Mein Workflow mit Lightroom – Teil 1*

Jeder weiß, dass Foodfotos nicht fertig sind, sobald sie aus der Kamera kommen. Meist ist die Arbeit hinterher noch einmal genau so aufwändig wie vorher: Die Bilder müssen von der Kamera runtergeladen werden, in Ordner organisiert werden, so markiert werden, dass ich sie nicht nur jederzeit wiederfinden kann, sondern auch weiß, welche gelöscht gehören und welche zur Agentur XYZ oder Agentur ZYX hochgeladen werden – möglichst auch so, dass ich ein halbes Jahr später noch den Überblick habe, wo die Bilder gelandet sind, damit keine Bilder doppelt in verschiedene Agenturen geladen werden. Passiert zwar schon mal, ist aber peinlich und wird nicht gerne gesehen. Am Ende wird, je nach Agentur, verschlagwortet: Mal aufwändiger, mal weniger aufwändig. Nachdem die Bilder endlich organisiert sind, werden sie bearbeitet: erst grob, später werden sie feingeschliffen und eventuell noch in Photoshop nachbearbeitet und, wenn nötig, retuschiert.

Das klingt nach viel Arbeit und ist es manchmal auch, daher war es wichtig, dass ich, normalerweise die Chaos-Queen vor dem Herrn, wenigstens hier etwas Struktur in die Sache bringen konnte. Lang, lang hat es gedauert, bis ich endlich so etwas wie einen funktionierenden Workflow erarbeitet habe. Der wichtigste Punkt bei der Bildbearbeitung war meine Entdeckung, dass man in Lightroom** nicht nur Bilder bearbeiten kann, sondern dass dieses Programm als eierlegende Wollmilchsau auch als Organisationssoftware funktioniert. Bis dahin habe ich eher mit Photoshop an meinen Bildern herumgedoktort. Inzwischen nutze ich das Programm eher selten, z.B. wenn ich Krümel, Hundehaare und Flusen retuschieren muss oder mit Bildern herumspielen will, wie z.B. damals, als ich Dampf ins Bild gemogelt habe.

Damals, als ich angefangen habe, für Agenturen zu fotografieren, war Lightroom für mich die erste Wahl, zumal es auch nicht allzu viele Programme auf dem Markt gab, die sich für die RAW-Bearbeitung eigneten. Heute gibt es deutlich mehr und vor allem interessante Bildbearbeitungs-Alternativen – und wer weiß, vielleicht probiere ich mal die ein oder andere aus.

Aber zurück zum Thema. Wie sieht mein Workflow aus?

1. Importieren der Bilder

Natürlich, der erste Schritt ist, die Bilder von der Kamera in den Rechner zu bekommen. Der zweite, die Bilder mit der Software zu verknüpfen. Da ich es möglichst unkompliziert haben will, schließe ich die Kamera direkt ans kabel an und importiere ich die Bilder mit Windows direkt in meine Bildbibliothek, nach Datum sortiert. Ich importiere die Bilder übrigens nicht direkt von der Kamera ins Lightroom, das dauert mir zu lange.

Da ich festgestellt habe, dass nach Datum sortieren (von einigen Ausnahmen abgesehen) nicht die intelligenteste Methode der Bildverwaltung, ist, kommt hier an dieser Stelle Lightroom ins Spiel. Hier habe ich normalerweise die Import-Funktion Versch. (Verschieben) eingestellt und lege im Menüpunkt Ziel das Laufwerk und den Ordner fest: Ich habe eine Extra-Festplatte für meine Fotos installiert, einmal aus Platzgründen und zum zweiten, weil ich nur sehr ungern Daten mit dem Betriebssystem zusammen auf einem Laufwerk habe. Ich habe hier gewisse Erfahrungen gemacht. Die Bilder werden daher auf die Foto-Festplatte verschoben, meist in den Hauptordner, der das jeweilige Jahr bezeichnet, dort in den Unterordner Food und hier in den Unterunterordner der Wahl, je nach Thema der Fotosession.

Mit der Umbenennung der einzelnen Bilder gebe ich mich an dieser Stelle noch nicht ab, das mache ich erst später, zusammen mit der Verschlagwortung. Der Grund? Ganz einfach: Unterschiedliche Agenturen, unterschiedliche Anforderungen an die Verschlagwortung und manchmal auch ganz unterschiedliche Bilder, die ich thematisch in meinen Ordnern zusammenfasse. Als Voreinstellunge habe ich lediglich unter dem Punkt Dateiverwaltung Standard im Menüpunkt Vorschau rendern eingestellt und ein Häkchen unter Mögliche Duplikate nicht importieren gemacht. Ansonsten habe ich keine Vorgaben festgelegt.

Beim nächsten Mal erkläre ich, wie ich Bilder sichte, auswähle, sortiere.


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Kategorie Fotografie-Tutorials

Ich bin ausgebildete Verlagskauffrau, promovierte Kunsthistorikerin und inzwischen als Food- und Landschaftsfotografin bei mehreren internationalen Agenturen tätig. Ich habe mich der Fotografie gewidmet, weil kreatives Arbeiten unglaublich wichtig für mich ist und ich keinen Job ertragen könnte, bei dem ich von acht bis fünf am Schreibtisch sitze.

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