Thunfisch liebt Gemüse

Im Moment probiere ich mich durch etliche, teils sehr merkwürdig klingende, Rezepte. Besonders die Kuche-, Brot- und Pfannkuchenrezepte sind manchmal ausgesprochen merkwürdig. So merkwürdig, dass Sohnemann inzwischen schon immer nachfragt, ob die „normal“ sind oder nicht. Nicht, weil Weizen und Roggen Gluten enthalten, sondern Fruktane. (Zur Erläuterung: Ein Fruktan ist ein Saccharose-Molekül, an das mehrere (ganz, ganz viele) Fructosemoleküle gebunden sind.) Fructane werden allgemein besser vertragen als die reine Fructose, nur eben nicht von mir. Das bedeutet: Kein Knoblauch. Löwenzahnblätter, Artischoken und Topinambur sind ein „Lassen-wir-das-lieber“, ebenso wie Weizen, Roggen, Gerste.

Im Allgemeinen komme ich ganz gut damit klar, nur dass da manchmal eben doch der Jeeper da ist. Daher auch die komischen Rezepte. So habe ich zum Beispiel einmal einen Brownieteig mit Süßkartoffeln statt mit Mehl angerührt. Prinzipiell konnte man das essen, aber… naja, war jetzt nicht so der Knaller, mal abgesehen davon, dass ich an dem Punkt festestellen konnte, dass Süßkartoffeln für mich ebenfalls keine besonders gute Idee sind. Mit meinem vorletzen Versuch, ein Kokosmehlbrot mit Tapioka, hätte man jemanden erschlagen können. Und danach gleich die Krümel vom Boden auffegen können. Ohne Gluten klebt es halt nicht so schön. Jedenfalls sind meine Kochversuche im Moment eher eine Art Pleiten-Pech- und Pannenshow und daher oft unbloggbar, obwohl ich mir mal überlegt habe, die ganzen Küchenkataströphchen zu dokumentieren.

Zum Glück geht es aber nicht immer daneben. Manchmal sind die Machwerke nicht nur essbar, sondern sogar richtig gut. Und die müssen natürlich aufgeschrieben werden. Mein bisher gelungenstes Brotrezept, das auch richtig, richtig lecker war, ist das Thunfisch-Gemüse-Brot. Nicht unbedingt das Richtige für Marmeladenfanatiker, aber fürs herzhafte Frühstück ideal geeignet 🙂

Ich habe mich an eine Mischung aus Reis-, Kartoffel- und Quinoamehl gewagt. Und was soll ich sagen? Gut geworden! Lecker fluffig, kein bisschen klitschig und der Geschmack kommt vom Thunfisch und dem Gemüse, das ich eingebacken habe. Das klingt erst mal komisch, aber war wirklich eine ausgesprochen leckere Mischung. Mit Reismehl werde ich definitiv öfter experimentieren. In das Brot kann man übrigens reinwerfen, was man mag. Es muss ja kein Thunfisch sein. Auch das Gemüse ist variabel: Wer keine Paprika verträgt, lässt sie einfach weg und ersetzt sie z.B. durch Zucchini. Auch Parmesan kann ich mir ausgesprochen gut in diesem Brot vorstellen.

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Brot:
100 g Reismehl (Reformhaus)
50 g Quinoamehl (bei der Menge einfach Quinoakörner in einer Kaffeemühle mahlen)
50 g Kartoffelmehl
9g  Backpulver
1 TL Kurkumapulver (Optional)
1 Ei
200 ml of Laktosefreie Milch (oder z.B. Mandelmilch)
3 El Olivenöl & 1 Schuß zum Sautieren

Füllung:
3 Peperoni, fein gewürfelt (oder 1 kleine rote Paprika, wer es nicht so scharf mag)
1 Karotte, geraspelt
Das Grün von 3-4 Frühlingszwiebeln, kleingeschnitten
1 Glas Thunfisch
Salz & Pfeffer
Petersilie nach Belieben

Den Backofen auf 180°C (Ober- und Unterhitze) vorheizen. Das Gemüse und den Thunfisch in dem Schuß Olivenöl ca. 5 Minuten sautieren. Währenddessen die verschiedenen Mehle und das Backpulver zusammenrühren. Die flüssigen Zutaten hinzugeben und gut miteinander verrühren. Am Schluß das Gemüse mit dem Thunfisch unterheben.
In eine kleine Kastenform geben und für ca. 40-50 Minuten backen.
Aus der Form nehmen und abkühlen lassen. Ganz frisch schmeckt es übrigens nicht so gut wie am Tag danach. Dann am besten toasten :-).

Da das Brot Glutenfrei ist, ist es verhältnismäßig krümelig, so dass man vorsichtig schneiden sollte, damit es nicht auseinanderfällt.

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Kategorie Foodfotografie, Rezepte

Ich bin ausgebildete Verlagskauffrau, promovierte Kunsthistorikerin und inzwischen als Food- und Landschaftsfotografin bei mehreren internationalen Agenturen tätig. Ich habe mich der Fotografie gewidmet, weil kreatives Arbeiten unglaublich wichtig für mich ist und ich keinen Job ertragen könnte, bei dem ich von acht bis fünf am Schreibtisch sitze.

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