Zeit für den Frühjahrsputz

Es ist Zeit, endlich auch mal meinem Nebenjob nachzugehen. Normalerweise vernachlässige ich den immer zugunsten meiner Fotografiererei, Am-Computer-Sitzerei, Facebookerei, Bildbearbeitungerei (gibt es das Wort überhaupt?) und dem allgemeinen Abgelenkt-werden. Es ist aber auch zu ätzend, dieses Hausfrauen-Dasein. Kein Mensch hat mich jemals gefragt, ob ich jemals Hausfrau sein möchte. Ob ich es geil finden würde, den Staubwedel zu schwingen, mich voller Freude mich an die Putzeimer zu werfen, meditativ die Fenster zu putzen und, während ich fröhliche Liedchen pfeife, das Klo zu putzen. Ja, sicher. Ich finde es Endgeil… NICHT!

Als Frau wird man da meist nicht gefragt. Als Frau ist man mit Klobürste in der Hand geboren. Und wer was anderes behauptet, der lügt. Arbeitsteilung muss eben sein, das sehe ich auch ein. Das Männchen ist den ganzen Tag auf Arbeit und schuftet, während ich zu Hause sitze und meinem Lieblingshobby nachgehe. Ist schon unfair, oder? Zum Ausgleich mache ich halt den Haushalt. Und wisst ihr was: Ich bin so richtig, richtig mies darin! Die schlechteste Hausfrau ever. Ich verabscheue es. Ach was, ich VERABSCHEUE es. Daher kann ich auch nie jemanden einladen, ohne mich vor Scham zu winden. Es liegt Zeug in der Ecke herum. Staub tänzelt durchs Haus, sammelt sich in dicken Wollmauskolonien unter Möbeln. Die Altkleider warten schon seit Monaten darauf gespendet zu werden, während Männe die Krise kriegt, weil wir keine zusammenpassenden Socken mehr finden. Die Fenster, sie waren mal durchsichtig. Und alles wird größer und größer, als würde der Staub und Krempel mit neonfarbenen Warnwesten und Fanfarenmusik herummarschieren und sagen: „Sieh mich an!“, wenn der Besuch da ist. Jaja, mein gehasster Nebenjob… der, wenn ich ihn anständig machen würde, ein Vollzeitjob wäre. Der Krempel macht mich übrigens wahnsinnig, ich würde am liebsten sagen, dass ich so nicht arbeiten kann. Kann ich zwar doch, aber wahnsinnig macht es mich trotzdem.

Gnadenlos ehrliche Abbildung meines Arbeitsplatzes.

Gnadenlos ehrliche Abbildung meines Arbeitsplatzes.

Mich kribbelt es schon lange, etwas an diesem Zustand, den ich jahrelang erfolgreich ignoriert habe, zu ändern. Es gibt genau drei Lösungen für dieses Problem.

a) Ich lasse es so und ärgere mich weiter.

b) Ich schaffe Stauraum, packe alles in hübsche Schränke und Kisten, die ich mich nie wieder traue zu öffnen und engagiere eine Putzfrau. Das haben wir übrigens in Angriff genommen, Männe baut eine Schrank in den Dachgeschossflur, während ich das schon lange fällige Sideboard für das Wohnzimmer bestellt habe.

c) Ich werfe alles weg, so dass ich nie wieder aufräumen muss und engagiere eine Putzfrau.

Ihr seht, ich tendiere zu Lösung b), ohne allerdings c) komplett aus den Augen zu verlieren. Da mich das alles so unendlich nervt und mir auch peinlich ist, habe ich diese Woche beschlossen, das Fotozimmer Fotozimmer Studio Studio sein zu lassen (und weitere Regale dafür zu besorgen) und das Haus Zimmer für Zimmer auf den Kopf zu stellen. Der Mann ist nicht da, kann also gegen das Ausmisten auch nicht protestieren. 😛

Jetzt ist mir beim Prokrastinieren Spaziergang mit den Hunden der Gedanke gekommen, dass auch der Blog zu den Dingen gehört, die mich nerven und für die ich keine echte Lösung finde. Auch hier ist ein Frühjahrsputz fällig, den ich schon seit Jahren (?) ankündige.

