Mandelmilch mit Zimt

unbenannt-2In den (zugegebenermaßen sehr langen) Sommerferien, über die ich in einem nächsten Posting berichten werde, sobald ich die Fotos gesichtet habe, haben sich meine Befürchtungen bezüglich einer Fructoseintoleranz bestätigt.Ich habe eine Woche lang entsprechende Atemtests gemacht – zum Glück waren die Schwiegereltern da und haben das Kind bespaßt, denn drei, vier Stunden tägliches Herumsitzen im Krankenhaus, weil ich pusten muss, hätte der nicht so einfach mitgemacht. Nun ja, Fructose und Lactose gehören seit Neuestem der Vergangenheit an. Alles halb so wild, denn richtig schwerwiegend ist das alles nicht …*hüstel*…sofern ich richtig aufpasse, natürlich nur, denn sonst kann es passieren, dass mir eine einfache Kartoffelsuppe ganz schönes Bauchkniepern verursacht…. Das einzige, was mir bei der ganzen Angelegenheit wirklich, wirklich schwer fällt ist, die Milch im Kaffee wegzulassen. Kaffee ohne alles ist nichts. Kaffee ohne Zucker – daran habe ich mich ja schon gewöhnt. Aber Kaffee ganz ohne Milch? Espresso lasse ich mir da noch gefallen aber alles andere? Neeee, bittedanke!

Also habe ich, statt zu verzweifeln oder weiter Magengrummeln zu haben, nach einer Lösung gesucht. Kokosmilch war das erste, was mir eingefallen ist: Aber den Kokosgeschmack in der Milch muss man mögen. Was ich auch nicht so lecker fand war die Ölschicht, die immer oben mitschwamm. Lactosefreie Milch? Ging wegen der Fructose nicht, das gibt meist Probleme. Sojamilch? Leute, ich will Milch im Kaffee haben, nicht mich vergiften…! 😉 Hafermilch geht aufgrund meiner Ernährungsumstellung nicht, außerdem schmeckt sie nicht. Was noch? Na klar, Mandelmilch. Ziemlich teuer, nicht überall zu kriegen und supereklig, wenn sie aus der Packung kommt. In Frankreich habe ich sie probiert und muss sagen: Das geht gar nicht, zumal sie quietschsüß ist – und das, wo ich mir den Zucker im Kaffee doch gerade abgewöhnt habe. Gesund ist es außerdem nicht: Zwar war die französische Mandelmilch mit Reiszucker gesüßt, aber da das reine Glucose ist, schießt mir mein Blutzuckerspiegel zu sehr in die Höhe. Die Lösung ist: einfach selbermachen.

unbenannt-16Und es ist einfach! Im Grunde nimmt man nur ein paar Mandeln, kippt heißes Wasser drüber, lässt das Ganze durch den Mixer laufen…. Aber nein, Halt! Stopp! Nein, so einfach ist es dann doch nicht. Die Mandeln werden nämlich erst einmal eingeweicht, da sich so die „Milch“ besser herausquetschen lässt; zusätzlich wird die enthaltene Phytinsäure neutralisiert. Einweichzeit ist am besten irgendwas zwischen 12-24 Stunden, dabei regelmäßig nach spätestens 12 Stunden das Wasser wechseln. Die schnellere Variante ist,die Mandeln in ein hohes Gefäß zu füllen, etwas (frisches) Wasser hinzuzugeben und mit dem Stabmixer alles kräftig zerkleinern. Das Wasser abschütten und einen zweiten Durchgang starten. Ich nehme inzwischen immer eine Menge von ca. 125g Mandeln auf ca. 600-750ml Wasser – damit komme ich drei, vier Tage aus. Man kann mehr Wasser nehmen, doch dann wird die „Milch“ zu dünn und man verwendet mehr im Kaffee. Macht keinen Sinn, oder?

Nun aber die Luxusvariante: Statt sie direkt durchzumahlen, röste ich die Mandeln nach der Einweichzeit in einer Pfanne trocken an. Anschließend kommen die Mandeln in einen Topf, ich gebe Wasser hinzu (ca. 600-700ml auf 125 g Mandeln) und lasse das alles gut 5 Minuten aufkochen und danach ein wenig abkühlen. Dann kommt der Zauberstab zum Einsatz, anschließend koche ich alles noch mal auf. Ob das nötig ist, weiß ich nicht, mache ich aber. Das Ganze lasse ich komplett abkühlen, anschließend seihe ich die Masse durch ein Tuch ab. Besonders gut schmeckt es, wenn man die Milch mit ein wenig Zimt und/oder Vanille würzt. Das Ergebnis ist deutlich cremiger und sahniger als die herkömmliche Methode und wesentlich besser als das Zeug aus dem Supermarkt. Die „Milch“ hält sich gut gekühlt drei bis vier Tage im Kühlschrank.

So schmeckt der Kaffee wieder 🙂

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Kategorie Allgemein, Rezepte

Ich bin ausgebildete Verlagskauffrau, promovierte Kunsthistorikerin und inzwischen als Food- und Landschaftsfotografin bei mehreren internationalen Agenturen tätig. Ich habe mich der Fotografie gewidmet, weil kreatives Arbeiten unglaublich wichtig für mich ist und ich keinen Job ertragen könnte, bei dem ich von acht bis fünf am Schreibtisch sitze.

3 Kommentare

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  2. Hallo Susan, da geht es mir wie dir, Lactose- und Fructoseintoleranz. Ich finde es ziemlich lästig auf alles zu achten, vor allem, wenn man unterwegs oder in Urlaub ist…
    Zu Hause kannst du doch einfach lactosefreie Milch in deinen Kaffee tun. Einen Geschmacksunterschied habe ich noch nicht bemerkt. Die gelbe Tasse kommt auf den Fotos besonders gut rüber!
    LG Nora

    • Ich bin noch ganz neu, ich muss sogar noch unbedingt einen Termin bei meiner Ärztin machen, denn offiziell ist es bislang noch gar nicht – aber die Reaktionen haben ja für sich gesprochen. Ich laufe im Moment durch den Supermarkt wie ein kopfloses Huhn und bin immer wieder überrascht, was alles nicht geht. Aber was tut man nicht alles für die Gesundheit… 🙂
      Ich habe mich bislang nicht an lactosefreie Milch rangetraut. Warum weiß ich gar nicht so recht, irgendwie misstraue ich ihr. Außerdem mag ich die Mandelmilch im Kaffee richtig gern. Und das übriggebliebene Mandelpulver wird getrocknet und zu Mehl vermahlen. In die Tasse habe ich mich spontan verliebt, ist mal was anderes als dieses ewige Weiß und trübdunkel, was ich sonst im Schrank habe.

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