Pfefferminztee reloaded

Pfefferminztee ist ja etwas, das sich die Geister bekanntermaßen scheiden. Der Beste Ehemann von allen, also meiner, mag ihn nicht. Er schüttet ihn nur auf, wenn er sehr krank ist, schaut ihn an und beschließt, lieber gesund zu werden als das Zeug zu trinken. Gerüchtehalber funktioniert es. Ich trinke ihn ganz gerne. Mit Milch. Pervers, weiß ich, aber ich mag es. Muss aber stark sein: Der Pfefferminztee, nicht die Milch natürlich.

Pfefferminztee ist auch die Plörre, die einen bei Jugendherbergsaufenthalten in den Weg gekommen ist. Ich kann mich noch erinnern, dass wir immer die Auswahl zwischen dünnem Hagebutten- oder dünnem Pfefferminztee hatten. Beides war gleichermaßen grauslig. Ich glaube nicht, dass sich in den letzten Jahren daran etwas geändert hat.

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Ich gebe zu, dass der Pfefferminzetee in Tüten, den man so im Handel kaufen kann, nicht besonders gut ist. Meist ist der so fad, dass man zwei oder drei Beutel braucht, bis man endlich ein wenig Geschmack in der Tasse hat. Daher hätten gestern wohl auch hundert Tassen nicht ausgereicht, um mich zu beruhigen. Heißes Wasser ist nun mal nicht beruhigend, egal, was irgendeine obskure ayurvedische Schule dazu sagt.

Es gibt aber eine Variante von Pfefferminztee, nach der ich – speziell zu dieser Jahreszeit – ganz verrückt bin: Nämlich der marokkanische Minztee. Er wird in verschiedenen Variationen im ganzen arabischen Raum getrunken und ist einfach nur phantastisch. Dabei wird schwarzer Tee aufgegossen und mit ein paar Stielen frischer Minze serviert. Nach ein paar Minuten Ziehen hat man ein sehr anregendes, heißes Getränk (also schon wieder nichts, um mich zu beruhigen 😉 ), das genau das Richtige ist, um sich auf den Winter vorzubereiten. Ideal für diesen Tee ist es, wenn man den halben Garten voller Minze hat, denn man gibt sich nicht mit zwei, drei Blättchen ab, sondern stopft die Minze zu je zwei, drei Stielen in den Tee, damit es nach was schmeckt. (Ja: Ich habe den Garten voller Minze. Noch.)

Man kann das mit schwarzem Tee, mit grünem Tee, mit Ingwer und Zitrone oder auch pur nur mit Minze machen. Dazu ein bisschen Baklava und der Tag ist gerettet…

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Kategorie Allgemein

Ich bin ausgebildete Verlagskauffrau, promovierte Kunsthistorikerin und inzwischen als Food- und Landschaftsfotografin bei mehreren internationalen Agenturen tätig. Ich habe mich der Fotografie gewidmet, weil kreatives Arbeiten unglaublich wichtig für mich ist und ich keinen Job ertragen könnte, bei dem ich von acht bis fünf am Schreibtisch sitze.

2 Kommentare

  1. Das muss ja echt übel gewesen sein, wenn es dich sooo aufgeregt hat.
    Die Minzebilder finde ich sehr anregend, wobei mir die weiße Wolke oben zu gleichmäßig ist, aber das ist ja Geschmackssache, genauso wie Tee…
    Leider wurde unsere Minze dieses Jahr Opfer von unzähligen Läusen und mußte deshalb weichen, Nix wars mit anregendem Tee und dabei trinke ich gerne und viel Tee.

    LG
    Annette

    • Oh das ist schade, unserer Minze konnten nicht mal die vielen Schnecken was anhaben 🙂
      Die „weiße Wolke“ ist übrigens das Dach von gegenüber 😉 Es ist schade, an dem Fenster habe ich ein tolles Gegenlicht, aber der Hintergrund ist halt deutlich sichtbar. Auf diesem Bild stört es mich jetzt nicht, aber letzte Woche habe ich einige Bilder gemacht, die ich deswegen in die Tonne geklopft habe.
      Und was das Aufregen angeht: es kamen einfach ziemlich viele Sachen zusammen, die mir langsam einfach zu viel des Guten werden. Aber auch das wird sich nach und nach in Wohlgefallen auflösen.

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