Korsika – Reisebericht, Teil 1

So, Mann und Kind sind äußerst beschäftigt. Das Kind damit, Unsinn zu vermeiden, damit wir heute Pizza essen (Drohung: Wenn Unfug, dann keine Pizza) und der Mann damit… weiß auch nicht so recht, ich glaube, er macht sich ausgehfein.

Die Zeit kann ich ja nutzen, um ein wenig über unseren Korsikaurlaub zu plaudern. Der Urlaub war, wie eigentlich immer bei uns, recht spontan. Die Zeit stand natürlich fest, auch die ungefähre Richtung und eigentlich dachte ich auch, dass wir uns bereits geeinigt hätten. Aber Ätsch. Am Samstagabend, als wir die Fähren gebucht hatten, haben wir festgestellt, dass nach Sardinien nichts mehr ging. Jedenfalls von Genua oder Savona aus. Bis nach Livorno wollten wir nicht. Da der Mann eher franko- denn italophil ist, hat er kurzerhand beschlossen, dass Korsika dann reichen müsse. Sonst wären wir nämlich wieder in Como oder so gelandet, was er nicht wollte. Gemaule vom Kind, Gemaule von mir, aber es half nichts. Korsika hieß das Ziel.

Sonntag morgen, vormittag, mittag ging es endlich los. Das Auto mäßig bepackt, Kind hinten am Maulen, wann wir endlich da wären und ob die Schweiz schon zu sehen sei (so kurz hinter Böblingen oder so), im strömenden Regen. Der Regen strömte durch die Alpen, in Italien, in der Po-Ebene. Gegen sieben Uhr abends haben wir aufgegeben und uns ein Hotel gesucht, bis nach Genua konnte keiner mehr. In Tortona, in der Villa Viola haben wir Station gemacht. Kein typischer Touristenort, die Po-Ebene hat nicht viel zu bieten. Dafür aber ein Hotel mit hohen Decken und Deckenmalereien. Was will man mehr? Am nächsten Morgen ein gräßliches Frühstück in phantastischen Kellerräumen (Hat jemand auch nur geahnt, dass Heizkörper früher mit Ornamenten verziert waren und recht dekorativ waren?)

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Am Montag morgen sind wir weiter nach Genua gefahren. Ich wollte unbedingt dorthin. Zwar hatten wir nur knapp einen halben Tag Zeit, aber die Stadt ist einfach einen Besuch wert. Aber so was von. Ich kann IOs Liebe für diese Stadt verstehen, sie hat ein ganz spezielles Flair. Vielen Dank in die Richtung übrigens für die tollen Tipps. Den Hafen haben wir uns natürlich angeschaut und sind mit der Bimmelbahn ganz oben auf den Berg raufgefahren. Ich kann hier allerdings einen echten Anti-Tipp anbringen: Falls ihr nach Genua kommt, meidet dieses kreuzdämliche Piratenschiff im Hafen. Da gibt es nichts zu sehen.

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Am Abend mussten wir weiter nach Savona, da von dort aus die Fähre nach Bastia ging. Das KInd war total aufgeregt, ich auch und trotzdem konnten wir schlafen. In Bastia haben wir uns nicht lange aufgehalten, sondern sind richtig tief in den Süden gefahren. Eigentliches Ziel war Ajaccio, aber da wir dort keinen schönen Campingplatz finden konnten, haben wir uns für die Gegend bei Propriano entschieden. Der Campingplatz war voller Pinienbäume, leer, schattig und direkt am Strand, d.h. man musste erst die Straße überqueren, aber wollen wir mal nicht kleinlich sein. Ich kann nur empfehlen, den Juli und August zu meiden. Der Campingplatz war ziemlich groß und noch ziemlich leer, aber die Betreiberin erzählte mir, dass er in den Ferienwochen komplett überfüllt sei, was ich mir recht grauslich vorstelle. Propriano ist, wenn ich mir den Kommentar erlauben darf, eine Mogelpackung. Nette Promenade, sieht einladend aus, ist aber insgesamt sch***.

Das erste, was wir uns an dem Abend angeschaut haben, war das kleine, kuschlige Krankenhaus von Sartène, etwa eine halbe Stunde vom Campingplatz entfernt. Genauer gesagt, haben wir uns die Ambulanz angeschaut, noch genauer habe ich mir die Ambulanz angeschaut, weil mich die Krankenschwester kurzerhand vor die Tür gesetzt hat. Ich war ihr zu flatterig. ich habe also Sightseeing gemacht, während das Kind die Feststellung machen durfte, dass Lachgas einen tatsächlich zum Lachen bringt und die Schmerzen beim Nähen vergessen lässt. Der Knilch hat es geschafft, sich von einem Hund zwicken zu lassen. Dummerweise genau am Augenlid. Nicht auszudenken, was passiert hätte passieren können, wenn der Hund richtig zugebissen hätte oder einen Zentimeter tiefer gebissen hätte oder… So im Nachhinein: Die Krankenschwester hatte absolut recht, mich rauszuwerfen…

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Die Schmerzen waren am nächsten Tag wieder erträglich, das Kind ob seines leicht entstellten Antlitzes entsetzt, aber dennoch glücklich: Er hatte den Annemarie kennengelernt. Der Annemarie war sechs und die beiden haben sich toll verstanden. Den kleinen Unterschied hat das Kind einfach ignoriert, denn immerhin hatte sein Kumpel kurze Haare, musste halt ein Junge mit komischem Mädchennamen sein. Die Woche war jedenfalls extrem erholsam für uns, da Kind bei dem A. war und wir entspannt waren. Den Tag haben wir auch ganz ruhig angehen lassen, bevor wir am Mittwoch nach Bonifacio gefahren sind. Wunderschöne Landschaft, rau und heiß, die Küste ein Traum, die Berge ebenfalls. Bonifacio liegt dramatisch auf Sandsteinfelsen und ist, klar, ein Touristenmagnet. Der Hafen unten ist voller edler Yachten, die von älteren, proseccotrinkenden Herren und Damen besiedelt werden. Die Oberstadt ist eine Festung, die von Eisdielen, Cafés und Souvenirläden bestimmt wird. Romantische, enge Gässchen, voller Touristen und eine Aussicht! Grandios. Wenn ich dort leben würde, würde ich nichts anderes machen, als diese Aussicht zu bewundern. Tag für Tag für Tag für Tag…

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Der Rest folgt, jetzt mag ich nicht mehr. Ich denke, weitere Bilder werde ich auf Flickr hochladen. Nicht mehr heute, die Tage dann.

 

5 Kommentare

  1. *lach* Das ist ja ein Zufall. Bei dem Knilch ist es zum Glück ganz gut verheilt, so dass er in der zweiten Woche ins Wasser springen konnte.

  2. ha, da hab ich mit dem knilch was gemeinsam: ich habe mir selbst den kofferraumdeckel auf meinen kopf geschmissen und wurde auch unter lachgas-einfluss in sartène genäht. 🙁 badeurlaub war für mich somit am 2. tag unseres badeurlaubs over.

    bonifacio hat mich auch ziemlich beeindruckt! war wirklich toll!

  3. Das neue Layout finde ich schön schlicht, allerdings ist mir persönlich die Schrift zu klein. Liegt aber vielleicht auch daran, dass ich zur Gattung der Maulwürfe gehöre.

    LG
    Annette

    • Verrückterweise sind die Kommentare riesig groß… ich muss ncoh dran rumfummeln, mir ist die Schrift uach zu klein, aber konnte grad ncihts dran machen.

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