Das perfekte Chai-Rezept

Ja, vielleicht übertreibe ich jetzt, wenn ich hier behaupte, ich hätte das perfekte Chai-Rezept gefunden. Wahrscheinlich gibt es noch hunderte anderer, die mir genauso gut vorkommen würden, wie das, das ich jetzt am Wochenende ausprobiert habe.Wahrscheinlich. Aber für mich ist es trotzdem die perfekte Mischung.

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Ich probiere mich schon seit Jahren an Chai. Ich habe die verschiedendsten Mischungen ausprobiert, ein paar waren lecker, ein paar waren weniger gut. Ich habe immer Schwierigkeiten, den Tee richtig zu dosieren. Außerdem gab es immer genau zwei Punkte, die mich  genervt haben: Einmal dauert es EWIG, einen guten Chai zu machen. Kochzeiten von gut einer Stunde sind nicht ungewöhnlich. Für „mal eben schnell so“, weil mir vielleicht kalt ist, ist das nix. Zum zweiten musste ich immer UNMENGEN machen, damit sich das überhaupt lohnt. Aber nach drei Tassen Chai kommt es auch mir hoch. Und meist ist der Topf dann nicht mal halb ausgetrunken. War ja irgendwie auch doof. Der Mann mag es gar nicht, nicht mal den Geruch kann er ab, da musste ich immer alleine durch.;-)

Chai-Konzentrat habe ich ausprobiert. Tja. Hm. Okay, abgestandener Tee ist jetzt nicht so sehr meins, aber gut… Chai-Sirup habe ich ebenfalls ausprobiert. Sehr süß, ging aber wenigstens schneller. Noch schneller ging alles bei der örtlichen Kaffeekette mit dem grünen Logo, aber das Zeug ist gänzlich inakzeptabel. Brrrr…. War irgendwie alles nicht das Wahre.

Aber jetzt, am Wochenende. Ich habe mir einfach eine Gewürzmischung zusammengestellt, einmal durch die Kaffeemühle (okay, vier Mal, bis es endlich klein war) laufen lassen und jetzt ein kleines Glas mit Chai-Gewürzpulver im Schrank. Endlich passt es. Die Mischung ist würzig, kräftig, ich kann es tassenweise zubereiten, ich habe keine Probleme mehr mit zu viel oder zu wenig Tee (1 Tasse = 1 TL, das kann sogar ich ohne Nachlesen) und ich habe immer was auf Vorrat da, ohne stundenlang die Brühe auf dem Herd simmern zu müssen: Die Menge wird den Winter über reichen, da bin ich überzeugt.

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Chai Masala unbenannt-7

  • 30g schwarzer Pfeffer
  • 20g Zimt
  • 12g grüner Kardamom
  • 1/4 TL Nelken
  • 1/4 TL Muskat
  • 2 Sternanis

Die Gewürze in der Kaffeemühle zu einem Pulver mahlen. Man kann natürlich auch fertig gemahlene Gewürze nehmen, aber die sind weniger aromatisch. Tipp: Im chinesischen Lebensmittelladen sind die Gewürze relativ günstig zu bekommen und haben – meiner Meinung nach – mehr Aroma als die, die sonst im Supermarkt zu haben sind.

Zubereitung (1 Tasse)

  • 1/2 Tasse Milch*
  • 1/2 Tasse Wasser
  • 1 nussgroßes Stück frischer Ingwer, in Scheiben geschnitten
  • 1 kräftigen schwarzen Tee (bitte, kein teurer Assam oder Darjeeling, eher eine Ostfriesenmischung oder die Tees, die man beim Türken bekommt)
  • 1/8 – 1/4 TL Chai Masala
  • Nach Bedarf: ca. 1 TL Zucker oder irgendein anderes Süßungsmittel

Alles in einen kleinen Topf reinwerfen, aufkochen lassen. Platte abdrehen. Ein zweites Mal aufkochen. Danach noch 3-5 Minuten ziehen lassen, durch ein Sieb gießen und genießen.

Anmerkung: Die Mischung ist ziemlich pfeffrig, was für unsere westliche Gaumen eher ungewohnt ist. Wer es nicht ganz so scharf mag, lässt den Ingwer weg oder nimmt weniger Pfeffer.

Tipp: Wer an Zucker sparen will, kann hier mit Stevia süßen. Ich finde das Zeug sonst eher grenzwertig, aber der lakritzige Geschmack passt ziemlich gut zu der Gewürzmischung.


*Veganer ersetzen hier einfach durch die gleiche Menge Mandel- oder Kokosmilch

 

Kategorie Foodfotografie, Rezepte

Ich bin ausgebildete Verlagskauffrau, promovierte Kunsthistorikerin und inzwischen als Food- und Landschaftsfotografin bei mehreren internationalen Agenturen tätig. Ich habe mich der Fotografie gewidmet, weil kreatives Arbeiten unglaublich wichtig für mich ist und ich keinen Job ertragen könnte, bei dem ich von acht bis fünf am Schreibtisch sitze.

8 Kommentare

  1. Pingback: Golden Milk – Augen | Blicke Fotografie

  2. carola schmidt

    Hallo,
    vielen Dank für das wunderbare Rezept! Lange war ich auf der Suche nach der perfekten Gewürzrezeptur für Chai und nun bin ich auf ihre gestoßen. Er schmeckt wirklich wie ich ihn aus Indien her kenne. Statt Kuhmilch nehme ich Reismilch, statt Schwarztee Grüntee, den ich besser vertrage, aber er schmeckt mir genauso gut.
    Liebe Grüße
    Carola

    • Das freut mich, es ist aber auch schwierig, ein vernünftiges Rezept zu finden! Reismilch und Grüntee muss ich unbedingt mal probieren, da ich von schwarzem Tee Sodbrennen kriege und Milch sollte ich auch nicht zu viel trinken. Mit Mandelmilch und Kokosmilch habe ich es schon probiert und fand es grauslig. 😉

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  4. Liebe Susan,
    mMmmh, dieser Chai Masala sieht sooo lecker aus! Ich hab mir bisher auch immer welchen gekocht und ja es dauert meist zu lange…beim Tee muss ich immer teein-freien nehmen, aber ansonsten halte ich mich an ein ganz ähnliches Rezept.
    Liebe Grüße
    Nora

    • Ich darf eigentlich auch nicht so viel Tee trinken, ich bekomme superschnell Sodbrennen davon, warum auch immer; Kaffee ist vollkommen problemlos. Ich kann mir vorstellen, dass es auch gut mit Rotbuschtee schmeckt. Oder mit Kakao? Obwohl da wieder das Milchproblem besteht und Ersatzmilch mit Kakao nicht so dolle ist… hmmm 😉

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