Khichu mit Chiliöl

Khichu – was zum Kuckuck ist Khichu? Bis heute morgen wusste ich es auch nicht, bis ich ein Posting bei Instagram gesehen habe. Khichu ist ein Gericht aus der Region Gujarati und wohl ein beliebter Streetfood-Snack. Ich würde ja jetzt gerne eine lustige Anekdote dazu erzählen oder ein ewig langes Geschwurbel darüber verfassen, wie dieses Gericht mein Leben verändert hat. Geht aber nicht, denn dazu gibt es nix zu sagen außer: Es klang interessant, ich wollte es nachkochen, fand es lecker. Fertig. Kein bewußtseinserweiternden Erkenntnisse, keine nie erlebten Geschmacksexplosionen, sondern einfach nur „Jo, kann man essen.“

Khichu wird aus Reismehl gemacht. Das Reismehl wird als Brandteig vorbereitet und anschließend gedünstet. Je nachdem, wie viel Wasser man hinzugibt, kann man diese kleinen Donutartigen Häppchen machen oder einen Brei, den man in einer Schale serviert. Schmeckt beides lecker (ist ja auch der gleiche Teig), doch trotzdem: Ich mache lieber Häppchen als Brei. Da kann ich alles Mögliche draufhäufen und in den Mund werfen. Der Brei macht das Draufhäufen und in-den-Mund-befördern schwieriger. Finde ich.

Als erstes müsst ihr vorbereiten: Zunächst das Chili-Öl. Und dann am besten lecker Mango-Chutney, denn das Khichu verträgt sich wunderbar damit. Ich habe es auch mit Tomatenchutney ausprobiert, aber das wollte partout nicht so gut schmecken.

So, zunächst zum Chili-Öl: Eine beliebige Menge scharfer roter Chilis in Häften schneiden und für ca. 2-3 Minuten in einer beliebigen Menge Öl heißmachen. Abkühlen lassen und am besten erst einmal über Nacht ziehen lassen. Es sollte schon pikant werden, aber da Schärfe ein extrem individuelles Geschmackserlebnis ist, will ich hier keine Anleitungen geben. Ich kann nämlich sehr scharf essen: Als ich letztens eine Penne Arrabiata zusammengerührt habe (Lieblingsessen des Kindes), fand der Mann es pikant, dem Kind sind die Tränchen runtergerollt (fand es aber sehr lecker und will seine persönliche Schärfetoleranz erhöhen) und ich habe noch Chilisauce drübergegeben, da nicht scharf genug.

Khichu

Zutaten

  • 2 Tassen Wasser (für die Donuts, für den Brei 2,5 Tassen Wasser)
  • 1 Tasse Reismehl (gibt es im Asialaden oder beim Türken. Das eher grobe Reismehl aus dem Reformhaus ist auch geeignet dafür)
  • 1/8 TL Backpulver
  • 1 TL Kreuzkümmel
  • 1 TL Sesam
  • Salz
  • 2 Chilischoten, fein geschnitten
  • Optional: 1 TL schwarze Senfsamen, vorher in Öl angeröstet und 1 EL Methiblätter (Bockshornklee-Blätter) – das ist nicht traditionell und so speziell, dass man da nicht unbedingt leicht rankommt. Wenn man nicht öfter indisch kocht, lohnt sich das mit den Methi-Blättern nicht.

Zubereitung

Wasser in einem großen Topf mit Dämpfeinsatz zum langsam Kochen bringen.

In der Zwischenzeit die 2 Tassen (oder 2,5) Wasser mit allen Gewürzen zum Kochen bringen und vorsichtig das Reismehl unterheben. Es gibt sehr leicht Klumpen. Um die zu vermeiden, könnte man versuchen, das Reismehl erst mit einem Teil Wasser zu mischen. Kräftig rühren und ca. 1 Minute auf dem Herd lassen. Runternehmen und abkühlen lassen, bis man es mit den Fingern anfassen kann.

Wenn ihr Brei haben wollt, streicht die Masse einfach auf den Dämpfer. Für Donuts rollt ihr mit nassen Fingern golfballgroße Bälle und drückt eine Einbuchtung hinein. Der Dämpfeinsatz muss geölt werden, dann die Donuts mit genügend Abstand auf dem Einsatz verteilen.

8 Minuten dämpfen lassen, dann herausnehmen. Den Brei in vorbereitete geölte Schälchen füllen und vor dem Servieren mit dem Chiliöl beträufeln. Die Donuts einfach nur so schön anrichten und mit Öl beträufeln.

Ich habe anschließend noch Mango-Chutney und Joghurt draufgehäuft.

 

Kategorie Allgemein, Rezepte

Ich bin ausgebildete Verlagskauffrau, promovierte Kunsthistorikerin und inzwischen als Food- und Landschaftsfotografin bei mehreren internationalen Agenturen tätig. Ich habe mich der Fotografie gewidmet, weil kreatives Arbeiten unglaublich wichtig für mich ist und ich keinen Job ertragen könnte, bei dem ich von acht bis fünf am Schreibtisch sitze.

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