Meine Hexenküche im Winter. Erster Teil: Körpersahne oder Bodywhip

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Der Winter. Es ist kalt und ungemütlich, Ich friere, kuschle mich in meine warme Jacke ein und verabscheue insgeheim die trockene Heizungsluft, die Kälte, die Nässe, die Dunkelheit. Alles. Ich hasse den Winter. Mit das Nervigste ist meine mega-trockene Haut, die ich bei Temperaturen unter 10 Grad immer bekomme. Es juckt, es spannt, die Haut wird knittrig, rot, schuppig, kurz: Ich mutiere zur Drachenfrau. Es nervt. Bei dem Sohn war es sogar mal so schlimm, dass er sich teilweise blutig gekratzt hat. Das ist zum Glück vorbei, aber trocken ist die Haut des jungen Mannes immer noch. Der Mann wiederum leidet unter seinen trockenen Händen, wo die Haut auch schon mal gerne an den Knöcheln aufplatzt, speziell jetzt, wo er sich neben dem Händewaschen auch noch exzessiv die Hände desinfiziert. Ich habe mich daher in den letzten Tagen in die Küche gestellt und experimentiert. Ein paar neue Rezepte zusammengerührt, diesmal aber nix zum Essen, sondern für die äußerliche Anwendung, damit das Haut-Debakel in diesem Hause in Grenzen gehalten wird. DIY-Hautpflege aus der Hexenküche halt. Das erste, was ich hier vorstellen möchte, ist eine sogenannte “Körpersahne”, ein Bodywhip auf neudeutsch. Mit Sahne hat es nicht so viel gemeinsam, lediglich, dass es frisch aufgeschlagen wird wie eine Sahne, um das Wundermittelchen anwenderfreundlicher zu machen.

Kampf der fiesen Winterhaut: überprüfe zuerst deine Pflegeprodukte

Doch first things first: Jedem, der ebenfalls mit Winterhaut zu kämpfen hat, kann ich nur raten, als allererstes die Hautpflegeprodukte im Haus zu überprüfen. Billige Seife und Duschgels reizen die Haut und trocknen sie, trotz aller lustiger Werbeversprechen, aus. Das liegt an den kostengünstigen Erdölverbindungen, die oft verarbeitet werden, sogenannte Polyethylenglykolverbindungen (PEGs). Diese Stoffe trocknen die Haut aus und schwächen die Hautbarriere, da sie die schützende Fettschicht zerstören, die normalerweise auf unserer Haut liegt. Hier findest du mehr Infos darüber. Aber selbst die sanfteren Bio- und Vegan-Alternativen können auf die Haut gehen, denn Bio und Vegan bedeutet ja nicht automatisch, dass es hauttechnisch der Knaller ist. Dann ist ja noch die leidige Mikroplastik-Frage. Viele Duschgels und flüssige Seifen enthalten Mikroplastik. Hier mehr dazu und hier eine Broschüre vom BUND zum Download, falls du mehr darüber erfahren willst.

Meine Alternativen?

Das hat dazu geführt, dass wir vor zwei Jahren als erstes die flüssigen, konventionellen Handseifen rausgeworfen haben und auf Olivenölseife umgestiegen sind. Danach hatte sich das Problem der Winterekzeme auf den Händen eigentlich drastisch verbessert. Das war auf Dauer nur leider nicht praktikabel, da der Sohn sich rundheraus weigerte, Olivenölseife zu benutzen, weil die Farbe so eklig war. Jaaa. Nun, ooookay… wir haben dann als Kompromiss auf eine vegane Seife umgestellt, die wir noch zusätzlich verdünnen, da die flüssigen Seifen häufig eigentlich viel zu konzentriert sind. Das funktioniert auch und immerhin haben wir durch die verdünnten Nachfüllpacks den Plastikmüll etwas reduzieren können. Ich denke, da wird noch was gehen, das probiere ich nächstes Jahr aus. Danach habe ich mein Duschgel rausgewofen und ebenfalls durch Olivenölseife ersetzt. Den Mann hat es überzeugt.

Für die Haare haben der Sohn und ich inzwischen auf Shampoo-Stücke gewechselt, wobei ich zutiefst bedaure, dass mein schönes Rosenshampoo, bei dem die Haare immer toll weich und glänzend wurden, so schwer zu bekommen ist. Ich habe das letztes Jahr auf dem Weihnachtsmarkt gekauft, nur hat die Anbieterin geschickterweise keine Website. Das ist zwar schade, ich hoffe aber, dass ich jetzt die Alternative habe.

