Zimtsternkatastrophen

Man kann ja nicht immer nur Positives schreiben. Es geht nun mal im Leben auch etwas daneben. Was anderes zu behaupten, wäre ein wenig unglaubwürdig. Normalerweise ist in Blogs zumeist alles ganz phantastisch. Es klappt alles auf Anhieb. Es sieht super aus. Und alle sind glücklich. Nur eben bei mir nicht. Ich hatte letzte Woche ein ganz ausgedehntes Weihnachtsplätzchenshooting geplant. Gekaufte Plätzchen sehen ja leider immer sehr gekauft aus, weswegen ich alles selber machen wollte. Um den nötigen Touch des Hausgemachten, ein wenig Unperfekten zu geben. Ganz zauberhafte Kleinigkeiten habe ich mir ausgedacht, die ich machen könnte.Und noch eine kleine Überraschung zur Weihnachtszeit für euch dazu. Aber der Mensch denkt und der Alltag zeigt dir den Stinkefnger und sagt hämisch „Ätsch“.

Dummerweise ist nämlich aus dem kleinen, notwendigen Touch des Unperfekten das Leitmotiv geworden: Es ist alles zu Unperfekt. Sehr. Nicht auf die charmante, hausgemachte Weise, sondern auf die unschöne, danebengegangene Weise. Kurz gesagt: Meine Fotokekse sind weder wunderschön noch appetitlich. Sie sehen nicht super aus, geschweige denn, dass es auf Anhieb geklappt hätte. Und dabei bin ich noch nicht mal bei der Verzierung. Sie sind einfach nur doof. Nicht alle. Aber die meisten. Und bei diesen, den etwas schöneren Plätzchen, habe ich alle Hände voll zu tun, das Kind davon abzuhalten, sich die in den Rachen zu schieben. Die hässlichen will es nämlich nicht haben. Ist ja auch nicht doof, das Kind.

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Bei den Zimsternen weiß ich jetzt, dass ich Folie drübermachen muss, wenn ich sie backe. Sie werden braun. Leider war mir das vorher nicht klar. Und noch mal Zimtsterne backen… och. Muss das sein? Also sitze ich hier mit monströsen, leicht braun gebrannten Zimtsternen, weil ich nicht daran gedacht hatte, vor dem Backen eine kleinere Sternform zu besorgen. Machte letztens Endes auch nichts, denn sie sind ja eh unfotogen. Die anderen Plätzchen sind auch nicht schöner. Die einen sind nicht aufgegangen, bei den anderen ist der Puderzucker zu dunkel geworden, die dritten sind leicht dunkelbraun – noch nicht verbrannt, aber so kurz davor, dass die für die Fotos nichts taugen. Viele sind auseinandergeflossen, ein paar sind ausgelaufen und ich bin frustriert. So viele Kekse für die Katz.Warum ich das jetzt machen wollte, so lange vor Weihnachten? Nun, ganz einfach: Der Mann hat nächste Woche Geburtstag und kann den ganzen Kladderadatsch mit zur Arbeit nehmen. Die Kollegen wird es freuen. Sonst wären es ein wenig zu viele. Schmecken tun sie nämlich alle ganz wunderbar.

Die ganze letzte Woche war überhaupt grenzwertig und stand unter dem Zeichen des Frusts. Die Kotzeritis hat hier Einzug gehalten und den Mann und das Kind getroffen. Die Erkältung hat mich getroffen, mein Kopf tut weh, jemand hat meine Fotos (und mich) beleidigt, meine Emails werden nie beantwortet und ich glaube, ich lege mich jetzt einfach wieder hin und ziehe mir die Decke über den Kopf. Der November ist einfach nicht mein Monat.

Ansonsten wird das Motto ab morgen wieder lauten:
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Es muss doch möglich sein, der Agentur wenigstens einen Satz der Fotos andrehen zu können.

Kategorie Allgemein

Ich bin ausgebildete Verlagskauffrau, promovierte Kunsthistorikerin und inzwischen als Food- und Landschaftsfotografin bei mehreren internationalen Agenturen tätig. Ich habe mich der Fotografie gewidmet, weil kreatives Arbeiten unglaublich wichtig für mich ist und ich keinen Job ertragen könnte, bei dem ich von acht bis fünf am Schreibtisch sitze.

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