Ferien-Bastelei: Ein Fauxdori für die Chaosqueen

Vielleicht erinnert sich der ein oder andere an ein früheres Blogposting hier, in welchem ich über meine innere Chaosqueen gejammert habe. Das hier meine ich. Im Grunde bin ich gleichzeitig chaotisch und eine kleine Perfektionistin (aber das nicht im Übermaß). Es gibt selbstverständlich auf der ganzen Welt Leute wie mich. Diese Leute plagt alle die gleiche Frage: Wie kriege ich mich so weit organisiert, dass der Alltag läuft? Für Organisationsprofis ist das eine Frage, die sie belächeln. Diese Leute kommen aber auch nie so ganz dahinter, wieso es eben nicht „einfach so“ geht, wieso es nicht ausreicht, sich „zusammenzureißen“. So geht es auch anderen. Daher sind Leute wie ich auch ganz versessen auf Listen. Puh. So, jetzt ist es raus. Ich bin ein totaler Listenmensch. Listen machen mich glücklich, da sie mir die Illusion geben, den Alltag im Griff zu haben. Keine Bücherlisten oder so, die finde ich uninteressant. Aber To-Do-Listen. Ich liebe sie! Nein, bitte, fragt nicht, wie man To-Do-Listen lieben kann. Wahrscheinlich, weil sie mir das Gefühl geben, wenigstens den Überblick über das zu behalten, was ich ja sowieso nur vor mir herschiebe. Ich vergesse also nicht einfach mehr nur, sondern weiß, was ich aufschiebe und kann mich dann immer noch, kurz bevor es brennt, darum kümmern.

Ich habe nämlich Anfang des Jahres ein neues Selbstmanagement-System eingeführt, das mir sehr entgegenkommt. Mit Kalendern und dieser ganzen Blätterei darin komme ich nicht klar, Termine, die in der Zukunft liegen und auf die ich mich vorbereiten muss, vergesse ich so ganz leicht. Statt dessen führe ich ein sogenanntes „Bullet Journal„. Im Prinzip handelt es sich um nichts anderes als eine tägliche To-Do-Liste, die ich in einem Büchlein drin habe. Zusätzlich schmeiße ich Notizen zwischen die Seiten, schreibe Einkaufslisten hinein, mache meine Tagesplanung, schreibe Ideen auf, usw. Es ist total chaotisch, aber so behalte ich die Übersicht – wichtig ist natürlich, dass ich zumindest im Inhaltsverzeichnis die Seiten aufschreibe, die nichts mit dem täglichen Einerlei zu tun haben, sondern quasi dazwischengeschoben sind. Zum Beispiel? Ich hatte vor einigen Monaten ein Treffen, bei dem es um eine Projektidee geht. Die Notizen, die ich mir während des Treffens gemacht habe, habe ich einfach meiner damaligen Tages-To-Do-Liste folgen lassen, anschließend mit den Tageslisten weiter gemacht, mir aber dann vorne im Inhaltsverzeichnis notiert, dass da irgendwo im Büchlein diese Notizen versteckt sind. Sehr praktisch. Ich bin ganz glücklich mit diesem System, vor allem, weil ich so diese elende zettelwirtschaft vermeide, nur mir fehlt die gewisse Übersichtlichkeit.

Ein weiteres Problem ist die Planung. Geht es um einzelne, fortlaufende Tage ist das System ideal. Kurze Stichpunkte über in naher Zukunft Liegendes schreibe ich auf ein Post-it. Aber was, wenn ich Termine habe? Immer zwei Bücher, Notizbuch und Kalender, mit mir herumschleppen? Nicht toll, oder? Meine Tasche ist schwer genug. Im Handy mag ich keine Termine notieren, ich schaue eh nie rein. Das zweite Problem war der Platz. Mein Büchlein platzt vor lauter eingeklebten Zetteln aus den Nähten. Das dritte, was mir nicht gefiel, war das Büchlein selber. Ein grau-weißer Schlangen-Präge-Print. Das kommt davon, wenn man solche Notizbüchlein mitnimmt, nur weil sie günstig waren – übrigens achte ich schon darauf, nicht die allerbilligsten zu nehmen, weil ich obendrein auf schönes Papier stehe. Aber was nützt das schönste Papier, wenn ich es wegen des hässlichen Deckels am liebsten in die Tonne hauen möchte?

Jetzt in den Ferien hatten wir Besuch, das Studio war zum Gästeraum umfunktioniert und dementsprechend blockiert. Ich habe mich bei Pinterest umgeschaut, ob ich nicht doch ein besser funktionierendes Ordnungssystem finde und – voilà – natürlich wurde ich fündig. Ich bin über die Midoris* gestolpert. Es handelt sich dabei um ein Notizbuchsystem, ähnlich wie das X17*, nur etwas verspielter, nicht ganz so businesslike.

Nun. Ja. Midori. Chick. Wirklich. Aber… fast 40 Euro für eine Lederflappe? Die auch noch um die halbe Welt geschippert wird? Mit sehr merkwürdigen Abmessungen? Nach einigem Hin- und Her-Überlegen habe ich mir gedacht, dass ich das auch selber machen kann. Immerhin, ist doch nur eine Lederflappe mit Gummis. Ich habe mir daher beim Online-Aufktionshaus flugs dickes Büffelleder bestellt und angefangen, nach dieser Anleitung hier:

Easy-peasy, wirklich! In Nullkommanix hatte ich mein „Fauxdori“ fertig. Und da ich nicht so recht wusste, was ich sonst aus dem Leder machen sollte, habe ich gleich mehrere gemacht. Die Chaosqueen lebt, auch wenn sie nicht genau weiß, was sie mit vier(!) Notizbüchern anfangen soll. Bzw. kann man das so auch nicht sagen, denn die Überlegung für jedes einzelne meiner Büchlein war durchaus vernünftig. Zuerst kam das erste, das mein Sohn für sich in Beschlag genommen hat. Dann kam die Idee, dass ich eine Reisepasshülle machen könnte. Mit Platz für Notizbücher, denn man weiß ja nie…der Mann wollte auch eines, er fand es chick.

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Aus einem kleinen Rest habe ich eine kleine Hülle für Visitenkarten geschnitzt… Ich hatte ein klein wenig Langeweile abends, so allein (Tante im Bett, Mann in Saudi, Kind im Bett).

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Dann wieder ein Großes, um das zu ersetzen, das mein Sohn geklaut hat. Und zu guter Letzt eines mit Midori-Originalmaßen, da mir das große in A5 zu schwer vorkam, um es in der Handtasche mit mir herumzuschleppen.

Nun, jetzt habe ich das grundlegende Problem gelöst: Ich habe jetzt ein kleines Kalenderheft, ein Heft für mein Bullet Journal, ein Heft für Projekte & Ideen (die Übersichtlichkeit, ihr wisst schon), sowie eine Hülle für mein Telefonbuch. Alles schön nett und sauber in einer einzigen Lederflappe untergebracht, gesichert mit Gummiband, an dem eine kleine blaue Eule baumelt. 🙂 

Das kleinere nutze ich für Privates wie z.B. Einkaufslisten, Wochenplanungslisten oder die Erinnerung, dass ich mal wieder den Garten machen müsste, und habe es in der Handtasche, das Größere bleibt zu Hause und ich nutze es für alles Organisatorische und die Urlaubsplanung.

Was das mit Food und Fotografie zu tun hat? Nuuuun, in gewissem Maße hat das tatsächlich was mit Fotografie zu tun, denn die Planung für die Shootings und die Ideen kommen auch da rein 🙂


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