Schokoladenpudding, 2 Variationen

Als ich auf der Suche nach neuen Rezepten durch meine Lieblingsblogs gestreift bin, bin ich auf französischen Schokoladenpudding gestoßen. Schokopudding – naja, wozu selber machen? Das Zeug gibt es doch in der Tüte? Geht doch viel schneller? Nach Testen und Probieren bin ich jedoch zu der Überzeugung gelangt, dass „Zeug“ genau die richtige Bezeichnung für das Tütenpulver ist, das so viel mit echtem Schokopudding zu tun hat wie… naja, Tütensuppe mit frisch gekochter Suppe. Ich bin kein Fan von Schokoladenpudding, ich habe es eher ausprobiert, weil mich das Foto gereizt hat. Na schön, ich gebe es zu: Es hat mich gereizt, das zu fotografieren. Schokolade lecker aussehen zu lassen ist schwierig. Übrigens sollte man beim Fotografieren nicht vergessen, die ISo 800, die aus irgendeinem Grund eingestellt war, wieder zurückzustellen, die Fotos werden sonst verrauscht und sind nur noch im kleinen Format zu ertragen.

Zum Vergleich habe ich traditionellen Schokopudding gleich mitgekocht. Dabei habe ich die Mengen angepasst, denn was sollten wir mit derart viel Schokoladenpudding? Gut, ich gebe zu, das Kind wüsste da was…

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Um es richtig dekadent werden zu lassen, habe ich dazu echte Vanillesauce gemacht – auch hier finde ich die Bezeichung „Vanillesauce“, die Dr.O und Co. für ihre Tütchen gewählt haben, eher gewagt, denn einem Vergleich würden sie nicht standhalten. Die Sauce mache ich öfter mal, wenn ich Rote Grütze mache. Die Zuckermenge kann man anpassen; ich finde, dass 1 gestrichener EL vollkommen ausreicht. Zu dem Schokoladenpudding passt sie sehr gut, da sie den penetranten Schokoladengeschmack abmildert.

Vanillesauce

Penetrant? Ja. Penetrant. Es schmeckt beides derart schokoladig, dass man es nur in kleinen Mengen löffeln kann. Die französische Variante könnte man eher als Mousse au Chocolat für Anfänger oder für Eilige bezeichnen. Es wird eine lockere, aufgeschlagene Masse, die trotzdem recht mächtig ist. Wie gesagt, kleine Mengen…

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schokoladenpudding

Das andere ist normaler Schokopudding, den ich eher fad fand.

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Bei der Gelegenheit durfte ich auch feststellen, dass wir hungrige Mitbewohner haben, die nur zu eifrig dabei sind, mir zu helfen, nicht der Versuchung zu erliegen: Ich habe den Fehler gemacht, zwei der fünf Töpfchen, die es am Ende geworden sind, nicht mit Klammern zu verschließen und habe den Deckel nur lose draufgelegt. Die Mäuschen in der Speisekammer kamen nämlich trotzdem dran. Die haben, glaube ich, schon gemerkt, dass hier die Katze fehlt 😉

Aber so schnell werde ich das nicht wieder machen. Nach dem ganzen süßen Zeug werde ich mich wohl als nächstes an meinen kleinen Silberzwiebelchen austoben. Ist kalorientechnisch auch besser so, denke ich.

Kategorie Allgemein

Ich bin ausgebildete Verlagskauffrau, promovierte Kunsthistorikerin und inzwischen als Food- und Landschaftsfotografin bei mehreren internationalen Agenturen tätig. Ich habe mich der Fotografie gewidmet, weil kreatives Arbeiten unglaublich wichtig für mich ist und ich keinen Job ertragen könnte, bei dem ich von acht bis fünf am Schreibtisch sitze.

7 Kommentare

  1. Die Bilder sind grandios, liebe Susan! Ich finde, dass Du immer mehr einen ganz eigenen Stil entwickelt hast und ich liebe die Düsternis in Deinen Fotos und die und die Melancholie, die sie haben – ganz besonders in den Foodfotos. Sie liegt über dem Motiv wie eine zweite, kaum sichtbare Schicht. Mag ich. Sehr, sehr! Alles Liebe aus dem Norden!

  2. Also ich finde Deine Fotos ja auch genial und werde wohl nicht umhin kommen, mir auch endlich mal das Ebook dazu zu holen, aber mit Deiner Beschreibung kann man schon mal schön probieren. Was mich immer wieder bewegt, wie machst Du das mir dem Licht?
    Das sieht alles sehr nach natürlichem Licht aus oder?

    • Pssst… natürliches Licht, aber nicht weitersagen 😉
      Wir haben ein Dachflächenfenster, das gibt ein sehr hübsches Licht von der Seite. Sobald wir mit dem Wohnzimmer fertig sind, kann ich endlich einen richtigen Arbeitplatz aufbauen. Normalerweise fotografiere ich mit natürlichem Licht, mit Stativ und manuellem Fokus. Da das Essen (meist) nicht wegläuft, kann man die Belichtungszeit wunderbar anpassen.
      Aber danke für das Kompliment 🙂

  3. Hallo Susan,
    mir geht es wie Dir: Ich bin kein Puddingfan, dafür gefallen mir Deine Fotos umso besser. Ich bewundere jedesmal die gute Schärfe/Unschärfeverteilung bei Dir. Hast du einen besonderen Tipp (für mich) so von Profi zu Laie? 😉
    Das 1. und das letzte Bild sind meine Favoriten!!!
    Und jetzt warte ich auf die „Silberzwiebelchen“.
    Liebe Grüße
    moni

    • Hallo Moni,
      das mit der Schärfe ist ein wenig Übungssache, aber ich verwende bei vielen meiner Fotos das TS, also das Tilt-Shift, bei dem ich das Objektiv verschieben kann. Ohne ein solches Objektiv wird es schwierig, das ohne Nachbearbeitung hinzubekommen. Dummerweise sind die sehr teuer. Das zweite und das dritte Foto sind so entstanden.
      Nicht ganz so extrem, aber immer noch sehr schön kann das normale 50-mm-Objektiv sein. Wichtig ist, dass die Blende recht weit auf ist, bei 2.8 gibt es eine schöne Schärfeverteilung, wenn du nicht zu weit weg gehst. Dann aber sehr sorgfältig fokussieren. Das letzte und das erste habe ich z.B. mit einer Blende von 2.8 gemacht und bin dabei ziemlich nahe an das Motiv herangegangen.
      Ich hoffe, ich konnte dir helfen, ansonsten melde dich noch mal und ich beschreibe das genauer 🙂
      Viele Grüße
      Susan

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