Golden Milk

Da ich ja von Fach wegen oft in irgendwelchen Food-Blogs unterwegs bin und so natürlich auch die mitunter höchst skurrilen Food-Trends mitbekomme, probiere ich ab und zu auch mal Sachen aus, bei denen meine Geschmacksnerven schon vorab schreien „Nein, tu es nicht!“ Familienintern berühmt ist mein Erdbeerrisotto, das der Mann zwar tapfer gegessen hat, aber bis heute der Maßstab bei uns ist, wie genießbar eine Mahlzeit ist. Ist es „Erdbeerrisotto“, dann ist es für die Tonne. Manche dieser Trends sind ja auch wirklich höchst fragwürdig, wie z.B. der Tipp, Avocadokerne in Smoothies gleich mit zu pürieren. Eigentlich sind Avokadokerne jedoch eher ungenießbar und auch nicht sonderlich gesund. Der Superfood-Trend ist ebenfalls etwas, bei dem sich der gesunde Menschenverstand ja doch manchmal fragt… und manche in dieser Gesundheits-Food-Szene würden einfach alles essen, sobald jemand erklärt, welche tollen Nährstoffe das Lebensmittel/Getränk xyz hat.

Das lässt euch sicher jetzt befürchten, dass ich mal wieder irgendetwas fürchterlich gesundes und fürchterlich Ungenießbares ausprobiert habe. Einfach nur, weil das Rezept so seltsam klang. Oder weil es gerade total hip ist und ich finde, dass dieses Motiv fotografiert werden muss, weil die Welt geradezu darauf gewartet hat. Oder so. In der Tat: Ich habe mich, zum zweiten Mal im Leben, an Kurkuma-Tee – oder wie es im englischsprachigen Raum heißt:Golden Milk, bzw. Golden Tea – probiert. Beim ersten Mal habe ich das Rezept auf Heidi Swansons Seite ausprobiert. Die Fotos sind ganz nett geworden. Trinken hingegen konnte man das Gebräu nicht. Es war sogar derart widerlich, dass ich fast gek*t hätte. Das Gebräu war eher was für den Ausguß.

Turmeric Tea, die erste, von 2014

Man sollte meinen, ich hätte aus der Erfahrung gelernt und hätte jetzt die Finger davon gelassen, aber nein! Nein, ich musste das einfach noch mal probieren, und das nur, weil ich ein Foto davon gesehen habe, das so ansprechend aussah, dass ich dachte: „Was derart lecker aussieht, kann gar nicht schlecht schmecken!“ (Doch, kann es. Ich falle regelmäßig auf tolle Fotos und enthusiastische Beschreibungen rein. Ich lerne nur nicht.). Gedacht, getan, nur habe ich diesmal ein anderes Rezept benutzt. Kokosmilch mit Kurkuma gemischt, auf den Herd gestellt und noch jede Menge andere Gewürze hinzugefügt.

Beim Geschmackstest kam dann die Überraschung. Erwartet hatte ich die gleiche ungenießbare Plörre wie vor ein paar Jahren. Doch das war es gar nicht. Im Gegenteil. Meine Golden Milk war nicht nur genießbar, sondern ein Genuß! Insgesamt hat der Geschmack mich an Chai erinnert, nur mit einer betont kokosnussigen Note, nun, war ja auch Kokosmilch drin. Süß, würzig, scharf, bitter, alles drin. Der ideale Schlaftrunk, da ja kein Koffein drin ist, wie beim Chai. Ach ja, gesund, gesund ist es auch noch. Irgendwie. Die Food-Szene glaubt jedenfalls dran… 😉

Golden Tea (für 2)

1/2 l frisch gemachte Kokosmilch, bzw. 2 Dosen
1/2 TL Kurkuma
2 Stangen Zimt
1-2 Sternanis
5-10 Nelken
1 Stange Süßholz (optional)
1/2 TL schwarze Pfefferkörner
5 grüne Kardamomkapseln
Honig /Ahornsirup / irgendein Süßungsmittel nach Geschmack
eine Prise Chilipulver

Zubereitung: Alles in einen Topf füllen, einmal aufkochen, 10 Minuten ziehen lassen. Durch ein Sieb abseihen und heiß trinken. Wer keine Kokosmilch mag, kann einfach eine andere Milch ausprobieren, ich kann mir vorstellen, dass Mandelmilch hierzu ganz gut passt.

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2 Kommentare

    • Augenblicke-Fotografie

      Danke 🙂
      Ich kann es nur empfehlen, gerade in der Jahreszeit. Allerdings schmeckt es mir mit Kokosmilch zu sehr kokosnussig, wahrscheinlich werde ich beim nächsten Mal eine andere Milch ausprobieren oder die Kokosmilch mit was anderem mischen.

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