Lösungsvorschläge:

a) Ich lasse es so und ärgere mich weiter.

b) Ich schließe ihn und bedaure es.

c) Ich ändere alles.

Ich tendiere zu Punkt c): Ändern. Ich bringe endlich die Homepage auf Vordermann, schließe den Blog hier vorläufig (oder permanent, wir werden sehen) und überlege mir dann, ob ich überhaupt wieder einen aufmache mit dem Spezialthema Fructosearme Rezepte / FODMAP. Einen reinen Fotoblog würde ich dann in die Homepage integrieren. Mich schaudert es, weil es viel Arbeit ist: Ein tolles Theme habe ich mir schon ausgesucht, aber ich muss mich da schwer reinarbeiten. 😕

 

 

 

Kategorie Alltagsgeplauder

Ich bin ausgebildete Verlagskauffrau, promovierte Kunsthistorikerin und inzwischen als Food- und Landschaftsfotografin bei mehreren internationalen Agenturen tätig. Ich habe mich der Fotografie gewidmet, weil kreatives Arbeiten unglaublich wichtig für mich ist und ich keinen Job ertragen könnte, bei dem ich von acht bis fünf am Schreibtisch sitze.

7 Kommentare

  1. Oh, mein Arbeitsplatz sieht fast genauso aus! Einziger Unterschied, bei mir steht ein Plüsch-„Private“ (Pinguine aus Madagaskar) rum 😉

    Aber auch das mit all dem Krempel (Gemüsekisten mit LPs im Wohnzimmer, alte Wanduhren, Kameras etc, was alles noch aufs Verstaut oder Verkauft werden wartet) kommt mir sehr bekannt vor. Da wäre auch hier eher eine Verstau- als eine Putzhilfe sinnvoll. Ich drück dir auf jeden Fall die Daumen fürs erfolgreiche Verstauen! Und währenddessen üben wir uns hier auch weiter im Krempel loswerden und finden von Verstauideen. Ich glaub, eine Aktion, die für mehrere Frühjahre reicht… 🙂

    • Oh, ich bin eigentlich ganz zufrieden, da der Krempel zwar immer noch da ist, aber übersichtlich geworden ist 🙂 Das, was jetzt noch in Kisten steht, hat einfach noch keinen Stauraum, aber Ende der Woche kommt eine neue Kommode, dann wird das Bücherregal frei, dann kann ich die Bücher wegräumen und zu guter Letzt baut der Mann noch einen Schrank in unseren Flur, damit wir noch die letzten Motorrad- und Campingsachen verstauen können. Ich habe einen ganzen Wagen voller alter Papiere, Elektrokram, Klimbim und Klamotten weggebracht und kann jetzt erst mal aufatmen. Das hat mich im Laufe der Jahre total kirre gemacht, dieses Chaos hier. Ich fürchte, tief in mir drin steckt ein kleiner Ordnungsfreak, der nur nicht gerne aufräumt… 😛

  2. Ohweh, das kenne ich irgendwo her. Zur Zeit ist der Krempel zum Glück weitestgehend verstaut, aber ausmisten würde uns auch mal gut tun.
    Wenn Du hier fertig mit dem Ausmisten bist, hätte ich gern die neue Blogadresse, da ich Dir im Hinblick auf die Fotografie gern weiter folgen würde.

    • *LOL* Nein, keinesfalls kann ich das so lassen! Momentan stehen z.B. immer noch Umzugskartons im Wohnzimmer, weil ich einfach keine Ahnung habe, wohin mit unseren ganzen CDs, bzw. sind inzwischen Sachen von der Schwiegermutter bei uns gelandet, die wir auch noch verstauen müssen. Oder im Badezimmer: Da ist einfach kein Platz für ein Schränkchen o.ä.. Eine Putzhilfe wäre dann zwar schön, aber die müsste auch erst mal alles herumschieben, da kein Stauraum. Daher müssen wir erst das Stauraumproblem / Krempelproblem lösen, bevor wir jemanden holen, der mir die verhasste Hausarbeit abnimmt.

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