Spoon Butter

Ich war ja einige Zeit wieder nicht hier. Entgegen meiner festen Absicht, den Blog nicht verhungern zu lassen, gelingt mir das nur selten. Es kommt zu viel dazwischen. Meist nehme ich mir einfach nicht die Zeit (Ich frage mich ja, wo die Zeit plötzlich immer hin ist. Morgens habe ich noch total viel davon und dann ist plötzlich wieder 15°° Uhr, das Kind kommt nach Hause und dann geht es rund. Dann ist Kinderbespaßung {immer seltener}, Mamataxi und Hausarbeit gefragt).

Wenigstens habee ich diesmal nicht nur eine Ausrede, sondern sogar einen Grund für meine Vernachlässigung. Da das hier aber kein privater Blog ist, möchte ich nicht unbedingt meine Gründe in die Welt hinausposaunen. Jetzt aber gehts mir wieder besser, bis auf die Tatsache, dass ich noch urlaubsreifer bin als vor den Ferien. Sonne, Wasser, vertrödelte Tage auf dem Campingplatz… Hach ja, war alles geplant, aber dann kam das blöde Leben dazwischen. Nun, wie auch immer. Ich denke, wir starten jetzt einfach mit einem Rezept. Nichts zum Essen, sondern etwas, mit dem ihr wahlweise eure Möbel oder eure Lippen schön machen könnt.

Als Foodfotografin habe ich ja einen Haufen Zeugs. Außerdem liebe ich Holzwerkzeug. Hölzerne Bretter, Kochlöffel… ich liebe es einfach, sie zu benutzen. Ich liebe auch die Gebrauchsspuren, die das tägliche Leben selbst auf den Fotoprops hinterlässt. Nur eines: Gebrauchsspuren sind vollkommen okay und gewünscht; ein wenig rustikal und antik darf es sein. Nur kaputt sollte es nicht sein. Ein liebevoll gebrauchtes Holzbrett ist eine hübsche Sache, nur nicht, wenn das Holz trocken, rissig und stumpf-grau ist. Für meine Holzlöffel und Messergriffe gilt das gleiche. Zumal ungepflegtes, trockenes Holz schneller reißt und dadurch schnell kaputt geht. Um lange Freude am Holzwerkzeug zu haben, sollte man es dann und wann pflegen. Manchmal schnappe ich mir einfach eine Flasche Sonnenblumenöl, verteile das großzügig und lasse es über Nacht einwirken. Manchmal aber gönne ich meinem Holz etwas Luxus in Form von „Spoon Butter“, wie der Amerikaner sagt. Die Spoon Butter zieht nicht so stark ein wie reines Öl, sondern hinterlässt eine seidig schimmernde Oberfläche, die das Holz vor Austrocknung schützt. Damit ich weiß, was auf mein Holzwerkzeug kommt, das immerhin mit Nahrungsmitteln in Berührung kommt, mache ich das zur Sicherheit selbst. Ich mag kein Paraffin und dergleichen im Essen haben. Das sind zwar nur minimale Mengen, aber trotzdem.

Die Spoon Butter ist ganz einfach gemacht und eignet sich nicht nur für Holzlöffel und Schneidebretter, sondern ich nutze sie auch für Möbel. Kleiner Hinweis: Die Möbelpflege, die man handelsüblich kaufen kann, macht zwar die Möbel hübsch, pflegt sie aber in der Regel nicht. Es sei denn, man besorgt sich reine Naturprodukte ohne Erdölanteil.

unbenannt-6

Spoon Butter (frei nach Heidi Swanson)

unbenannt-13

+ 100 ml Öl (Kokosöl, Mandelöl, Sonnenblumenöl oder eine Mischung. Reines Olivenöl ist nicht so geeignet, da es nicht sehr schnell einzieht)
+ 35 g Bienenwachs
+ 20-30 Tropfen hochwertiges Zitronenöl (wer mag)

Das Öl und das Bienenwachs (z.B. eine alte Wachskerze geht super oder auch die Bienenwabe, die man in einigen Honiggläsern finden kann. Die muss aber erst mal ein paar Tage gut abtropfen.) in ein altes, sauberes Marmeladenglas mit weiter Öffnung füllen. Das Glas in einen Topf mit Wasser stellen und das Wasser vorsichtig erhitzen, bis das Öl und das Bienenwachs geschmolzen sind. Immer wieder durchrühren und aufpassen, dass kein Wasser ins Glas gelangt. Abkühlen lassen und an einem kühlen, dunklen Ort aufbewahren.

Anwendung: Das Holz muss sauber und ganz trocken sein. Mit einem Tuch reibt ihr die Holzoberfläche ein, lasst es ein paar Stunden (oder besser über Nacht) einziehen und poliert am Ende die überschüssige Spoon Butter weg. Das Holz sollte sich nicht ölig anfühlen. Bei Bedarf Behandlung wiederholen.

Print Friendly
Kategorie Rezepte

Ich bin ausgebildete Verlagskauffrau, promovierte Kunsthistorikerin und inzwischen als Food- und Landschaftsfotografin bei mehreren internationalen Agenturen tätig. Ich habe mich der Fotografie gewidmet, weil kreatives Arbeiten unglaublich wichtig für mich ist und ich keinen Job ertragen könnte, bei dem ich von acht bis fünf am Schreibtisch sitze.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.