Tutorial: Dampfen mit Photoshop

Steaming tea in white tea cupAsche über mein Haupt – ihr glaubt mir bestimmt nicht, dass ich seit MONATEN! ein Tutorial für Photoshop-Dampf auf der Festplatte herumfliegen habe, oder? Typisch. Ich hole es eben kurzerhand jetzt nach. Ich finde ohnehin, dass es jetzt viel besser passt als im Mai, schließlich wird es langsam kühler und ungemütlicher, da kommt man schon eher in Versuchung, etwas Wärmendes zu fotografieren. Echter Dampf ist nicht ganz einfach festzuhalten, wenn man nicht viel Übung im Umgang mit Studiolicht hat. Man braucht Gegenlicht, dunkle Hintergründe, man muss schnell sein und im Grunde braucht man mindestens zwei Studiolampen oder besser -blitze und so weiter. Wer diese Ausstattung nicht hat und nicht am echten Dampf verzweifeln will (so wie ich, als ich beim letzten Mal für ein Tutorial Dampf fotografiert habe), kann zur… ähm…*hüstel… sagen wir mal: Kreativen Alternative greifen. Ich habe schon irgendwann einmal ein Tutorial zum Thema Kaffeedampf geschrieben, doch habe ich jetzt eine Methode gefunden, die marginal einfacher ist.

Tutorial: unbenannt (1 von 1)Fake it if you can’t make it

Ich weiß, dass in letzter Zeit hier im Blog viel gefälscht wird: Dabei mache ich das normalerweise in den Fotos gar nicht. Außer ich habe Lust drauf, denn Fälschen kann auch Spaß machen, speziell, wenn man es als kreative Herausforderung sieht: Überzeugendes Fälschen ist nämlich gar nicht so einfach. 🙂 Aber in diesem Falle ist es so, dass das Fotografieren von echtem Dampf unglaublich nervig sein kann, besonders, wenn man nicht die richtige Ausrüstung da hat. Ich habe vor einigen Monaten für das Tutorial Stunden gebraucht und die meisten Bilder sind nichts geworden. Daher dachte ich mir, dass ich neben dem echten Dampf auch künstlichen Dampf erzeuge und dabei gleich auch einen Weg zeige, wie das geht.

Man muss sich lediglich vorher klar machen, wie Dampf aussieht: Dampf ist weiß, etwas wolkenartig, sehr, sehr zart und bei genauem Hinsehen siehst du die einzelnen Wassertröpfchen, die nach oben steigen. Im Gegensatz dazu ist Rauch etwas kompakter.

Ich habe hier einen recht einfachen Weg gefunden, wie man Dampf im Bild per Photoshop darstellen kann.. Bitte hab Verständnis dafür, dass ich dieses Tutorial nicht für alle Programme machen kann, ich kenne mich lediglich mit Photoshop aus.

Also: Ausgangspunkt ist das Pinselwerkzeug. Wir öffnen das Foto und legen eine neue Ebene an. Nun wählen wir als Pinselfarbe “weiß” und wählen den ganz normalen, harten runden Pinsel an. Wir setzen die Sichtbarkeit auf ca. 20%.

Pinselspitze definieren

Nun malen wir in unterschiedlichen Pinselgrößen munter drauflos. Allerdings machen wir hier keine Linien, sondern malen jede Menge Punkte. Behalte hier im Auge, dass du ungefähr die Form und Größe einer realistischen Dampfwolke erzielen willst.

Schritt 1 Punkte malen

Anschließend wählst du den Radierer, setzt hier die gleichen Parameter ein und setze ebenfalls wieder Punkte. Wir wiederholen die beiden Schritte gleich noch mal.

schritt2 punkte wegradieren
Am Ende solltest du eine Wolke aus weißen Punkten haben, die ungefähr die Form deiner gewünschten Dampfwolke bilden.

Schritt puntek und linien fertig

Du kannst auch noch ein paar Linien einmalen. Sobald du mit dem Malen fertig bist, wählst du den Wischfinger an. Diesen habe ich auf eine Stärke zwischen 50-60% gesetzt und nicht zu klein gewählt – die Pinselgröße hängt hier von der Bildgröße ab, daher kann ich hier keine eindeutige Empfehlung geben.

Du erhälst dann ein abstraktes Muster, das teils aus Schwaden, teils aus Punkten besteht. Noch sieht es nicht allzu realistisch aus, daher müssen wir hier noch weiter eingreifen.

mit Wisdchfinger

Du kannst hier zusätzlich zum Wischfinger noch den Verflüssigen-Filter anwenden, der im Grunde ganz ähnlich arbeitet wie der Wischfinger. Ich fand es nur sehr schwierig, da der Damp weiß ist und in der Filtermaske kaum etwas zu erkennen war, so dass ich nur sehr wenig Kontrolle über die Form hatte.

Verflüssigen-Filter

Sobald die grobe Form festgelegt wurde, verwenden wir den Gaußschen Weichzeichner, um die harten Kanten und Linien weicher zu machen. Ich hatte den Weichzeichner auf ca. 22 eingestellt, aber das ist keine verbindliche Angabe. Probiere es einfach aus, was dir am besten zusagt.

weichzeichner

Am Ende reduzieren wir die Sichtbarkeit der Ebene auf 20-30% und korrigieren mittels einer Maske noch mal die Form.

Maske
Als i-Tüpfelchen fügen wir ein ganz leichtes Rauschen hinzu. Wenn wir nämlich echten Dampf genauer betrachten, sehen wir winzige Wassertröpfchen, die wir mittels des Rauschen-Filters nachahmen können. Ganz am Ende fügen wir noch eine ganz leichte Bewegungsunschärfe ein, da die Wassertröpfchen in echtem Dampf sich bewegen.

bewegungsunschärfe

Der Winkel wird hierbei auf 90 Grad eingestellt, die Stärke habe ich bei 9 festgelegt.

Im abschließenden Vergleich zwischen einem Bild mit echtem Dampf und dem Photoshopdampf finde ich das Ergebnis recht überzeugend. Oder nicht?

photoshopdampf vergleich
Viel Spaß beim Ausprobieren und ich würde mich freuen, deine Ergebnisse zu sehen 🙂

Weitere Methoden, Dampf im Bild zu erzeugen:

https://www.youtube.com/watch?v=ZDbJCsTGYoA

https://www.youtube.com/watch?v=3zeeFKdGxYQ

https://www.youtube.com/watch?v=A5xTFEgTchU

GIMP:

https://www.youtube.com/watch?v=Wh50kk8RBFk

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Kategorie Fotografie-Tutorials, Projekt Seelenwärmer, Tutorial

Ich bin ausgebildete Verlagskauffrau, promovierte Kunsthistorikerin und inzwischen als Food- und Landschaftsfotografin bei mehreren internationalen Agenturen tätig. Ich habe mich der Fotografie gewidmet, weil kreatives Arbeiten unglaublich wichtig für mich ist und ich keinen Job ertragen könnte, bei dem ich von acht bis fünf am Schreibtisch sitze.

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