Kulinarisches Alphabet: Burn, Baby, Burn!

LOGO Küche und coIch bin verwirrt gewesen und habe den Zeitplan des kulinarischen Alphabets nicht kapiert. Ich dachte, dass alle zwei Wochen der neue Buchstabe fällig sei. Dem ist aber nicht so. Also überspringe ich das „B“ dann doch nicht :-).

Geplant war eigentlich, dass ich mein Küchen“B“ im Laufe der letzten Woche fotografieren wollte. Ich hatte auch so ein nettes Motiv – das liefere ich noch nach, versprochen! Dazu bin ich heute nicht gekommen, sondern habe jetzt einfach mein Ersatz-B, das eigentlich mein „C“ sein sollte, genommen. Letzte Woche ging nämlich gar nichts: Meine Küche war nämlich der Locus non gratus – der unerwünschte Ort. Mir hat sich der Magen umgedreht, wenn ich auch nur in die Nähe der Küche gekrochen bin. Oder wenn ich auch nur Bilder von Essen gesehen habe. Die Magen-Darm-Seuche aus dem Kindergarten war eine wahrhaft abscheuliche Angelegenheit. Ich habe mich geweigert, die Küche, in der noch feinste Koch- und  Kaffeegerüche hingen, überhaupt zu betreten und mir ernsthaft überlegt, ob wir nicht sowieso besser auf Infusionströpfe umsteigen und die Küche ganz abreißen. Essen ist ja so was von lästig.

Inzwischen geht es besser. Hat gedauert, aber was lange währt… Wir sind auch nicht auf Infusionen umgestiegen, sondern gewöhnen uns ganz langsam wieder an feste Nahrung. Übrigens hat es das Kind fast gar nicht getroffen, nach einem halben Tag war er wieder bestens drauf. Er hatte dafür dann andere Wehwehchen. Glücklich war der Knilch, weil weder Muttern noch Vatern genügend Energie und Kraft aufbringen konnten, in der Senkrechten zu bleiben und er daher schalten und walten konnte, wie es ihm beliebte. Fernsehen bis zum Abwinken. Ging aber nicht anders.

Am Wochenende habe ich dann beschlossen, mein liebstes Gewürz als Motiv zu verwenden. Chili. Ich liebe Chili. Nicht alle natürlich. Es gibt solche und es gibt solche. Es gibt welche, die sind nur scharf und nichts anderes. Andere sind aromatisch, aber nicht scharf. Manche schmecken nach nichts und manche haben ein unglaublich widerliches Aroma. Manchmal treibt es mich zur Verzweiflung, dass es hier in Deutschland nahezu unmöglich ist, an scharfe, wirklich scharfe und auch leckere Chilis, die ihren Namen verdienen, heranzukommen. Selbst die Habaneros vom Markt waren alles andere als scharf als ich die gekauft habe. Ich züchte demnächst einfach selbst, mich nervt die Rennerei nach scharfen Schoten langsam. Fündig geworden bin ich beim Inder in der Großstadt und das ist mir über kurz oder lang einfach zu albern, wegen ein paar Schoten dorthin zu gurken.

Nun gibt es in diesem Haushalt seltsamerweise Menschen, die meine Begeisterung für Scharf nicht teilen. Da muss man portionieren. Tabasco? Taugt nichts. Ich probiere es jetzt mit Chiliöl, das ich kurzerhand hergestellt habe. Und das ist auch mein „B“ für das kulinarische Alphabet ist: Burn, Baby, Burn!

Burn baby

Ich muss hier sagen, dass ich bei diesem Öl kaum noch Hoffnungen habe, dass es mal schmecken wird. Die Chilis sind zwar scharf, schmecken aber eher mittelprächtig. Das Öl ist noch nicht besonders brennend. Ich warte wohl noch ein paar Tage, ansonsten suche ich ein besseres Rezept raus.

Ach, noch einen kleinen Hinweis: Demnächst werden die Signaturen und Wasserzeichen aus aktuellem Grund auf meinen Bildern leider etwas aufdringlicher werden.

 

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Ich bin ausgebildete Verlagskauffrau, promovierte Kunsthistorikerin und inzwischen als Food- und Landschaftsfotografin bei mehreren internationalen Agenturen tätig. Ich habe mich der Fotografie gewidmet, weil kreatives Arbeiten unglaublich wichtig für mich ist und ich keinen Job ertragen könnte, bei dem ich von acht bis fünf am Schreibtisch sitze.

5 Kommentare

      • D wie… äh… Dattel, Dill, Döner, Dampfnudel, Dorade, Damwild, Death-by-Chocolate, Donauwellen, Dorsch, Dashi-Brühe, deftig, dicke Bohnen, Dinkel, Dolmades, Düsseldorfer Senf, Dip, Daikon, Drillingskartoffeln, Dorschen, Durian – obwohl du die hier kaum kriegen dürftest; und wenn du fudeln willst, nimm die „daucus carota“ 😉 …

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