Anders als die meisten Fotografen kann ich die Fotografie nicht Leidenschaft bezeichnen, der ich schon mein ganzes Leben anhänge. Ich bin nämlich eigentlich gelernte Verlagskauffrau, magistrierte Germanistin und Philosophin und promovierte Kunsthistorikerin, die mit der Fotografie nicht so furchtbar viel am Hut hatte, abgesehen vom gelegentlichen Knipsen. Sie sehen: Ein nicht geradlinig verlaufender Lebenslauf.

Die Kunsthistorikerin in mir träumte davon, Direktorin des Louvre werden, das Leben wollte es anders: Erst landete ich in den Emiraten, anschließend ging es für einige Jahre nach Australien, wo wir relativ schnell mit Nachwuchs gesegnet wurden, was die Jobsuche natürlich enorm erschwert hat. Ich arbeitete daher weiter an meiner Dissertation, kümmerte mich um den schlaflosen Nachwuchs und zerbrach mir das Hirn, was mir sonst noch Spaß machen könnte. Ich habe dann eine Kamera in die Hand bekommen und habe das gemacht, was wohl alle Eltern machen: Hundert Millionen absolut gleichartiger Bilder vom Nachwuchs.  

Richtig zur Leidenschaft wurde die Fotografie über den Umweg eines Blogprojekt, das mir die Augen geöffnet hat: Da gibt es noch viel, viel mehr zu fotografieren als nur den eigenen Nachwuchs! Als ich irgendwann einmal eine Paprika vor meiner Nase hatte, die ich ablichten wollte, wollte das dumme Ding nicht so, wie ich es wollte. Die Herausforderung hat meinen Kampfgeist geweckt: “Es muss doch möglich sein, eine Paprika so in Szene zu setzen, so dass sie auf dem fertigen Bild zum Anbeißen aussieht?” Und dabei ist es seitdem geblieben. Die Foodfotografie ist mein liebstes Hobby geworden, das ich anschließend zum Beruf gemacht habe. Jetzt bin ich freiberufliche Fotografin und beliefere verschiedene internationale Makrostockagenturen mit meinen Bildern.

Ich liebe es einfach, Essen schön in Szene zu setzen und zu fotografieren. Seit meiner kürzlich erfolgten (und erzwungenen) Ernährungsumstellung durch meine Fructose-Intoleranz habe ich auch mehr und mehr begonnen, mit eigenen Rezepten zu experimentieren. Außerdem spielen Landschaften und Reisen ebenfalls eine Rolle: Neue Landschaften, neue Städte, Menschen, Gerüche, Kulturen. Davon kann ich nie genug bekommen.

Ich freue mich über Kommentare, Anregungen und Feedback.