Hexenküche: Hautcreme

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(Mit unbezahlter Werbung) Fürs Gesicht ist die Bodywhip eher – meh. Klar, sagt ja auch der Name. Es ist Körpersahne, nicht Gesichtsahne. Für geschmeidige Haut im Gesicht habe ich mir was anderes zurechtgemischt; ich habe mich tatsächlich an einer Hautcreme versucht.

Was genau ist eine Creme?

Eine Hautcreme ist “eine halbfeste streichfähige Zubereitung zum Auftragen auf die Haut und besteht aus einer wässrigen (hydrophilen) und einer öligen bzw. fetten (lipophilen) Komponente, von der die eine emulsionsartig in der anderen verteilt ist.” (Danke, Wikipedia!). Wie ich gelernt habe, reicht es nicht, einfach fettiges, öliges Zeug ins Gesicht zu kleistern, egal, wie trocken die Haut ist. Im Gegenteil.

Warum mache ich mir die Mühe, eine Creme anzurühren?

Die Haut benötigt Feuchtigkeit, sprich: Wasser. Naja, wenn das so im Internet steht, muss es ja stimmen. Oder nicht? Ist mir aber auch egal, denn, wie sich herausgestellt hat, ist die Creme schön reichhaltig und ich komme den ganzen Tag ohne Nachcremen aus. Besonders gut tut sie direkt nach dem Duschen, wenn die Poren durch die Wärme und Feuchtigkeit noch weit offen sind. Das einzige: Sie hinterlässt einen Fettfilm, der erst nach ein paar Minuten einzieht. Nicht ganz so schlimm wie die Bodywhip, aber es dauert einige Zeit, bis die reichhaltige Pflege verarbeitet ist. In Lockdown-Zeiten ist das egal, ich gehe eh kaum raus. In Nicht-Lockdown-Zeiten hingegen würde ich das eher als Nachtpflege nutzen oder – eine tolle Idee, die ich irgendwo gelesen habe – einen kleinen Teil der Creme mit etwas Gesichtspuder verarbeiten. So vermeidet ihr den Fettfilm und habt gleichzeitig eine getönte Tagespflege. Nein, ich habe das nicht ausprobiert, da ich keinen Gesichtspuder nutze (trockene Haut und so, ihr wisst schon). Und nein, ich weiß nicht mehr, wo ich das gelesen habe.

Von der Hautcreme habe zu viel hergestellt, blöd, denn: eine Creme ist durch den Wasseranteil nicht ganz so lange haltbar. Würde ich es noch mal machen, würde ich auch eine Konservierungssubstanz (z.B. Biokons oder ähnliches, hier würde ich noch mal recherchieren, bevor ich die Creme noch mal anrühre) hinzufügen, um das Risiko der unkontrollierten Bakterienbildung zu vermeiden. Alternativ lieber die Menge halbieren und in kleine, luftdicht verschlossene und vorher sterilisierte Gefäße einfüllen und im Kühlschrank aufbewahren.

Und ja, es sieht genau so aus wie der Bodywhip, nur etwas fluffiger in der Konsistenz.

So, hier das Rezept, das ich noch gar nicht allzu ausgiebig getestet habe, aber das schon ganz fein war. Man muss sich immer nur daran erinnern, dass es nichts ist, was in irgendeiner Chemiefabrik zusammengemischt wurde. Das Rezept habe ich von hier.

Selbstgemachte Hautcreme

Materials

  • 1 Tasse Öl Mandelöl, Olivenöl, Traubenkernöl, etc. ist gut geeignet
  • 1/4 Tasse Kakaobutter
  • 3 EL Bienenwachs die vegane Alternative: Beerenwachs
  • 2-3 Tropfen Vitamin E
  • 1/2 Tasse destilliertes Wasser
  • 12-15 Tropfen ätherische Öle für den Duft

Anleitungen

  • Im Wasserbad werden die Öle, die Kakaobutter und das Bienenwachs langsam geschmolzen. Es dauert eine kleine Weile, bis das Bienenwachs vollständig geschmolzen ist, hier ist daher etwas Geduld gefragt. Ab und zu mal umrühren.
  • Währenddessen 4 kleine Marmeladengläser sterilisieren: ich spüle die zum sterilisieren immer aus und stelle die anschließend 10 Minuten bei 100 Grad in den Backofen. In diesem Fall rechtzeitig aus dem Ofen nehmen und abkühlen lassen, damit die Creme nicht anschließend direkt wieder schmilzt.
  • Sobald die Mischung im Wasserbad geschmolzen ist, das vom Herd nehmen und ca. 10 Minuten abkühlen lassen. Das Originalrezept will die Mischung im Mixer haben, da ich aber die Befürchtung hatte, dass ich das nie wieder sauber kriege, habe ich ein Handrührgerät benutzt. Das geht ebenso gut.
  • Daher: Die Mischung in ein hohes Gefäß füllen, aus dem es möglichst nicht rausspritzen kann und das destillierte Wasser in einem dünnen Strahl, während das Handrührgerät läuft, in die Mischung fließen lassen. Sobald es eine dicke, puddingartige Konsistenz erreicht hat, fügt ihr die ätherischen Öle hinzu.
  • Noch kurz weiter aufschlagen, danach in die sterilisierten Marmeladengläser füllen, abkühlen lassen und fertig. Die Creme ist durch den Wasseranteil nicht ganz so haltbar wie die Körpersahne, daher sollte sie im Kühlschrank aufbewahrt werden. Ich teste gerade, ob die eingefroren werden kann. Wer sich nicht sicher ist, halbiert einfach die Menge.

Notizen

Noch zwei Worte zum Thema “ätherische Öle”: Auf der Packung steht normalerweise oft, dass die hautreizend sind. Das gilt für die unverdünnten Öle. Wir mischen die hier aber unter und daher ist die Konzentration der Öle deutlich geringer, als wenn wir das pur auf die Haut schmieren. Wenn ihr trotzdem Befürchtungen hinsichtlich der Verträglichkeit habt, lasst das einfach weg.

Als Nächstes: Duschbutter. Nö, ist ebenfalls nicht zum Essen.

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