California Roadtrip 2015 – Teil 2

So, jetzt geht es weiter.

2. Station: Highway 1 & Big Sur

Die nächste Station war Santa Barbara, ein wirklich hübsches Städtchen, in dem wir zwei, drei Stündchen herumgewandert sind. Die nächste Erkenntnis – jaja, der Urlaub war voller Erkenntnisse – war, dass wir nicht zu lange herumlaufen sollten, wenn wir noch einen Campingplatz haben wollten. Um 17 Uhr war es eigentlich schon fast zu spät. Wir hatten noch Glück, dass wir 30 Meilen weiter als eigentlich geplant und 3 Campingplätze weiter als geplant noch ein Plätzchen gefunden hatten. Ach ja, und noch etwas sorgte dafür, dass uns die Kinnlade herabfiel: Die Preise der Campingplätze… überhaupt hatten wir bei all unserer Planung nicht einkalkuliert, wie teuer Kalifornien ist! Ich glaube, der Moment, an dem wir am meisten mit den Zähnen geknirscht haben, war der, als wir für einen Platz auf einem Parkplatz, oh, Pardon, natürlich RV-Platz in der Nähe von San Francisco, ohne Strom und Wasser, dafür mit Ozeanblick $85 für die Nacht zahlen durften. Nun, aber ich greife vor.

Jedenfalls haben wir das Pflichtprogramm für Touristen absolviert: Über den Highway 1, durch das Big Sur bis rauf nach San Francisco. Die Landschaft war ein Traum! Hearst Castle war… *hüstel*… ungewöhnlich könnte man sagen. Seeelefanten! Kleine Eichhörnchen, die das Kind gefüttert hat. Wale in der Ferne! Delfine. Zebras! Wahnsinn!… Moment! Zebras? Ja, genau. Wir waren so verblüfft, dass wir beide vergessen hatten, die Kamera zu zücken. Später haben wir erfahren, dass die Zebraherde zum ehemaligen Zoo des Hearst Castle gehört hatte und man sie inzwischen zusammen mit den Rindern und Steinböcken in der Gegend herumlaufen lässt.

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Hand mit Erdnuss (O-Ton Eltern: „Nein, wir füttern die Viecher nicht. Nein, das sollte man nicht machen. Nein… ach, was solls, eine Nuss darfst du. Was machst du da, eine haben wir gesagt. Na gut, aber nicht mehr als eine Handvoll…“ Ihr seht, wir sind total konsequente Erziehungstypen…)

Ich bin ja ohnehin immer für Küstenlandschaften, Meer, raue Klippen zu begeistern. Stichwort: Sonnenuntergänge. Hatten wir aber hier leider nicht in spektakulärer Zahl, sondern leider eher Nieselregen und tiefhängende graue Wolken. Ab und zu kam die Sonne raus. Ich war etwas beleidigt, denn bei grauem Wetter sehen auch die schönsten Klippen uninteressant aus. Auf Fotos zumindest. Nicht in echt, das war wunderschön.

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Da: grau, trübe.

Weniger wunderschön war die Tatsache, dass ich trotz all meiner ach so tollen Organisation nicht realisiert hatte, dass wir die Campingplätze auf diesem Teilstück auch hätten buchen müssen. 17 Uhr ist zu spät – und das war das Lästigste an der ganzen Herumfahrerei. Aus Neuseeland waren wir es gewohnt, einfach einen Campingplatz anzufahren. Meist hat es gut geklappt. Nur: In Neuseeland waren wir nicht zur Hauptsaison unterwegs. Daher hieß es hier: Fahren, Campingplatz suchen, danach Sehenswürdigkeiten bestaunen. Hat ein bisschen gedauert, bis wir es kapiert haben. Und es hatte dazu geführt, dass wir an dem einen Tag stundenlang bis spät abends bis nach Watsonville fahren durften, das auf halbem Weg nach San Francisco liegt. Immerhin durften wir dort die nächste spannende Erfahrung machen: heruntergekommenes amerikanisches Motel. Das letzte Zimmer war – ausgerechnet! – ein Raucherzimmer. Wir waren so müde und genervt von der Fahrerei, dass wir das an dem Abend gar nicht realisiert hatten, erst am nächsten Morgen wurde uns bewußt, wie ekelhaft das ganze Zimmer stank, besonders die Kissen. Aber das war nicht die letzte spannende Erfahrung des Tages, sondern Folgende: Fast Food. Ja, es geht schlimmer als McDonalds & Burger King.

Wir haben am nächsten Morgen zugesehen, dass wir so schnell wie möglich wieder losgefahren sind: Es ging zurück ins Big Sur, wo wir die nächsten zwei, drei Tage geblieben sind und die Landschaft, den 17-Mile-Drive, Bixby Bridge, den Julia Pfeiffer Burns State Park sowie den schönen Campingplatz im Wald genossen haben. Lagerfeuerromantik und klassisches Marshmallow-Grillen inklusive. Keiner von uns mochte Marshmallows so richtig gerne, aber es gehört irgendwie dazu, wie wir fanden.

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Und nette Bekanntschaften durften wir auch machen: Das Kind war froh, dass es mal wieder Spielkameraden hatte, die er verstehen konnte, denn die Leute, die wir getroffen haben, waren Deutsche, die allerdings schon seit Jahren in den USA leben.

Viel zu schnell ging auch der Abschnitt vorbei. Aber das ist ja immer so, nicht wahr? Die nächste Station war San Francisco, auf die wir uns schon riesig gefreut hatten.

3 Kommentare

  1. highheels-and-wellingtons

    Hallo,
    habe gerade Ihren blog entdeckt. Wunderbare Bilder, die zum Reisen und davon Träumen inspierieren. Angesprochen hat mich auch Ihr „about“. Ich finde Querdenker gut! Sonst wäre manches langweiliger.
    Liebe Grüße
    Vera

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