Knusper, Knusper, Joghurt

Ich bevorzuge ein herzhaftes Frühstück. Ich bin immer wieder verblüfft zu sehen, was andere Leute sich morgens antun: Waffeln, Pfannkuchen, süße Brotaufstriche, Cerealien… och ne, geht mir damit bloß weg. Ich bin da eher der Spiegelei-Typ und würde jedem Käse und jeder Leberwurst den Vorzug über Erdbeer-Konfitüre, Nutella & Co. geben. Aaaaaber…

Naja, habt ihr euch doch gedacht, dass es hier noch ein „Aaaaber…“ gibt, oder? Manchmal mache ich die Ausnahme. Seit ich kein Brot mehr esse, bzw. kein „normales“ Brot, ist meine Frühstücksauswahl morgens eher merkwürdig. So merkwürdig, dass es fast peinlich ist. Oder wem wäre es nicht peinlich, zuzugeben, dass man den Mittagessenrest vom Vortag als Frühstück auf seinem Teller hat? Dann kommt eben doch manchmal der Süßhunger auf. Außerdem: Wie wäre das Leben nur, wenn man sich immer streng an die Regeln hielte? Keine Regel ohne Ausnahme:  IMMER nur herzhaft ist auch doof.

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Jetzt ist das mit dem süßen Frühstück auch ein wenig vertrackt, da kein Getreide rein soll. Damit fliegen sämtliche Müslis und Frühstücksflocken schon mal raus, zumal die fertigen Mischungen eh viel zu süß sind. Was gibt es noch? Ja, wie oben aufgezählt: Pfannkuchen, Waffeln, Croissants… also, nein. Croissants esse ich gerne, aber die dürfen ja nicht mit Getreide sein, also fallen die auch weg. (Man macht es sich schon manchmal schwer, gell? Nur, dass ich zum Glück sagen kann, dass es keine Food-Extravaganz ist, mit der ich mir das Leben schwer machen will, sondern Notwendigkeit.)

Hier war ein bisschen Überlegen gefragt und tatsächlich bin ich, wieder mal auf amerikanischen Blogs, fündig geworden. Man kann ein Granola (oder Frühstücks-Knusper) auch ohne Haferflocken herstellen. Man kann es auch ohne Nüsse herstellen. Insgesamt ist mein Experiment ziemlich gut gelungen und hat einen wesentlichen Vorteil gegenüber den üblichen Granolas: Haferflocken saugen. Sie werden matschig. Mein Granola nicht. Es bleibt knusprig, auch wenn es stundenlang im Joghurt schwimmt.Außerdem kommt dieses hier komplett Industriezuckerfrei daher, den Süßegrad kann ich selber bestimmen. Ich süße gerne mit Ahornsirup, alternativ geht auch Reissirup.

Natürlich darf ich davon nicht zu viel essen, was aber nichts macht. Am Ende habe ich dann eben eher eine Joghurtschale mit Knusper statt Knusper mit Milch. Satt werde ich auf jeden Fall. Die Aprikosen hier im Bild musste ich übrigens hinterher rauspicken, die sehen nur hübsch aus. Ich mag sie aber nicht und vertrage sie auch nicht. Aber keine Sorge, die kommen nicht um: die kriegt das Kind in den Joghurt / das Eis/ die Lunchbox.

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Hier also mein Rezept:

Granola

Getreide- und Nussfreies Knuspermüsli

1 cup* Puffamaranth
1/2 cup Kürbiskerne
1/2 cup gehackte Mandeln**
1/2 cup Sonnenblumenkerne
1 cup Kokosflocken
1 cup Erdnüsse (geröstet, ungesalzen)***
2 EL Chia
5 EL Buchweizen
5 EL Ahornsirup (alternativ: Reissirup)
1/2 cup natives Kokosöl

Sämtliche trockenen Zutaten in eine Schüssel füllen und gut miteinander vermischen. Das Kokosöl schmelzen und mit dem Ahornsirup unter die Körnermischung geben. Noch mal gut durchmischen, auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech geben und glatt streichen. Im Backofen bei 140°C ca. 15-20 Minuten backen, bis es trocken und bröselig ist (aber nicht verbrannt! Mir ist das schon mehr als ein Mal passiert, dass ich den Ofen zu hoch gestellt habe und mir alles in Nullkommanix verbrannt ist. Mehr Geduld ist hier die bessere Wahl). Alles abkühlen lassen, danach auseinanderbrechen und in einem Vorratsglas luftdicht aufbewahren)

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* 1 cup ist bei mir eine normale 250 ml-Kaffeetasse. Ich habe mich von amerikanischen Rezepten inspirieren lassen und mir nicht die Mühe gemacht, eine Waage rauszuholen. So war es einfacher.
** Reingelegt: Mandeln sind keine Nüsse! Jaja, so ist das. Mandeln zählen, botanisch gesehen, zum Steinobst!
*** Auch Erdnüsse sind, trotz ihres Namens, keine Nüsse, sondern Hülsenfrüchte, wobei hier die Grenze zu der Gruppe der Nüsse fließend ist, wie ich gelernt habe.

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