Die „komischen Kekse“

Ich habe mich gestern an den ersten Keksen versucht. Sie sollten eigentlich zimtig-schokoladig schmecken. Kakao war drin, Stücke aus dunkler Schokolade, Zimt, klar. Weihnachten kommt bald, da will ich natürlich Fotos machen. Das Problem ist aber, dass das Kind absolut kein Maßhalten kennt, wenn es um Zucker geht. Kekse hier im Haus? Nicht lange. Daher sollten sie auch einigermaßen zuckerfrei sein. Zu viel Zucker und das Kind flippt komplett aus.

Wusstet ihr übrigens, dass Zucker süchtig macht? Es wird zwar von der Industrie (surprise, surprise) bestritten, aber es ist so. Die meisten Menschen leiden ein paar Tage lang unter einem Zuckerkater, bzw. genauer unter einem Kohlenhydratkater, sobald man ihnen den Zucker streicht. Obendrein kommt es zu Fantasien über Gebäck- und Kuchengelagen, zu einem  unterträglichen Schmacht auf Süßes in jedweder Form. Zucker macht genauso süchtig wie Kokain. Interessanter Gedanke. Ein bisschen Zucker bringt uns nicht um, doch die Massen (nicht Maßen! Und wieso kennt der Duden hier keinen Unterschied?) in denen wir den Zucker zu uns nehmen und in denen uns die Industrie den Zucker unterschmuggelt, sollten uns nachdenklich machen. Aber was soll das? Ich schweife ab und doziere über die Schädlichkeit von Zucker in einem Posting über Kekse? Vor Weihnachten?

Also, jedenfalls war das der Grund, wieso ich über zuckerreduzierte Kekse nachdachte. Außerdem wollte ich vermeiden, wieder in die Zuckerfalle zu tapsen, denn ihr ahnt es sicher: Es ist genau das, was ich seit Monaten mache. Zucker so weit wie nur möglich streichen. Kein Zucker im Kaffee, kein Kuchen, keine Süßigkeiten. Ganz klappt es natürlich nicht, sonst wäre ich ja nicht ich ;-)… Aber ich mache mir eben auch meine Gedanken über das Kind.

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Zuckerreduzierte Kekse sind aber, das kenne ich aus meiner Kindheit noch, etwas freudloses. Leider existiert ja dieser ewige Dualismus von „gesund“ vs. „lecker“. Etwas, das gesund ist, kann nicht lecker sein. Etwas, das lecker ist, kann nicht gesund sein. Etwas, das lecker und gesund ist, macht mir ein schlechtes Gewissen, weil es „kann nicht gesund sein“, da es lecker ist. Dummes Zeug ist das eigentlich. Ich experimentiere also mit (fast) industriezuckerbefreiten Keksen. Gestern kam die erste Ladung. Kind mochte sie nicht. Ich schon. Drei überreife Bananen waren alles, was ich zum Süßen brauchte. Und noch ein bisschen sehr dunkle Schokolade. Ich fand sie relativ gut, das Kind jedoch nicht. Keksig waren sie, das Aussehen und die Konsistenz fand er auch okay, aber das K.O.-Kriterium für ihn war: Nicht süß genug.

Nur schade, dass ich sie nicht zu Fotozwecken verwenden kann, denn sie sehen aus wie kleine schwarze Häufchen. Wer will so was schon auf Fotos sehen?

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Nun, ich werde mit diesem Ansatz noch ein wenig herumexperimentieren.

Eigentlich müsste ich jetzt jubeln und behaupten, sie seien trotz ihres Aussehens ein geradezu göttliches Geschmackserlebnis gewesen. Eine kulinarische Offenbarung, etc., eben was man so gerne an Übertreibungen schreibt in Blogs. Um euch zum Nachmachen zu verlocken. Aber das wäre gelogen. Sie waren ziemlich okay, aber verbesserungswürdig, woran wahrscheinlich allein das selbst hergestellte Kokosmehl schuld war, das mir nie sehr mehlfein gelingt, sondern immer noch ein bisschen krümelig und grob ist. Zartschmelzende Kekse sollten anders sein. Ohne Krümelchengefühl auf der Zunge. Aber vielleicht spornt es ja jemanden an, ein wenig mehr an diesen Keksen zu verbessern? Das wäre was 🙂

  • 3 sehr reife Bananen
  • 3 EL zimtiges Apfelmus
  • 3 Eier
  • 1 Tasse Mandelmehl (oder gemischt Mandel- & Kokosmehl)*
  • 70 g Butter
  • 1 TL Zimt
  • 1 TL Backpulver
  • 1⁄2 Tasse dunklen Kakao
  • 50 g dunkle Schokolade (90%), in kleine Stücke gebrochen

Ofen auf 180°C vorwärmen. Zutaten im Mixer gut zusammenmischen, so dass eine zähe Masse entsteht. Mit einem Löffel portionsweise auf einem mit Backpapier ausgelegten Blech verteilen und ca. 12-15 Minuten (je nach Größe) backen. Sie bleiben etwas weich und feucht, da sie kein Mehl enthalten.


*Mandelmehl ist nicht das gleiche wie gemahlene Mandeln. Mandelmehl ist entöltes Mehl, das nach der Ölpressung aus dem Presskuchen hergestellt wird. Ich mache es normalerweise immer selber. Ich mache aus gemahlenen Mandeln Mandelmilch. Danach trockne ich die Reste und mahle sie anschließend. Es wird nicht ganz so fein, weil mein Mahlwerk nicht sehr gut ist, aber es reicht. Kokosmehl mache ich genauso, aber hier benötigt ihr ein wirklich gutes Mahlwerk, sonst wird es, wie bei mir, krümelig.

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