Schnee! Winter! Almzauber!

Faschingsferien sind was Feines. Hier in Baden-Württemberg sind die Landesväter so schlau und ziehen alle beweglichen Ferientage zusammen zu einer Woche Faschingsferien. Und die sind, wie Mann und Kind meinen, zum Skifahren da. Ich war und bin skeptisch. Es gibt Schöneres als im Schnee herumzutollen. Das Kind ist anderer Meinung. Die Schwiegereltern auch. Der Mann sowieso. Ich bin hier, was das angeht, der Familienaußenseiter. Schön war es natürlich trotzdem.

Ich denke, ich mache es kurz: Hinfahrt, die Schwiegereltern, die wir fast vier Monate nicht mehr gesehen haben begrüßen, Gepäck ausladen, Skier im Verleih abholen, Skikurs klarmachen und danach das tolle Wetter und die blaue Stunde mit einem Gläschen Prosecco zur Begrüßung genießen. Ich habe, statt mich auf Bretter zu stellen, lieber Spaziergänge gemacht. Zumindest die ersten vier Tage, danach wurde mir die ganze Sache zu rutschig, da keine Wanderschuhe. Die Sonne schien fröhlich vor sich hin, der Himmel war blau, der Schnee strahlte. Also ehrlich: Was will man mehr, auch wenn mich die Familie ständig vorwurfsvoll angeschaut hat, da ich an den gemeinsamen Aktivitäten nicht wirklich oft teilgenommen habe? (Also, lieber vorwurfsvolle Blicke ertragen als ein Gipsbein, findet ihr nicht auch? In meinem Alter…)

Das Kind tummelte sich stundenlag auf der Piste, manchmal zu lang: dann wurde Sohnemann schnell unleidlich, da supermüde. Wäre wohl jeder, der sechs, sieben Stunden lang nonstop Abfahrt übt. Am Ende der Woche zeigte sich auch der Erfolg: Das Kind sauste nicht mehr im wackligen Schneepflug als zittriges „X“ durch die Kurven, sondern wedelte lässig die schwarze Piste runter, wie man auf den beiden Vergleichsfotos sieht:

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Ich habe mich dieses Jahr wieder um den Skikurs herumgedrückt, da ich es geschafft habe, keine Jacke zu haben. Ausreden, Ausreden, ich weiß. Nächstes Jahr bin ich aber dran, da lässt Männe mir nichts mehr durchgehen.

Ach so, ich bitte, die dicken, fetten Wasserzeichen zu entschuldigen, die sind hier in den Bildern zu penetrant. Aber ich lasse sie automatisch einfügen und passe sie nicht jedesmal an. Sprich: Mich störts, aber ändern will ich es jetzt auch nicht mehr.

Kategorie Alltagsgeplauder, Landschaft & Reise

Ich bin ausgebildete Verlagskauffrau, promovierte Kunsthistorikerin und inzwischen als Food- und Landschaftsfotografin bei mehreren internationalen Agenturen tätig. Ich habe mich der Fotografie gewidmet, weil kreatives Arbeiten unglaublich wichtig für mich ist und ich keinen Job ertragen könnte, bei dem ich von acht bis fünf am Schreibtisch sitze.

3 Kommentare

  1. Hallo Susan,
    was für wundervolle Fotos (trotz Wasserzeichen) und die konntest Du ja nur machen, weil Du eben nicht Ski gefahren bist, gell.
    Es sollte bei solchen „Ferien“ jeder seinen Spaß haben und die Idee mit dem Langlauf finde ich sehr gut. Das ist ein echter Kompromiss.
    Liebe Grüße
    moni

  2. Liebe Susan, kann ich voll und ganz nachvollziehen dein Sträuben gegen den Skispaß. Man muss es mit der Muttermilch eingesogen haben, sonst ist es mehr Zwang als Spaß, so meine Meinung. Ich mache auf jeden Fall keinen Skikurs mehr in diesem Leben und komme auch ohne Bretterrutschen zurecht. 😉 Aber Schneefotos in einer so schönen Umgebung sind was feines. Toll geworden, die „Blauen Stunden“.

    Liebe Grüße
    Nora

    • Danke, es war auch einfach schön und erholsam. Ich habe so sehr abgeschaltet, dass mich der Alltag am Montag ganz brutal wieder eingeholt hat – ich wäre am liebsten wieder gefahren. Im Grunde ist es aber nicht der Skispaß an sich, den ich nicht mitmachen möchte, sondern eher die Tatsache, dass meine Knie bei so was einfach nicht mitmachen, zumindest nicht ohne Bandage. Ich habe einfach Angst, dass die Kniescheiben rausfliegen und ich wieder wochenlang Probleme habe. Langlauf allerdings habe ich für nächstes Mal schon fest zugesagt.

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