternachmittag Playgroup. Als ich ihn abgeholt habe, habe ich ihn darüber informiert, dass ich mit Papa telefoniert hatte, der gesagt hat, dass es nur dann auf den Weihnachtsmarkt geht, wenn er „lieb“ ist. Kind guckt mich entrüstet an. „MAMA! Das hättest du mir vorher sagen sollen!“ Sehr gut, er weiß also ganz genau, wenn er sich unmöglich benimmt.

Chaos. Überall Chaos.

Gewöhnungsbedürftig: Der Kindergarten geht nur noch bis 13 Uhr. Ich muss jetzt schon los.

 

 

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Ich bin ausgebildete Verlagskauffrau, promovierte Kunsthistorikerin und inzwischen als Food- und Landschaftsfotografin bei mehreren internationalen Agenturen tätig. Ich habe mich der Fotografie gewidmet, weil kreatives Arbeiten unglaublich wichtig für mich ist und ich keinen Job ertragen könnte, bei dem ich von acht bis fünf am Schreibtisch sitze.

2 Kommentare

  1. Wow und in all dem Chaos hast du so einen tollen Beitrag auf eure Fotoschulseite geschrieben? REspekt.
    In ein paar Wochen wirst du drüber lachen. Das kalte Treppenhaus läßt sich gut mit dicken Vorhängen aus dem besagten Möbelhaus aussperren. Machen wir seit Jahren im Winter und funktioniert prima.
    Alles andere wird sich auch geben und denk daran, der Winter hat erst angefangen.

    LG
    Annette

    • Hi Annette,
      was mich hier am meisten stört ist, dass wir die Möbel noch nicht aufgebaut haben. Der Mann arbeitet immer so lange, bzw. die Bahn hat derart Verspätungen, dass es dazu auch zu spät wird, wenn er nach Hause kommt. Und alleine kann ich die Teile nicht schleppen. Es ist also immer noch alles in Kisten und das neeervt so unendlich. Aber gut, wir werden darüber hinwegkommen und nächstes Jahr wird alles ganz wunderschön und überhaupt 🙂
      Das mit den Vorhängen werden wir wohl auch so machen und ansonsten: Man gewöhnt sich an alles. Inzwischen kommt mir unser vorläufiges Wohnzimmer mit seinen knapp 18 Grad vollkommen überheizt vor …Ja, man muss sich eben alles schönreden 😉
      Aber es ist allemal besser als in der Wohnung meiner Eltern, wo die Heizungsluft kaum noch zum Aushalten ist. Dann lieber warm anziehen. Das Kind forderte übrigens von uns, dass wir uns ein neues Auto mit Anhängerkupplung anschaffen, einen Anhänger kaufen, damit wir darauf den neuen Kamin transportieren können, den es gerne hätte…nun, der junge Mann hat ganz klare Vorstellungen, was Gemütlichkeit angeht, wie mir scheint.

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