Die Osterferien sind vorbei

Ferien vorbei. Mit Grausen hat das Kind gestern diese Worte vernommen. Musste es doch früher ins Bett als sonst. Er ist übrigens ein Meister darin, Verspätungen zu verursachen. Selbst die Freunde seufzen ja schon, wenn Sohnemann mal wieder trödelt! Jedenfalls fällt ihm dann immer wieder was Neues ein. „Hunger“, „Durst“, „Toilette“ – das Übliche eben, was er aber genüsslich lange und ausführlich zelebriert. So lange, bis wir energisch werden, ihn ins Bett stecken und er ganz, ganz heimlich (er hausiert ja derzeit nicht umsonst oben im Bett und hat sich so verbarrikadiert, dass Eltern nichts sehen können) noch ein bisschen liest. Hauptsache, nicht schlafen. Morgens sieht die Sache dann schon wieder ganz anders aus. Gestern abend jedenfalls hat er seine Zubettgehzeit wieder derart weit nach hinten verschoben, dass er heute morgen wieder einmal ein Drama aus dem Aufstehen gemacht hat. Die beste Methode, damit umzugehen? Auf dem Absatz umdrehen, schulterzuckend sagen: „Na, dann kommst du halt zu spät zur Schule…!“, und einfach gehen. Leider gelingt mir das nicht immer mit der angebrachten Nonchalance, dazu bin ich einfach zu aufbrausend. Aber eigentlich wollte ich ja auch gar nicht über das tägliche Drama des Aufstehens schreiben, das so oder so ähnlich hunderttausendfach vorkommen mag. Eigentlich weiß ich jetzt auch nicht, was ich wollte. Mich zurückmelden. Oder so…

Anders als sonst haben wir diesmal keinen ausgedehnten Osterurlaub bei den Schwiegereltern gemacht. Hätten wir machen können, aber der Mann hatte sich so ungeschickt Urlaub genommen, dass es vorne und hinten nicht gepasst hat. Nicht seine Schuld, das lag am Auslandsaufenthalt in Afrika, den ausgefallenen Wochenendeen und den Tagen, die er sich freigenommen hatte. Schön erholsam, würde ich jetzt zu gerne behaupten. War es aber nicht. Kind ist in einer ausgesprochen bockigen Phase: Alles, aber auch alles wird in Frage gestellt, alles herausgefordert und streithammelig ist er ohnehin. Die Tage bei den Schwiegereltern waren allerdings schön. Wahrscheinlich, weil der Mann und ich abends immer früh die Flucht ergriffen haben, die Aufmerksamkeit des Kindes sich auf Oma konzentriert hat und wir alle oft rausgegangen sind, was das ganze Kind etwas entspannt hat. Hermannsdenkmal besteigen, Bäume klettern, Staudämme in Bächen bauen, das erste Mal im Kletterpark – alles, was hier nicht so mühelos möglich ist, da die Großeltern richtig ländlich wohnen und wir hier natürlich auch kein Hermannsdenkmal haben.

Wie jedes Jahr gab es das Osterfeuer, zum Glück auch diesmal ohne Regen. Wie jedes Mal gab es Geschrei und Tränen, als wir zurückmussten. Aber das Kind macht ja in ein paar Wochen über Pfingsten wieder Ferien bei den Großeltern. Also ist die Trennung dieses Mal nicht so herzzerreißend. Und nun wieder: Alltag satt.  🙂 Auch schön, oder?

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