Der Waschmittel-Smoothie aus der Küche

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Was zum Kuckuck ist ein Waschmittel-Smoothie? Die Frage habe ich mir gestellt, als ich das Rezept bei Mix-dich-glücklich gesehen habe. Hm. Interessant. Hm. Aber…

Waschmittel-Experimente

…eigentlich war ich durch mit selbstgemachten Waschmitteln. Ja, sie funktionieren oft. Meist handelt es sich um eine Kernseifen-Natron-Mischung, die mich aber nie so recht überzeugen konnte, da es immer Konsistenzprobleme gab. Bei mir wurden die immer entweder zu fest, zu flüssig oder direkt unangenehm klumpig. Das macht das Dosieren schwer. Bedenken hatte ich auch wegen der verwendeten Mengen:30g Kernseife und vier EL Soda auf 2 Liter Wasser? Und dann zwei EL von der Mischung in die Wäsche? Oder doch 200ml? Oder dann doch 100 g Kernseife?

Natürlich gibt es viele Rezepte, die meisten funktionieren, aber bei keinem davon habe ich die Konsistenz richtig hinbekommen.

Vor- und Nachteile der seifenbasierten Waschmittel

Seife hat für die Wäsche auch Nachteile. Die Waschwirkung ist nicht so hoch wie bei synthetischen Tensiden, außerdem greifen die alkalischen Verbindungen auf Dauer die Maschine an. Nur: setzt man das in Relation zur Menge des benötigten Waschmittels, kann man das Risiko etwas vernachlässigen. Für normal verschmutze Wäsche braucht es wirklich wenig Waschmittel. Ganz ehrlich: Wer von uns hat überhaupt noch richtig schmutzige Wäsche? Bei uns ist es in der Tat so, dass Männe als Bürohengst kaum dreckige Wäsche hat. Der Sohn als Stubenhocker macht sich nicht so richtig schmutzig. Ich? Naja, manchmal schon, aber meist trage ich bei der Arbeit eh irgendwelche ollen Sachen, bei denen es nicht so schade ist, wenn da mal ein Fleck draufkommt. Lediglich die Hunde machen hier Dreck. Fazit: Im Grunde bräuchten wir wirklich nur wenig, wenn überhaupt, Waschmittel. Bleibt das Restrisiko der kaputten Maschine, bzw. der Dichtungen.

Aber hier muss man abwägen, denn: Was ist eigentlich alles in Waschpulver drin? Häufig sind da ganz schön aggressive Substanzen verarbeitet, die vielleicht optimal für die Maschine sind, aber weder für Haut noch Umwelt so richtig dolle sind. Bei vielen Waschpulvern kommen, neben den waschaktiven Substanzen, den Tensiden, die meist aus nicht nachwachsenden Rohstoffen (=Erdöl) hergestellt werden, noch Füllstoffe und Parfums, Silikone, Wasserenthärter, Enzyme, Bleichmittel, Fluoreszierende Stoffe, optische Aufheller, hinzu. Hm. Naja. Klingt irgendwie wenig überzeugend.

Dann mache ich es doch noch mal selber

Also, Fakt ist: Kernseife ist Seife. Fakt ist, dass Seifenreste in der Maschine hängen bleiben können, die im schlimmsten Falle schimmeln oder eine Bakterienbrutstätte sind. Dagegen hilft, wenn man die Maschine regelmäßig bei 90°C durchlaufen lässt. Ich mache das alle ein- bis zwei Monate. Fakt ist, dass Kernseife nicht so gut für die Maschine ist. Fakt ist auch, dass Waschmittel gut für die Maschine sind, aber für alles andere nicht.

Daher habe ich mich jetzt doch noch mal an selbstgemachtem Waschmittel versucht. Ich werde übrigens wieder meine Waschbälle, die ich früher verwendet habe, aus der Versenkung holen, denn bei leichten Verschmutzungen kann man sich das Waschmittel ganz sparen, speziell, wenn man die Wäsche in die Sonne hängen kann: Es gibt kaum etwas besseres für gut riechende Wäsche als Sonnenlicht, denn unter den UV-Strahlungen zersetzen sich die geruchsbildenden Bakterien, die von regulärem Waschmittel häufig nicht komplett entfernt werden.

Nicht das übliche DIY-Waschmittelrezept

Aber bis die Sonne wieder scheint und für die regelmäßige Säuberung der Hundeutensilien sowie die Entfernung des Schweißgeruchs aus der Wäsche habe ich mich an dem Waschmittelsmoothie versucht. Ich weiß nicht, ob die Konsistenz, die ich letzten Endes heraus bekommen habe, so sein soll, da ich das Rezept modifizieren musste. Ich habe keinen Thermomix, daher habe ich mich mit Stabmixer und Herd zufrieden geben müssen. Bei mir jedenfalls ist eher eine krümelige Waschmittelmousse heraus gekommen. Funktioniert aber auch. Was man hier vor der Anwendung definitiv wissen muss: Das Zeug bleibt im Waschmittelfach hängen und löst sich nur schwer auf. Daher gebe ich es direkt in die Maschine. Ich persönlich bin ganz zufrieden damit. Es riecht nach nichts, macht ganz ordentlich sauber und bekommt Gerüche aus der Wäsche raus, wie ich festgestellt habe, als ich an dem Hundemantel geschnuppert habe.

Also, Waschmittel-Mousse. Hier das Rezept:

Waschmittel-Smoothie/Waschmittel-Mousse

Portionen 20 Waschgänge (ca.)

Zutaten

Erster Schritt

  • 100 g Kernseife gerieben
  • 700 ml Wasser
  • 150 g Waschsoda

Zweiter Schritt

  • 150 g Natron

Anleitungen

  • Kernseife fein reiben - je feiner, desto schneller löst sie sich auf. In einen ausreichend großen Topf geben und ca. 200 ml des Wassers hinzufügen. Langsam erwärmen und dabei immer wieder umrühren, damit sich die Seifenflocken auch auflösen. Das hat bei mir ca. fünf Minuten gedauert. Eventuell mehr Wasser hinzugeben, wenn man das Gefühl hat, dass die Lösung übersättigt ist und sich nichts mehr auflösen will. Man kann selbstverständlich auch die komplette Wassermenge hinzufügen, aber ich finde, es ist leichter, wenn man erst einen Teil verwendet.
  • Sobald sich die Seifenflocken aufgelöst haben, Waschsoda hinzugeben, umrühren und 1-2 Stunden stehen lassen. Es bildet sich eine puddingartige Schicht.
  • Jetzt den Inhalt des Topfes (Puddingschicht und Wasserschicht darunter) in eine Rührschüssel geben, die 150 g Natron hinzufügen und gründlich mit dem Zauberstab bearbeiten, bis man eine fluffig aussehende Masse hat. Das dauert ein paar Minuten
  • In ein ausreichend großes Schraubglas füllen.
  • Zum Waschen ca. 1 EL abstechen und direkt vor dem Waschen in die Maschine geben.
Keyword: DIY-Rezept, Reinigung, Non-Food, Seife, Soda, Waschmittel,

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