Bleibt aber trotzdem noch das Problem der trockenen Winterhaut. Meine Haut reagiert auf Konservierungsmittelchen und all das Zeug. Nach dem Eincremen wird sie zwar immer schön weich, aber normalerweise vergeht der Effekt schnell und irgendwie wird alles noch blöder als vorher. Massig Geld dafür ausgeben will ich als schwäbische Hausfrau auch nicht. Darum hieß es für mich: Ab in die Küche und mit Mandelöl, Shea- und Kakaobutter und allen möglichen Duftölen, die ich noch im Haus hatte, herumexperimentiert.

Als erstes: Bodywhip

Das erste, was ich ausprobiert habe, war “Bodywhip”, oder auf deutsch: Körpersahne. Klingt toll, ist es auch.

Ich habe so etwas letztes Jahr schon mal ausprobiert und fand aber den Ölfilm, den das Ganze auf der Haut hinterlässt, ausgesprochen unappetitlich. Bäh. Ich kam mir vor wie eine Speckschwarte. Eine gut riechende Speckschwarte zwar, aber Speckschwarte bleibt nun mal Speckschwarte. Ich habe dem Ganzen dieses Jahr noch eine Chance gegeben und was muss ich sagen? Speckschwarte. In den ersten Tagen jedenfalls. Als ich noch mal nachgeschaut habe, was man verbessern könnte, bin ich auf den Hinweis gestoßen, dass hier das Timing entscheidend ist. Man kann die Bodywhip natürlich nach dem Duschen auftragen. Nutzt man die Bodywhip aber während des Duschens (nach dem Abseifen versteht sich), dann wird die Haut nach dem Abtrocknen butterweich und zart. Adè Speckschwarte. Ein angenehmer Nebeneffekt ist, dass man nicht noch minutenlang im Badezimmer herumsteht und sich eincremt. Nein, hier steigt man aus der Dusche, hüllt sich in das kuscheligste Handtuch und ist fertig.

Dafür habe ich Shea- und Kakobutter gemischt und mit Blutorange und Bittermandel aromatisiert. Herrlich! Wenn ich aus der Dusche komme, rieche ich wie ein Weihnachtsplätzchen.

Rezept Bodywhip

Bodywhip

Zutaten

  • 30 g Kakaobutter
  • 20 g Sheabutter
  • 60 g Mandelöl
  • 2 Tropfen Vitamin E
  • 10-15 Tropfen ätherisches Öl nach Wahl für den Duft optional

Anleitungen

  • Die Kakaobutter zusammen mit der Sheabutter und der Hälfte des Mandelöls langsam im Wasserbad schmelzen. Nicht zu heiß werden lassen. in ein tiefes, nicht zu breites, Rührgefäß geben, den Rest des Mandelöls hinzufügen und 10 Minuten abkühlen lassen. Jetzt erst das Vitamin E und die ätherischen Öle hinzufügen. Ich habe Bittermandel und Blutorange gemischt, Vorsicht mit dem Bittermandelöl, das riecht schnell wie eine ganze Marzipanfabrik. Totaler Overkill!
  • Abkühlen lassen, bis Zimmertemperatur erreicht ist. Es ist wichtig, dass ihr hier Geduld zeigt, denn gebt ihr das Ganze direkt in den Kühlschrank, kann es sein, dass sich Kristalle bilden. So jedenfalls stand es in dem Rezept, das ich gelesen habe. Das wollte ich nicht riskieren. Sobald die Masse Zimmertemperatur erreicht hat, stellt ihr sie in den Kühlschrank, mindestens 4-5 Stunden, am besten über Nacht.
  • Danach könnt ihr sie mit dem Handrührgerät schlagen. Auch hier braucht ihr Geduld, das kann schon mal seine fünf, sechs Minuten dauern, bis die feste, fettige Masse fluffig und sahneähnlich wird. Geht es gar nicht, fügt ihr einfach noch einen Schuss Öl hinzu und lasst es noch mal ein Stündchen im Kühlschrank, bevor ihr eine zweite Runde schlagt.
  • Beim zweiten Mal hatte ich mir das Aufschlagen gespart und die Körpersahne in kleine Pralinenförmchen gegossen. Komischerweise ist mir alles, obwohl ich es wie beim ersten Mal gemacht habe, nicht fest geworden. Ich musste mehr Kakao- und Sheabutter hinzufügen, etwa 10 g je Zutat. Ich weiß nicht so recht, woran das gelegen hat. Zum Glück kann man ja alles (vorsichtig) wieder einschmelzen und korrigieren.
Keyword: Hautpflege,, natürlich, selbstgemacht

Da ich noch mehr zusammengerührt habe, geht es im nächsten Posting weiter.

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