Tee

TeeIch war früher, in vorehelichen Zeiten eine Teetante. Morgens, mittags, abends habe ich starken, schwarzen Tee getrunken. Das britische Erbe, wie ich annehme. Nach der Schwangerschaft hat sich das um 180 Grad gedreht und ich wurde zu einer ausgesprochenen Kaffeetante. Bin ich bis heute. Seitdem habe ich kaum mehr Tee getrunken. Inzwischen, vor einigen Wochen, bin ich wieder auf den Geschmack gekommen: Mir war nach starkem, schwarzen Tee. Viel starkem, schwarzen Tee. Ich habe die Teekanne des Mannes herausgekramt, während meine Geschmacksknospen in erwartungsvoller Spannung – um mal eine abgedroschene Phrase zu bemühen – dem Kommenden entgegenfieberten. Dummerweise machte es laut „klirr“ und an der Teekanne war ein ansehliches Stück abgebrochen. Den Tee musste ich dann tassenweise machen. Schlimmer war, dass ich mich mit dem Mann auseinandersetzen musste, der mich streng ansah und sagte: Du musst auch AUFPASSEN!“ Habe ich ja. Ich habe aufgepasst und genau gesehen, wie es passiert ist. Nun, das Ende vom Lied war, das der Mann Ersatz forderte. Er wollte noch einmal genau die gleiche Teekanne haben, weil die so praktisch war. Ich rollte die Augen. Ingenieur murmelte ich leise. „Praktisch“! PAH! Ich musste also das grottenhässliche (aber praktische) Dingens, von dem ich ehrlich gesagt froh war, dass es den Weg des Irdischen (Phrase…) gegangen war, erneut bestellen. Man glaubt es kaum, aber das Modell gab es noch! Jetzt haben wir hier eine neue, hässliche und ziemlich große Glaskanne, die genau 1,75 l Tee fassen kann, mit Plastikeinsatz und Plastikdeckel. Und so praktisch…

Und weil ich finde, dass mir der Tee daraus nicht schmeckt, habe ich mir kurzerhand gleich meine eigene Teekanne bestellt. Klein, kompakt und – davon träume ich seit Jahren – unkaputtbares Gusseisen. Voilà, meine Tetsubin. Die richtige Größe für 3 Tassen Tee. Vielleicht bin ich hier kleinlich, aber. Naja. Aber eben. (Und ich kann es selber kaum fassen, dass ich einen Beitrag darüber geschrieben habe, dass ich eine Teekanne gekauft habe. Gestern hatte ich echt zu viel Zeit…Kind hatte Kotzeritis und wollte seine Ruhe haben. Da kommt man halt auf die dämlichsten Ideen. Eigentlich wollte ich nur ein Foto zeigen. Aber nun ja, was solls…)

Tee

Ganz stilgebrochen nicht mit grünem, sondern mit schwarzem Tee. Jetzt brauche ich nur noch eine Quelle für echt guten Tee, die Plörre, die hier aus dem Teeladen stammt, kann man nicht trinken.

Tee

 

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Ich bin ausgebildete Verlagskauffrau, promovierte Kunsthistorikerin und inzwischen als Food- und Landschaftsfotografin bei mehreren internationalen Agenturen tätig. Ich habe mich der Fotografie gewidmet, weil kreatives Arbeiten unglaublich wichtig für mich ist und ich keinen Job ertragen könnte, bei dem ich von acht bis fünf am Schreibtisch sitze.

7 Kommentare

  1. tea-shop.co

    Zur Verteidigung der Männer: Ich habe auch eine gläserne (hässliche) Teekanne. Ursprünglich von der ersten Kaffemaschine meiner Mutter, wahrscheinlich aus „Panzerglas“, weil sie etliche Jahrzehnte ihre wertvolle Dienste tut.. Vor allem wunderbar durchsichtig. Vielleicht vergrössert ein wenig auch die Teeblätter. Ich sitze viel vor dem Computer. Man würde denken, einfach Augen zu, die Ruhe vetreibt schon die Müdigkeit. Ganz im Gegenteil, ich giesse den Tee auf, Brille runter und bis 3-5 Minuten auf den Tanz der Teeblätter zu starren und kann gut weiterarbeiten. Es hat schon was, eine hässliche Teekanne zu haben 🙂 Wobei deine neue Teekanne natürlich wunderbar aussieht… Gratuliere!

  2. Die Teekanne ist echt klasse und die Fotos davon sowieso.
    Ich hab früher auch literweise schwarzen Tee getrunken und bin jetzt völlig auf grünen Tee umgestiegen. Beim Thema Teekauf, da stellen sich mir auch häufig die Haare zu Berge. leider hab ich dir nur einen Tipp der zu weit weg ist.

    LG
    Annette

    P.S.
    Mit dem Besuch des Fasnetsumzuges ist das Thema Fasnet für mich auch erledigt.

    • Augen | Blicke

      Wir sind im Netz fündig geworden, denn der Lieblingsteeladen meines Mannes hat einen Online-Shop. Wir brauchen also nicht immer extra in den hohen Norden zu fahren, um anständig Tee zu kaufen. Hier im Dorf der Laden ist eine einzige Katastrophe. Auswahl hat er, aber der Tee schmeckt nicht.
      Und ich fürchte, Fasnet ist noch lange nicht erledigt. Zum Glück will das Kind sein letztjähriges Kostüm noch mal aufwärmen, weil „Die Kinder im neuen Kindergarten kennen das noch nicht…“ Bescheidenheit ist eine Zier und erspart Mutti viel Arbeit… 😉

    • Augen | Blicke

      Ich habe lange hin- und her überlegt, denn eigentlich brauche ich sie ja nicht. Aber manchmal muss eben auch was her, was nicht Nützlich ist. Und ich denke, sie wird noch ein paar Jährchen bei uns bleiben.

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