Trendgetränk Nr. 2: Matcha

Matcha-41Smoothies gehören zu den Trendgetränken. Und irgendwie soll es wohl diese Woche ziemlich trendgetränkelastig weitergehen, denn heute gab es eine kleine Matcha-Produktion. Das war keine Absicht, es hat sich einfach so ergeben. Letzte Woche in Düsseldorf habe ich die Gelegenheit genutzt und meinen ziemlich gut sortierten Lieblingsjapaner besucht. Ja, es gibt auch den Online-Laden, das weiß ich. Aber es ist was anderes, den Laden in echt zu besuchen und ein wenig zu stöbern. Ich muss auch zugeben, dass es eine der wenigen Gelegenheiten war, bei denen ich mir gewünscht hatte, kindfrei unterwegs zu sein, denn eine Sache ist mit dem Sohn vollkommen unmöglich: Einkaufen. Immer wieder schön peinlich das Ganze.

Deshalb bin ich nur kurz durchgehuscht, habe die blauglasierten Teller gesucht, die ich vor Jahren dort mal gesehen habe, habe die natürlich nicht gefunden, dafür anderes Geschirr mitgenommen und Matcha eingepackt. Für Fotozwecke versteht sich. Alles für Fotozwecke. Matchatee ist bekanntlich unanständig teuer, gibt es in Hunderten verschiedener Sorten und Qualitäten, die sich je nach Region geschmacklich und preislich unterscheiden. Ich bin kein Experte, ich stand nur vollkommen erschlagen vor dem Grünteeregal und habe an mein armes Portemonnaie gedacht sowie daran, dass ich den ganzen Kram ja auch irgendwie wieder zurück nach Hause schaffen muss. Mit der Bahn. Ich konnte also nicht alles mitnehmen, sondern habe mich auf ein Tütchen beschränkt um zu testen, ob mir das geschmacklich überhaupt zusagt.

Da ich nicht wirklich Trends folge, war ich fest entschlossen, den Tee nicht zu mögen. Die Matcha-Erfahrung vom letzten Jahr hatte mich schon nicht wirklich überzeugt, nur handelte es sich im letzten Jahr um irgendeine chinesische Variante, von denen, wie ich hinterher erfahren habe, generell abgeraten wird. Und den Rat gebe ich weiter: Entweder das teure Original oder gar nicht. Die billige Chinakopie schmeckt einfach nicht. Riecht scheußlich, sieht noch scheußlicher aus und schmeckt genauso wie es riecht und aussieht. Richtig aufschlagen lässt er sich auch nicht, daher ist das Zeug nicht mal für Fotozwecke zu gebrauchen.

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Anders der japanische Tee. Er schmeckt mir, trotz aller meiner Vorsätze und ich muss mich daher leider doch als Trendopfer bezeichnen. Er ist ein bisschen bitter, da ich natürlich nicht zum teuren Tee gegriffen hatte – wäre zu schade gewesen, wenn es nicht geschmeckt hätte und ich es komplett hätte wegwerfen müssen. Ich habe den wahrscheinlich auch zu stark aufgeschüttet. Aber lecker. Und gesund: Ich merke jetzt schon, wie dieser mit Antioxidantien vollgepackte Tee meinen freien Radikalen den Garaus macht… 😉

Fotogen ist der Tee auch, obwohl ich noch nicht so ganz zufrieden bin mit den Ergebnissen. Morgen Nächste Woche mache ich einen neuen Versuch (Ausrede, um mir noch einmal in aller Ruhe während der Arbeitszeit schön Tee aufgießen zu dürfen).

Der Tee ist gar nicht so schwer aufzubrühen. Zunächst einmal kommt ein vorsichtiger TL Tee in die Schale. 1-2g reichen völlig. Einfacher abzumessen wäre es mit einem typischen Bambuslöffel, doch an den hatte ich letzte Woche nicht gedacht.

Übrigens: Eine Tasse funktioniert hier nicht, es muss wirklich etwas Chawan-artiges (Chawan = Teeschale) sein, wer das nicht hat, kann eine Müslischale nehmen.

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Bevor der Tee aufgegossen wird, muss der Cha-sen (=Bambusbesen) ein paar Minuten in heißem Wasser eingeweicht werden, damit die Borsten nicht brechen.

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Das Wasser, das nicht zu hart sein sollte, sollte eine Temperatur zwischen 80-80 Grad haben. Kochen sollte es nicht. Man gießt den Tee mit ca. 100 ml auf. Anschließend rührt man ihn mit dem Chasen mit einer W-Bewegung schaumig, d.h. man rührt nicht, sondern schlägt den Besen eher auf und ab bis Schaum entsteht.

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Ja. Und dann trinkt man den. Mit Andacht und Genuss. 🙂

 

Kategorie Allgemein

Ich bin ausgebildete Verlagskauffrau, promovierte Kunsthistorikerin und inzwischen als Food- und Landschaftsfotografin bei mehreren internationalen Agenturen tätig. Ich habe mich der Fotografie gewidmet, weil kreatives Arbeiten unglaublich wichtig für mich ist und ich keinen Job ertragen könnte, bei dem ich von acht bis fünf am Schreibtisch sitze.

2 Kommentare

  1. Den Düsseldorfer Laden muss Du mir mal verraten. Falls ich mal wieder dort bin, würde ich da gerne mal stöbern.

    Ich habe gehört, der Tee hat eine Art Fisch-Aroma – stimmt das?

    Was mich an japanischem Teegeschirr immer wieder erstaunt: es scheint kein einheitliches Geschirr zu sein wie bei uns. Da ist wohl jede Tasse in Unikat.

    • Dae-Yang ist mitten auf der Immermannstraße, fast direkt an der großen Kreuzung. Der Tee schmeckt nicht nach Fisch, sondern nach grünem Tee. Es kommt darauf an, welche Qualität man nimmt, meiner war etwas bitter, aber die höherwertigen sollen eher aromatisch und leicht süßlich schmecken. Die Schale, die ich hier habe, ist in der tat ein Unikat, die ich bei einem britischen Töpfer gekauft habe 🙂 Aber die Japaner stehen tatsächlich auf Handgetöpfertes. Töpfer haben auch einen ganz anderen Status als bei uns: Dort gilt es als hohe Kunst, die sehr viel Ansehen als Künstler mit sich bringt. Die besten Töpfer haben eine mehr als 10jährige Ausbildung hinter sich. Es ist schon erstaunlich, was die mit Ton anstellen könne, zumal es sehr oft extrem einfach und fast schon primitiv aussieht. Bei näherem Hinsehen jedoch kann man sich in den Formen verlieren. Ich habe in Singapur mal in einem Museum Töpferwaren von einem echten Meister gesehen und habe diese Teile ewig lange angeschaut.

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